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Abschied von Windows und US-Big-Tech: Linux-Partys feiern digitale Souveränität

Mit dem Ende des Supports von Windows 10 im Oktober 2026 werden Millionen Rechner nutzlos. Damit möchte sich eine Gruppe von Aktivisten nicht abfinden.
/ Lars Lubienetzki
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Version 19 von Linux Mint (Bild: Krator Omen, GPLv2 via Wikimedia Commons)
Version 19 von Linux Mint Bild: Krator Omen, GPLv2 via Wikimedia Commons
Inhalt
  1. Abschied von Windows und US-Big-Tech: Linux-Partys feiern digitale Souveränität
  2. Open-Source-Gedanke als Haupttreiber
  3. Erster Kontakt mit der Linux-Welt

Die Linux-Party im Nordosten von Frankfurt am Main, in der Villa Orange, startet an einem Sonntag um 9:30 Uhr. Zusammen mit fünf anderen Teilnehmern sitze ich in einem Konferenzraum und bin gespannt. Der Plan: Ich möchte meinen Laptop von Windows auf Linux umstellen.

Es ist eine von vielen Linux-Partys, die seit knapp einem Jahr in ganz Deutschland auf Initiative von End of 10 regelmäßig veranstaltet werden(öffnet im neuen Fenster). In der weltweit agierenden Initiative sind viele Menschen aus dem IT-Umfeld organisiert, die in ihrer Freizeit anderen Menschen unentgeltlich dabei helfen, sich für immer von Windows zu verabschieden.

Linux-Partys, das klingt so ähnlich wie LAN-Partys, die sich in den Anfängen des Internets großer Beliebtheit erfreuten. Mit Blick auf die Menge an Rechnern und Kabeln erinnert es tatsächlich an eine kleine LAN-Party. Nur sitzen hier keine hippen jungen Gamer, sondern Menschen, die ihre Schul- oder Studienzeit schon länger hinter sich gelassen haben. Das gilt auch für den Autor dieser Zeilen.

Andreas Fischer, der Veranstalter der Linux-Party, kennt das. Seit dem Sommer 2025 lädt er in Frankfurt regelmäßig ein, um Menschen dabei zu helfen, Windows zumindest vom Laptop zu verbannen und durch Linux Mint zu ersetzen. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus privaten Gründen. Viele können sich keinen neuen Computer leisten, der notwendig wäre, um Windows 11 aufzuspielen. Anderen gefällt einfach der grundsätzliche Ansatz von End of 10, sich von Big Tech aus den USA zu verabschieden.

Vorsichtige Schätzungen besagen, dass weltweit etwa 250 bis 300 Millionen Laptops nutzlos werden, weil die Hardware nicht ausreicht, um die neueste Windows-Version aufzuspielen. Das ist nicht nur ein finanzielles Desaster, sondern ein Umweltproblem obendrein, wenn all diese Rechner plötzlich als technischer Müll deklariert werden.

Nur handelt es sich bei den Maschinen nicht um Müll. Daher ist nutzlos auch nicht der passende Begriff, sie sind nur nicht mehr Windows-tauglich. Ansonsten funktionieren die Geräte nämlich immer noch einwandfrei. Es braucht eben nur ein neues Betriebssystem, was nicht so viele Hardware-Ressourcen benötigt.

"Linux Mint eignet sich am besten dafür", sagt Andreas Fischer und schiebt die Begründung gleich hinterher: "Rein optisch erinnert es sehr stark an Windows, wodurch den meisten Computer-Usern die Umstellung meistens relativ schnell gelingt." Andere Linux-Distributionen wie KDE oder Xfce, die aufgrund der Optik stark an Windows erinnern, würden sich vermutlich ebenfalls gut für den Umstieg eignen.


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