Datenschutz: Verschlüsselt gegen Geheimdienste

Nur mit Verschlüsselung könnten Anwender ihre Daten vor den Abhöraktionen der weltweiten Geheimdienste schützen, sagen Aktivisten. Hilft sie aber wirklich überall?

Artikel veröffentlicht am , /Hanno Böck
Verschlüsselung kann gegen die Datenschnüffelei durch Geheimdienste helfen.
Verschlüsselung kann gegen die Datenschnüffelei durch Geheimdienste helfen. (Bild: SERGEI SUPINSKY/AFP/Getty Images)

Wer heutzutage im Internet unterwegs ist, läuft Gefahr, dass seine Daten von Geheimdiensten ausspioniert werden. Dagegen helfe in erster Linie Verschlüsselung, sagen Aktivisten und Hacker. Mit Cryptopartys wollen sie auch weniger technisch versierten Benutzern nahebringen, wie sie sich möglichst sicher im Internet bewegen. Dass eine Anwendung mit Verschlüsselung wirbt, muss jedoch noch lange nicht heißen, dass sie auch sicher genutzt werden kann. Denn bei proprietärer Software kann nicht nachgeprüft werden, ob der Hersteller nicht selbst entschlüsselt und noch weniger, wann er dies tut. Deshalb setzen die Hacker auch auf Open-Source-Software und Anonymisierung.

Auch eine sichere HTTPS-Verbindung nützt nichts, wenn die Daten auf dem Server des Anbieters erst entschlüsselt und dann an die Geheimdienste übergeben werden. Nur End-to-End-Verschlüsselung ist wirklich sicher, auch wenn deren Nutzung Anwender besonders verdächtig macht, wie einige Aktivisten mutmaßen.

Verschlüsselung hilft kaum gegen Metadatensammlung

Wie dem auch sei: Verschlüsseln hilft zwar, einzelne Inhalte zu verbergen, die Metadaten, etwa bei E-Mails, lassen sich damit aber nicht verbergen. Diese sind weitaus wertvoller für die Geheimdienstler, denn daraus lassen sich nicht nur Bewegungsprofile, sondern auch Verknüpfungen zu weiteren Anwendern herstellen, die dann ebenfalls unter Verdacht geraten könnten. Aus den Metadaten ließen sich Tagebücher über Menschen erstellen, schreibt Le Monde über die Abhöraktionen der französischen Geheimdienste. Letztlich machten diese dann aber kaum anderes als diejenigen Unternehmen, die selbst Bewegungsprofile ihrer Kunden erstellen.

Neben der Verschlüsselung sollte also Anonymisierungssoftware wie etwa Tor eingesetzt werden. Sie hilft zwar zunächst, die Spuren eines Anwenders in Netz zu verwischen, nützt allerdings wenig gegen die sogenannte Deep-Packet-Inspection, bei der einzelne Datenpakete geöffnet und deren Inhalt überprüft werden kann. Denn über Deep-Packet-Inspection-Software lassen sich mindestens die darin enthaltenen Datenprotokolle auslesen, etwa HTTP, VoIP oder E-Mail und eben auch Metadaten. Seit 2006 verlangt die US-Regulierungsbehörde FCC, dass ISPs diese Technik zur Verfügung stellen. China blockiert damit seit Jahren schon die Übertragung einzelner Pakete, wenn sie bestimmte Stichwörter enthalten, oder es kappt die Verbindung, wenn die dortigen Geheimdienstler bestimmte Pakete entdecken.

Sicher mit VPN-Zugängen

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer (m/w/d) Testautomation Platform
    ING Deutschland, Frankfurt, Nürnberg
  2. Projektmitarbeiter (m/w/d) digitale Technologien und Netzwerke
    Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Berlin
Detailsuche

Neben Tor lassen sich auch verschlüsselte VPN-Verbindungen verwenden, um anonym im Internet zu surfen. Der VPN-Provider muss allerdings vertrauenswürdig sein, denn er kennt die IP-Adresse des Absenders, die er dann selbst verschleiert. VPN-Zugänge sind mittlerweile in Ländern wie Iran verboten, denn sie sind nur schwer zu überwachen. Unlängst wurde bekannt, dass sich einige VPN-Anbieter, etwa Ipredator aus Schweden, nicht mehr per Kreditkarte abrechnen lassen. Das sehen neue Richtlinien der Kreditkartenunternehmen vor. Mit Darknets lassen sich weitgehend sichere P2P-Netzwerke aufspannen und so verschleiert Daten austauschen, etwa mit dem Invisible Internet Project I2P.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wenn verschlüsseln, dann richtig 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


oranerd 23. Sep 2014

Über kaum eine Frage wird beim Thema Verschlüsselung leidenschaftlicher gestritten, als...

Ass Bestos 03. Aug 2013

du hast es auf den punkt gebracht!

Kasabian 23. Jul 2013

vielleicht weil die Hoffnung da beim Chef mitspielt ;) Persönlich finde ich solche...

hb 20. Jul 2013

Unsinn. De-Mail druckt nichts aus und schickts mit der Post.

Nolan ra Sinjaria 15. Jul 2013

vermutlich weil sie die Grundfunktion (Emailempfang, - versand, -verwaltung) als...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Serielle Schnittstellen
Die Magie der Gigabit-Links

Serielle High-Speed-Links erscheinen irgendwie magisch. Wir erklären am Beispiel von PCI Express, welche Techniken sie ermöglichen - und warum.
Von Johannes Hiltscher

Serielle Schnittstellen: Die Magie der Gigabit-Links
Artikel
  1. Matrix: Grundschule forkt Messenger
    Matrix
    Grundschule forkt Messenger

    Statt auf Teams oder Google setzt eine Grundschule in NRW beim Homeschooling auf einen selbst angepassten Matrix-Client. Die Mühe lohnt sich.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Android: Google wusste von falsch ausgelesenen QR-Codes
    Android
    Google wusste von falsch ausgelesenen QR-Codes

    Seit dem Frühjahr 2021 weiß Google davon, dass QR-Codes falsch ausgelesen werden - für eine Gefahr hielt das Unternehmen dies nicht.

  3. Elektrotransporter: Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz
    Elektrotransporter
    Volkswagen zeigt künftigen ID. Buzz

    Volkswagens Elektrobus ID.Buzz wird im März 2022 vorgestellt, doch einen ersten Blick gewährt VW schon jetzt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.499€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /