Unsichere Smartphones

Wer Android verwendet und E-Mails verschlüsseln will, muss auf Alternativen zu der Standard-E-Mail-Anwendung zurückgreifen. Viele der Applikation benötigen das Android Privacy Guard (APG) für die Verwaltung der PGP-Schlüssel. Von den vielen zur Auswahl stehenden Programmen haben wir uns K9 Mail und RS Mail genauer angesehen. Letztendlich ist es weitgehend Geschmackssache, welche Anwendung sich für den jeweiligen Benutzer am besten eignet. Auch Chatanwendungen mit Verschlüsselung gibt es für Android reichlich, etwa das von Prism Break empfohlene Xabber, Gibberbot oder Surespot. Verschlüsselte SMS lassen sich mit Textsecure versenden, mit Redphone lassen sich Telefonate verschlüsseln.

In den nächsten Android-Versionen soll das Sicherheitsframework des Linux-Kernels SE-Linux zum Einsatz kommen, das ironischerweise von der NSA stammt. Der Code ist aber bereits seit Jahren unter Linux gebräuchlich, und sein Sourcecode ist inzwischen von mehreren Tausend Entwicklern begutachtet worden. Wer dennoch gänzlich auf Android mit seiner Google-Verzahnung verzichten will, kann auf unabhängige Projekte wie Cyanogenmod oder Replicant zugreifen.

Wenig für iOS

Das ist auf Geräten von Apple nicht ohne weiteres möglich. Für verschlüsselte E-Mails gibt Prism Break einige Tipps, gibt aber auch gleichzeitig zu bedenken, dass iOS ein fast vollkommen geschlossenes System ist. Somit ist auch bei Apps kaum nachprüfbar, ob sie mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet sind. Mit Chatsecure lässt sich auf Apples mobilen Geräten immerhin verschlüsselt kommunizieren. Weitere Alternativen nennt Prism Break nicht.

Wer viel mit seinem Laptop unterwegs ist, sollte seine Festplatte oder zumindest die wichtigsten Daten verschlüsseln. Das gilt natürlich auch für externe Datenträger wie USB-Sticks. Unter Windows gibt es dafür das systemintegrierte Bitlocker. Als Alternative lässt sich Truecrypt verwenden. Unter Linux gibt es zahlreiche Möglichkeiten, darunter ebenfalls Truecrypt oder LUKS (Linux Unified Key Setup), die je nach Distribution mehr oder weniger einfach zu nutzen sind.

Betriebssystemumzug

Anwender, die einen Betriebssystemwechsel vom geschlossenen Windows-System zu Open-Source-Lösungen erwägen, können aus einem großen Fundus von Linux- oder BSD-Distributionen wählen. Allerdings sind manche mehr oder weniger für versierte Anwender ebenso wenig geeignet wie andere für Einsteiger. Hier hilft es, Linux-Kenner im Bekanntenkreis zu fragen. Prism Break rät von der Nutzung von Ubuntu ab, da Canonical dort standardmäßig Zugriff auf Amazons Server erlaubt, was sich aber immerhin ausschalten lässt. Hervorzuheben ist noch die auf Xen basierende Linux-Distribution Qubes OS, die sich für verschiedene Anwendungsbereiche virtualisieren und so etwa einen Bereich für den Netzwerkzugriff von einem anderen mit Dokumenten vollkommen getrennt nutzen lässt. Mit kostenlosen virtuellen Maschinen lässt sich dies ebenfalls einrichten, allerdings wird dann mehr Rechenleistung benötigt.

Wer schließlich vollkommen ohne Netzwerk auf seinem Rechner arbeiten will, für den ist Ubuntu Privacy Remix geeignet. Aus dem inoffiziellen Ubuntu-Nachbau wurden selbst die Netzwerkfunktionen aus dem Kernel entfernt, so dass eine Verbindung zum Internet gar nicht möglich ist. Zusätzlich ist die Linux-Distribution mit allerlei Werkzeugen ausgestattet, etwa für die Verschlüsselung von Datenträgern.

Umfragen nach den Enthüllungen Snowdens haben ergeben, dass immerhin ein Viertel der deutschen Anwender plant, Verschlüsselung intensiver einzusetzen. Cryptopartys sollen dabei helfen, auch weniger versierte Anwender mit der mitunter komplizierten Umsetzung vertraut zu machen. Letztendlich funktioniert die E-Mail-Verschlüsselung auch nur, wenn beide Teilnehmer sie nutzen. Verschlüsslung schützt nicht nur die Privatsphäre, sondern setzt auch ein Zeichen des zivilen Ungehorsams gegen Datenschnüffelei.

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oranerd 23. Sep 2014

Über kaum eine Frage wird beim Thema Verschlüsselung leidenschaftlicher gestritten, als...

Ass Bestos 03. Aug 2013

du hast es auf den punkt gebracht!

Kasabian 23. Jul 2013

vielleicht weil die Hoffnung da beim Chef mitspielt ;) Persönlich finde ich solche...

hb 20. Jul 2013

Unsinn. De-Mail druckt nichts aus und schickts mit der Post.



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