Mit Open-Source-Software sicher surfen

Richtig zu verschlüsseln hilft also dagegen, die Inhalte von E-Mails oder Chatprogrammen zu verschleiern, sofern sie dafür ausgerüstet sind. Verschlüsselte Inhalte verhindern aber nicht, dass Metadaten gesammelt werden können. Denn selbst, wenn der Inhalt einer E-Mail nicht zu lesen ist - die Daten darüber, woher sie kommt und an wen sie geht, lassen sich nicht verschlüsseln. Hier helfen auch Werkzeuge wie Tor nicht, denn damit werden nur Verbindungen im Browser verschleiert. Zu den E-Mail-Clients, die verschlüsselte E-Mails unterstützen, gehört unter anderem Mozillas Thunderbird mit seiner Enigmail-Erweiterung, das es sowohl für Windows als auch für Linux und Mac OS X gibt. Für die E-Mail-Anwendung unter Mac OS X ist außerdem das OpenPGP-Addon GPGMail verfügbar. Für die Verschlüsselung von E-Mails und Dokumenten in Microsoft Outlook lässt sich Gpg4win nutzen.

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Um die Profilbildung zu erschweren, sollten Anwender möglichst viele Pseudonyme und E-Mail-Adressen einrichten und verwenden. Sie sollten generell so viele Identitäten im Internet nutzen wie möglich, schreibt auch Thilo Weichert vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein. Anonym suchen lässt sich beispielsweise über Duckduckgo und Startpage.

Alternative E-Mail-Provider

Steht der E-Mail-Provider unter Verdacht, Daten an Dritte weiterzugeben, gibt es Alternativen. Über den populären kanadischen Provider für sicheren E-Mail-Verkehr, Hushmail, gibt es inzwischen Meldungen, dass er ebenfalls mit den US-Behörden kooperiert, wie Wired berichtet. Eine Alternative sind beispielsweise die von der Organisation Autistici/Inventati zur Verfügung gestellten Dienste, darunter auch ein E-Mail-Service. Dieser Service wird in Italien von einer Gruppe von Aktivisten organisiert, die sich gegen Zensur und für die Privatsphäre von Individuen im Internet einsetzt.

Neben E-Mails bietet Autistici/Inventati auch eine sichere Kommunikation über einen eigenen IRC. Dafür empfiehlt die Aktivistenorganisation beispielsweise die Anwendung X-Chat, die es für Windows und Linux gibt. X-Chat ermöglichte verschlüsselte Kommunikation per SSL und lässt sich auch mit Tor nutzen. Die Aktivistengruppe weist darauf hin, dass eine SSL-Verbindung über Jabber standardmäßig verwendet wird. Mit entsprechenden OTR-Plugins beispielsweise für das Chatprogramm Pidgin lassen sich auch eigene Schlüssel verwenden. Allerdings sollten Anwender sich vor der Nutzung eines Chatprogramms über mögliche Sicherheitslücken informieren. Auch Pidgin hatte in der Vergangenheit mit solchen Fehlern zu kämpfen. Außerdem werden Pidgin-Passwörter im Klartext auf dem Rechner gespeichert. Für Mac OS X gibt es das Programm Adium.

Chatalternativen bei Prism Break

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Als Alternative zu Skype empfiehlt die Webseite Prism Break noch Jitsi, das Text- und Video-Chats über SIP und Jabber anbiete. Eine weitere Möglichkeit sei Mumble, das sich an Teamspeak und Ventrilo orientiere.

Die Betreiber der Prism-Break-Webseite raten ohnehin eher dazu, für einige Dienste einen eigenen Server zu betrieben, was nicht immer einfach ist. Die erste Hürde ist die Erreichbarkeit nach außen bei einer ständig wechselnden IP-Adresse. Dafür gibt es zwar Dienste, die dynamisches DNS anbieten, allerdings ist eine solche Lösung mit Problemen behaftet, es können beispielsweise Timeout-Fehler auftreten.

Eigener Server für eigene Dienste

Wer einen solchen Dienst nutzt, kann etwa einen eigenen SIP-Server aufsetzen oder auf alternative Cloud-Speicherlösungen wie Owncloud oder Seafile zurückgreifen, die Google Drive oder Microsoft Skydrive ersetzen können. Als Alternativen zu Google Docs und Microsofts-Office-Webapps, die jeweils den firmeneigenen Cloud-Speicher voraussetzen, zählt Prism Break unter anderem Etherpad und Ethercalc auf, die auf eigenen Server gehostet werden müssen.

Entsprechende Blogsoftware und Fotodienste gibt es auch. Die Organisation Autistici/Inventati bietet unter Noblogs.org eine entsprechende Plattform ebenso an wie GNU Mediagoblin. Wordpress oder andere Blogsoftware lässt sich auch auf dem eigenen Server betreiben. Für die Online-Darbietung von persönlichen Fotos auf eigenen Servern gibt es Piwigo oder Zenphoto als Alternativen zu Picasa, Instagram, Tumblr oder Youtube.

Bei der Onlinebezahlung wird es deutlich schwieriger, ohne Paypal, Google Wallet oder gar Kreditkarten auszukommen. Prism Break setzt hier auf Bitcoin und weitere digitale Crypto-Währungen, die allerdings mangels Verbreitung kaum zu empfehlen sind.

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oranerd 23. Sep 2014

Über kaum eine Frage wird beim Thema Verschlüsselung leidenschaftlicher gestritten, als...

Ass Bestos 03. Aug 2013

du hast es auf den punkt gebracht!

Kasabian 23. Jul 2013

vielleicht weil die Hoffnung da beim Chef mitspielt ;) Persönlich finde ich solche...

hb 20. Jul 2013

Unsinn. De-Mail druckt nichts aus und schickts mit der Post.



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