VMware raus, Proxmox rein
Für den Verlauf des Jahres 2026 seien weitere Schritte geplant, um die Abhängigkeit von US-Softwarefirmen zu minimieren. Völlige Autonomie anzustreben, sei aber angesichts der internationalen Vernetzung nicht realistisch, so das Wirtschaftsministerium weiter. Derzeit konzentriere man sich darauf, die Systeme im Backend umzustellen und zu optimieren, was für die Benutzer möglichst unauffällig ablaufen sollte. So wird als nächstes die Virtualisierungssoftware VMware durch die freie Alternative Proxmox(öffnet im neuen Fenster) abgelöst. Und das ist tatsächlich eine Softwareinnovation aus Österreich.
Proxmox ist eine auf Debian Linux basierende Virtualisierungsplattform zum Betrieb von virtuellen Maschinen mit einem Webinterface zur Einrichtung und Steuerung. Die Open-Source-Software Proxmox wird von der gleichnamigen Wiener Firma seit 2008 entwickelt. Seit der Übernahme von VMware durch den Broadcom-Konzern im Jahr 2024, die zu massiven Preiserhöhungen und Produkteinstellungen führte, steht Proxmox zusammen mit der ebenfalls freien Virtualisierungslösung Openstack hoch im Kurs.
Die Hürden der Auswahl
Als nächstes ist geplant, den Microsoft SQL Cluster durch eine Open-Source-Datenbank zu ersetzen. Hier stehe man noch vor einem Entscheidungsprozess, so das Wirtschaftsministerium, welches Produkt man wählen werde. Das Eurostack-Projekt(öffnet im neuen Fenster) , ein Zusammenschluss europäischer IT-Firmen, die Open-Source-Produkte implementieren, hat da bereits Vorarbeit geleistet. Im Bereich Datenbanken sind allein 20 verschiedene Lösungen gelistet.
Während die US-Unternehmen mit ihren einheitlichen, proprietären Industriestandards den Weltmarkt kontrollieren, gibt es bei freier Software viele Produkte in jeder Kategorie. Und diese Lösungen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Mächtigkeit und den Features, sie sind auch unterschiedlich schwierig zu implementieren. Vielfach stellt dieser Auswahlprozess die erste große Hürde für einen Umstieg dar.



Der mithin schwierigste Teil der Umstellung auf freie Software betrifft Microsoft Exchange, denn hier ist schon die Migration von älteren Exchange-Versionen auf neuere nicht ganz trivial. Im Wirtschaftsministerium wird deshalb der Einsatz einer Middleware zwischen den Outlook-Clients und den Exchange-Servern überlegt.



