Abo
  • Services:

Abrechnungsfehler: Zehntausende Vodafone-Kunden zahlten überhöhte Rechnungen

Monatelang hat Vodafone für nicht genutztes mobiles Internet kassiert. Zehntausenden Kunden wurden Kosten für die mobile Internetnutzung in Rechnung gestellt, obwohl das mobile Internet nicht verwendet wurde.

Artikel veröffentlicht am ,
Abrechnungsfehler bei Vodafone
Abrechnungsfehler bei Vodafone (Bild: Gerard Julien/AFP/Getty Images)

Ein Systemfehler in Vodafones Abrechnungssystem belastete vier Monate lang Zehntausende Kundenkonten. Obwohl die betroffenen Kunden kein mobiles Internet genutzt hatten, sollten sie dafür bezahlen, bemerkte Areamobile und machte den Fall öffentlich. Der Fehler fiel eher durch Zufall auf: In der Redaktion von Areamobile wurden einige Prepaid-SIM-Karten von Vodafone längere Zeit nicht verwendet und dennoch Geld vom Prepaid-Guthaben abgebucht - für nicht erbrachte Leistungen.

47.000 Kunden von dem Fehler betroffen

Stellenmarkt
  1. Flughafen Stuttgart GmbH, Stuttgart
  2. Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main, Dortmund

Von diesem Problem waren nach Angabe von Vodafone insgesamt 47.000 Kunden betroffen. Davon haben 33.000 Kunden einen Vertragstarif, 14.000 verwenden eine Prepaid-SIM-Karte. Generell soll der Abrechnungsfehler nur bei Kunden aufgetreten sein, die LTE-Tarife nutzen. Nach derzeitigem Kenntnisstand begannen die Fehler im Mai 2015.

Die unberechtigten Abbuchungen fielen zunächst bei zwei SIM-Karten mit dem Vodafone-Tarif Callya Smartphone Special auf, die in Smartphones mit den verschiedensten Betriebssystemen eingesetzt wurden. Zum Tarif gehört unter anderem eine gedrosselte Datenflatrate, die ein ungedrosseltes Datenvolumen von 500 MByte im Monat enthält. Üblicherweise wird der monatliche Grundpreis von 9,99 Euro jeden Monat vom Prepaid-Guthaben abgebucht, sofern das vorhandene Guthaben ausreichend ist. Ansonsten wird das Paket nicht gebucht und der Kunde muss für die mobile Internetnutzung 9 Cent pro Minute zahlen.

Die betreffenden SIM-Karten liefen ohne das gebuchte Paket, so dass für die mobile Internetnutzung 9 Cent pro Minute anfallen würden. Bei den entsprechenden Smartphones war aber der mobile Datenverkehr abgeschaltet worden, die Geräte setzten stattdessen auf verfügbare WLAN-Verbindungen.

Fehlerhafte Abbuchungen traten unregelmäßig auf

Bei den unberechtigten Abbuchungen ließ sich keine Regelmäßigkeit erkennen. Auffällig war nur, dass jeweils 9 Cent abgebucht wurden. Das konnte mehrmals in der Stunde passieren, aber auch nur alle paar Stunden vorkommen. Die Abbuchungen hörten erst auf, indem die Internet-APN verändert oder die SIM-Karte aus dem Gerät entnommen wurde.

Als der Vodafone-Kundendienst um Aufklärung gebeten wurde, gab es die abgebuchten 5 Euro zurück. Der Bericht geht von vielen weiteren betroffenen Kunden aus, die sich bei Vodafone meldeten, ohne dass der Mobilfunknetzbetreiber erkannte, dass dahinter ein systematischer Fehler stecken könnte.

Erst als die Vodafone-Pressestelle eingeschaltet wurde, wurden die Untersuchungen ausgeweitet und der Abrechnungsfehler in den Vodafone-Systemen entdeckt. Der Fehler soll durch eine fehlerhafte Konfiguration in Vodafones LTE-Netz aufgetreten sein, die mittlerweile korrigiert worden sein soll.

Dabei seien Kunden sogenannte Signalisierungspakete bei deaktivierter Datenverbindung fälschlicherweise berechnet worden, erklärte Vodafone. Diese Signalisierungspakete sind nur wenige Byte klein und halten Kontakt zu den betreffenden Endgeräten, die im Datennetz eingebucht sind. Das gilt auch dann, wenn das mobile Internet nicht verwendet wird oder der mobile Datendienst am Gerät abgeschaltet wurde. Allerdings werden dafür eigentlich keine Kosten erhoben.

Kunden erhalten fehlerhafte Abbuchungen zurück

Vodafone verspricht, dass alle betroffenen Kunden die unberechtigt abgebuchten Beträge zurückerhalten oder gar nicht erst zahlen müssen. Prepaidkunden sollen diese Kosten zurückerstattet bekommen. Bei Vertragskunden ist Vodafone bemüht, die unberechtigten Abbuchungen im Vorfeld aus den aktuellen Rechnungen zu nehmen. Allerdings läuft derzeit noch die Untersuchung aus zwei Abrechnungsmonaten. Wenn es hier ebenfalls zu Fehlberechnungen gekommen ist, wird das den Kunden entsprechend gutgeschrieben.

Betroffene Vodafone-Kunden sind bei Fragen aufgerufen, sich an den Kundendienst zu wenden. Vodafone will zwar die falsch erstatteten Beträge zurückgeben, darüber hinaus ist jedoch keine Zahlung als Geste der Entschuldigung vorgesehen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

non_sense 20. Aug 2015

Der "technsische Fehler" liegt bei den Mitarbeitern, denn die sind einfach zum Blöd zum...

Balduan 20. Aug 2015

...sooo, 2011 einfach mal so auf einen Tarif mit 1,50 ¤ Grundgebühr umgestellt worden...

A4tW 20. Aug 2015

Der Fehler kommt schon deutlich länger vor, jedoch scheinen erst jetzt zahlreiche Kunden...

Alegis 20. Aug 2015

Ich z.B. habe einen Vertrag abgeschlossen mit einer monatlichen Gebühr von 44,95¤. Mir...

Anonymer Nutzer 20. Aug 2015

Klar! Sie verdienen ja auch an uns :) Da gibt es genug Ausreden, um den Geldhahn offen...


Folgen Sie uns
       


Vayyar Smart Home - Hands on

Vayyar hat auf der Ifa 2018 Vayyar Home vorgestellt. Die Box kann in einem Raum eine gestürzte Person erkennen und Hilfe rufen.

Vayyar Smart Home - Hands on Video aufrufen
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Leistungsschutzrecht: So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen
    Leistungsschutzrecht
    So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen

    Das europäische Leistungsschutzrecht soll die Zukunft der Presse sichern. Doch in Deutschland würde derzeit ein einziger Verlag fast zwei Drittel der Einnahmen erhalten.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Netzpolitik Willkommen im europäischen Filternet
    2. Urheberrecht Europaparlament für Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
    3. Leistungsschutzrecht/Uploadfilter Wikipedia protestiert gegen Urheberrechtsreform

      •  /