Absage: Kein Gamestar für den Deutschen Computerspielpreis

Die Redakteure der Zeitschriften Gamestar und Gamepro haben ihre Mitarbeit in der Jury des Deutschen Computerspielpreises beendet. Grund ist eine Sonderregel, mit der Spiele für Erwachsene von einer Minderheit der Jury aus dem regulären Wettbewerb genommen werden können.

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Die Figur "Psycho" aus Crysis 3 bekommt Herzschmerzen beim Gedanken an den Deutschen Computerspielpreis.
Die Figur "Psycho" aus Crysis 3 bekommt Herzschmerzen beim Gedanken an den Deutschen Computerspielpreis. (Bild: Screenshot Golem.de)

Seit der Gründung des Deutschen Computerspielpreises 2009 arbeiten auch Vertreter der Zeitschrift Gamestar und andere Vertreter des IDG Verlages ehrenamtlich an der Findung des besten deutschen Spiels mit - nun ist Schluss damit. Nur zwei Tage vor der Preisvergabe, die am 15. Mai 2014 in München stattfindet, haben die Redakteure Heiko Klinge von Gamepro und Andre Peschke von Gamestar ihren Austritt aus der Jury bekanntgegeben.

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In einem ausführlichen Video erklären die beiden, dass sie sich vor allem an einer bisher wenig bekannten Sonderkategorie samt eines eingebauten Blockademechanismus stören. Eigentlich gibt es nur sieben Kategorien für den Computerspielpreis, die renommierteste ist die Auszeichnung "Bestes deutsches Spiel". Bereits im vergangenenen Jahr, und zwar unmittelbar vor den entscheidenden Sitzungen der verschiedenen Fachjurys, so berichten Klinge und Peschke, wurde aber der optionale "Jury Award" geschaffen.

Die beiden zitieren aus den bisher nicht öffentlichen Regeln des Preises: "Diese Kategorie wird nur aktiviert, wenn ein Spiel mit der Alterskennzeichnung USK 18 von der maßgeblichen 2/3-Mehrheit der Hauptjury zwar zum Sieger einer der sieben Kategorien des DCP bestimmt wird, mindestens drei Mitglieder der Hauptjury jedoch der Ansicht sind, dass das betreffende Spiel nicht im Sinne der Kriterien 'pädagogisch und kulturell wertvoll' ist."

Im Klartext: Nur drei Juryvertreter, die der Meinung sind, es handle sich nicht um ein wirklich preiswürdiges Spiel, können verhindern, dass der Titel zum besten des Jahres gekürt wird. Bedroht davon ist in diesem Jahr vor allem Crysis 3, das als bestes Spiel nominiert ist. Das Game trägt eine USK-18-Einstufung.

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Problematisch ist dabei auch, dass die Entscheidungen der Fachjurys, die die Sieger der einzelnen Kategorien festlegen, durch die Hauptjury blockiert werden können. In dieser Hauptjury sind unter anderem Vertreter aus Politik und Wissenschaft, nicht nur aus der Spielebranche und den Medien präsent. Die Fachjurys, die letztlich den Jury Award vergeben müssten, wären dafür dann allein verantwortlich - die Politik hätte mit einem Preis für das gewalthaltige Crysis 3 auf dem Papier nichts zu tun.

Obwohl Crysis 2 im Jahr 2012 den Preis als bestes Spiel erhielt, sollen so nun nach der Öffnung gegenüber Inhalten für Erwachsenen diese offenbar wieder in eine Sonderkategorie abgeschoben werden. Schon bei der Verleihung 2010, wo statt Uncharted 2 das Spiel Anno 1404 die inzwischen gestrichene Kategorie "Bestes internationales Spiel" gewann, zeigte sich der Einfluss der Politik.

Dieser wird wohl auch nie ganz aus dem Deutschen Computerspielpreis verschwinden, denn die Auszeichnung wird von der öffentlichen Hand getragen. Am Abend des 15. Mai 2014 wird feststehen, ob der international hoch gelobte Titel Crysis 3 in den weniger bedeutenden Jury Award gesteckt oder doch als bestes deutsches Spiel prämiert wird. Die Konkurrenz ist in diesem Jahr allerdings groß: Mit Giana Sisters: Twisted Dreams und The Inner World hat der Shooter Mitbewerber, die ziemlich gewaltfrei sind.

Seinen ersten Eklat hatte der Preis in diesem Jahr schon vor der Absage von Gamestar und Gamepro. Schon vorab wurde bekannt, dass es keinen Sieger in der Kategorie "Serious Games" geben soll, weshalb Kalypso Media die Nominierung für sein Spiel Rise of Venice ablehnt.

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Anonymer Nutzer 21. Mai 2014

Da hat jemand die Ironie erkannt, danke :)

Sinnfrei 18. Mai 2014

Sorry, aber wenn man nur die Liste der "Jury"-Mitglieder ließt, kann einem schon schlecht...

tingelchen 17. Mai 2014

Spaß ist ein sehr dehnbarer Begriff. Denn jeder definiert Spaß anders. Was dir Spa...

tingelchen 17. Mai 2014

16 geht ja noch. Richtig schlimm wird es wenn da 12 drauf steht oO



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