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Abo-Abrechnung: Apple zwingt Patreon zur Umstellung

Patreon muss die Abo-Abrechnung bis November 2026 an die aktuellen App-Store-Regelungen anpassen – ansonsten droht der Ausschluss, so Apple .
/ Przemyslaw Szymanski
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Symbol des App Stores von Apple (Symbolbild) (Bild: CHRIS DELMAS/AFP via Getty Images)
Symbol des App Stores von Apple (Symbolbild) Bild: CHRIS DELMAS/AFP via Getty Images

Apple erhöht den Druck auf Patreon und zwingt die Plattform zu einer grundlegenden Umstellung ihres Geschäftsmodells: Bis spätestens 1. November 2026 müssen alle verbliebenen Urheber, die Patreon als "Creator" bezeichnet, ihre Abonnements innerhalb der iOS-App über Apples In-App-Kaufsystem abrechnen. Andernfalls droht der Ausschluss der Anwendung aus dem App Store.

Die Maßnahme betrifft nach Angaben von Patreon(öffnet im neuen Fenster) allerdings nur rund vier Prozent der Urheber, die weiterhin ältere Abrechnungsmodelle nutzen, etwa monatliche Sammelabrechnungen oder eine Vergütung pro veröffentlichtem Beitrag. Wer bereits mit klassischen Abonnementmodellen arbeitet, ist von der Änderung nicht betroffen.

Für Patreon und viele Inhalteanbieter ist diese Entscheidung dennoch mit spürbaren finanziellen Folgen verbunden. Apple behält bei In-App-Abonnements bis zu 30 Prozent der Einnahmen ein, nach einem Jahr sinkt die Provision auf 15 Prozent. Gerade für Urheber, die bislang mit deutlich geringeren Gebühren kalkuliert haben, kann dies zu Einnahmeverlusten führen.

Lockerungen nach Gerichtsurteil

Die Entwicklung zeichnete sich bereits in den vergangenen Jahren ab, als Patreon mehrfach auf wechselnde App-Store-Regeln reagieren musste. Nach dem US-Gerichtsurteil im Verfahren Epic gegen Apple nutzte die Plattform im Mai vergangenen Jahres die infolge des Urteils angepassten App-Store-Regeln und ermöglichte es Urhebern, Zahlungen über Links innerhalb der App abzuwickeln.

Gleichzeitig erklärte Patreon, dass die zuvor gesetzte Frist im November 2025 nicht länger gelte, wodurch Inhalteanbieter zusätzlichen Spielraum für ihre weitere Planung erhielten. Nun setzt Apple aber erneut eine Frist und verlangt die vollständige Umstellung bis November 2026.

Für Nutzer der iOS-App in den USA besteht auf Grundlage dieser Entscheidung weiterhin die Möglichkeit, Abonnements ohne direkte Apple-Beteiligung abzuschließen. Voraussetzung ist, dass beim Bezahlvorgang nicht das In-App-Kaufsystem genutzt wird, sondern eine Weiterleitung auf die Patreon-Webseite erfolgt.

Entsprechende Regelungen musste Apple inzwischen auch in der Europäischen Union zulassen. In der Praxis wird diese Option bislang jedoch kaum genutzt, da Apple auch für Käufe, die aus einer iOS-App heraus im Web abgeschlossen werden, weiterhin Gebühren erhebt. Parallel dazu führt Apple zunehmend komplexere Gebührenmodelle ein, deren Ausgestaltung insbesondere in der EU weiterhin umstritten ist. Dementsprechend sollte das System zum Jahresanfang in der EU neu aufgestellt werden .

Patreon kritisiert Apples Kurs

In einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) kritisierte Patreon das aktuelle Vorgehen von Apple deutlich. "Wir widersprechen dieser Entscheidung ausdrücklich. Urheber brauchen Beständigkeit und Klarheit, um gesunde, langfristige Geschäftsmodelle aufbauen zu können" , schreibt das Unternehmen mit Blick auf die erneute Kursänderung. Es handele sich bereits um die dritte grundlegende Richtlinienänderung innerhalb von 18 Monaten, was für viele Inhalteanbieter erhebliche Unsicherheit geschaffen habe.

Zugleich verweist Patreon darauf, Apple mehrfach konkrete Alternativen vorgeschlagen zu haben: "Im Laufe der Jahre haben wir Apple mehrere Werkzeuge und Funktionen vorgeschlagen, mit denen Urheber mit älteren Abrechnungsmodellen in ihrem eigenen Tempo hätten wechseln können – mit zusätzlicher Unterstützung während des Übergangs. Leider hat Apple diese Vorschläge wiederholt abgelehnt" , heißt es in dem Beitrag.


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