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Abhörsoftware: Behörden nutzen Syborg Interception Center

Das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei sollen das Syborg Interception Center nutzen, das auch in der Schweiz zum Einsatz kommt.
/ Jörg Thoma
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Bild: CCC Mellowbox Creative Commons Lizenz 2.0

Aus einer Anfrage der Linken an die Bundesregierung geht hervor, dass die beiden Strafverfolgungsbehörden das Lawful-Interception-System "Syborg Interception Center" nutzen wollen. Der Zollfahndungsdienst setzt hingegen die Software "Digitask Lawful Interception Center" der hessischen Firma Digitask ein, die mutmaßlich an der Entwicklung des umstrittenen Staatstrojaners beteiligt war . Der Zoll nutzt das Lawful-Interception-System als "Fachanwendung".

Das Syborg Interception Center stammt von der Firma Syborg(öffnet im neuen Fenster) , einer Tochter des US-amerikanisch-israelischen Unternehmens Verint(öffnet im neuen Fenster) . In der Schweiz beliefert Syborg das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartment mit dem Überwachungssystem Interception System Schweiz (ISS). Anfang des Jahres wurde dort eine aktuelle Version des ISS eingesetzt, nachdem die Entwicklung einer neuen Software eines anderen Herstellers gescheitert war. Die NSA nutzt ebenfalls Produkte von Verint, die nach eigenen Angaben enge Kontakte zu Geheimdiensten weltweit hat.

Der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko(öffnet im neuen Fenster) vermutet indes, "dass nicht alle von Bundesbehörden genutzten, deutschen Abhörsysteme beauskunftet wurden." Denn es gebe weitere Hersteller solcher Lawful-Interception-Systeme, die zu den Kunden der Bundesregierung gehörten. Sie könnten bei Geheimdiensten zum Einsatz kommen. Die Linksfraktion will sich für die Ächtung solcher Systeme einsetzen. Auch die Funktionsweise solcher Produkte müssen offengelegt werden.


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