Abo
  • Services:
Anzeige
Verschlüsselung kann gegen die Datenschnüffelei durch Geheimdienste helfen.
Verschlüsselung kann gegen die Datenschnüffelei durch Geheimdienste helfen. (Bild: SERGEI SUPINSKY/AFP/Getty Images)

Wenn verschlüsseln, dann richtig

Anzeige

Also hat der Effekt des Verschlüsselns gewisse Grenzen. Dabei gibt es aber auch einiges zu beachten. Genau diese Hürden wollen die Cryptoparty-Macher abbauen. Je mehr nicht versierte Anwender über Verschlüsselung wissen, desto mehr kann sie sich verbreiten. Unter "nicht versierten Anwendern" verstünden Cryptoparty-Macher auch Journalisten, die beispielsweise mit Aktivisten in Kontakt stehen, so das Konzept.

Zunächst gilt es aber, die richtige Software zu verwenden. Sie sollte Open Source sein, denn dann lässt sich immerhin überprüfen, ob nicht versteckte Funktionen eine Hintertür in der Software bereitstellen. Allerdings muss die Software auch wirklich sicher sein. Das Beispiel von Cryptocat zeigt, wie auch vermeintlich sichere Open-Source-Software durch Programmierfehler fast unbrauchbar wird und möglicherweise Menschen in Gefahr bringt.

Aktuelle Verschüsselungstechniken nutzen

Gute Verschlüsselung setzt einige Faktoren voraus. Der wichtigste: Sie sollte aktuell sein. Ältere Verschlüsselungstechniken wie RSA 1024 sind längst mit genügend Rechenleistung zu knacken. Dennoch wird RSA 1024 weiterhin vielfach eingesetzt, ob gewollt oder ungewollt.

Manche Programme setzen noch heute auf RSA-Schlüssel mit einer Länge von 1024 Bit. Das ist gefährlich, denn Fachleute gehen schon lange davon aus, dass derartige Schlüssel sich mit Spezialhardware, die einige Millionen Euro kostet, entschlüsseln lassen. Sicherheitshalber sollte man daher bei Verfahren wie RSA, DSA oder ElGamal auf Schlüssel mit einer Länge von 2048 oder 4096 Bit setzen.

Elliptische Kurven für mehr Sicherheit

Inzwischen nutzen einige Programme nicht mehr auf klassische Public-Key-Verfahren wie RSA, sondern auf Verfahren wie ECDSA, die auf sogenannten elliptischen Kurven basieren. Hierbei gelten auch deutlich kürzere Schlüssel ab circa 120 Bit bereits als sicher.

Bei den symmetrischen Verfahren ist der Advanced Encryption Standard (AES) heute das Maß der Dinge. Der 2001 verabschiedete Standard gilt nach wie vor als sehr sicher. Problematisch sind einige ältere Verfahren wie RC4 und auf keinen Fall sollte man heute noch den alten Data Encryption Standard (DES) einsetzen. Als mögliche moderne Alternative zur symmetrischen Verschlüsselung wurde zuletzt das Verfahren Salsa20 von vielen Kryptografen gelobt. Der Vorteil: Salsa20 ist sehr schnell und gilt trotzdem als sehr sicher.

Wem vertraue ich?

Ein weitere Frage, die oft auftaucht: Wie tausche ich Schlüssel und wie überprüfe ich die Echtheit des öffentlichen Schlüssels meines Kommunikationspartners? Ein gängiges Verfahren ist die Überprüfung des Fingerprints - einer Buchstaben-Zahlen-Folge, die jedem Schlüssel zugewiesen ist und die sich etwa am Telefon überprüfen lässt. Andere Verfahren setzen auf zentralisierte Zertifizierungsstellen. Das ist etwa bei HTTPS der Fall, doch dabei muss man der Zertifizierungsstelle vertrauen - und es gab in der Vergangenheit genügend Beispiele dafür, dass diese sich als wenig vertrauenswürdig erwiesen haben.

Eine weitere Alternative ist ein sogenanntes Web of Trust. Dabei unterschreiben Schlüsselinhaber die Schlüssel von Personen, deren Identität sie überprüft haben. Über Umwege kann man so die Echtheit eines Schlüssels von anderen überprüfen. Das Web of Trust ist ein sehr ausgefeiltes Konzept, es hat aber auch einige Nachteile. Der größte: Es ist für unbedarfte Anwender oft schwer verständlich, wie ein Web of Trust funktioniert.

Auch aus Datenschutzgründen ist ein Web of Trust nicht optimal. Die Schlüsselunterschriften, die öffentlich verfügbar sein müssen, lassen Rückschlüsse auf die Kontakte der Personen zu.

Generell gilt jedoch: Die Überprüfung der Schlüsselechtheit wird oft überschätzt, Angriffe auf die Schlüsselinfrastruktur erfordern vom Angreifer einen hohen Aufwand und fast vollständige Kontrolle über die Kommunikationsinfrastruktur. Sie kommen in der Praxis selten vor. Es ist daher immer besser, mit einem nicht überprüften Schlüssel zu kommunizieren als gänzlich auf Verschlüsselung zu verzichten.

 Datenschutz: Verschlüsselt gegen GeheimdiensteMit Open-Source-Software sicher surfen 

eye home zur Startseite
oranerd 23. Sep 2014

Über kaum eine Frage wird beim Thema Verschlüsselung leidenschaftlicher gestritten, als...

Ass Bestos 03. Aug 2013

du hast es auf den punkt gebracht!

Kasabian 23. Jul 2013

vielleicht weil die Hoffnung da beim Chef mitspielt ;) Persönlich finde ich solche...

hb 20. Jul 2013

Unsinn. De-Mail druckt nichts aus und schickts mit der Post.

Nolan ra Sinjaria 15. Jul 2013

vermutlich weil sie die Grundfunktion (Emailempfang, - versand, -verwaltung) als...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Stadt Regensburg, Regensburg
  2. ING-DiBa AG, Nürnberg
  3. engram GmbH, Bremen
  4. Kermi GmbH, Plattling


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate
  2. ab 799,90€
  3. 699€

Folgen Sie uns
       


  1. Breitbandausbau

    Oettinger bedauert Privatisierung der Telekom

  2. Elektroauto

    Tesla Model S brennt auf österreichischer Autobahn aus

  3. Ubuntu 17.10 im Test

    Unity ist tot, lange lebe Unity!

  4. Asus Rog GL503 und GL703

    Auf 15 und 17 Zoll für vergleichsweise wenig Geld spielen

  5. Swisscom

    Einsatz von NG.fast bringt bis zu 5 GBit/s

  6. Bixby 2.0

    Samsung will Sprachassistenten auf viel mehr Geräte bringen

  7. FAA

    CNN-Drohne darf über Menschen fliegen

  8. Nintendo Switch

    Firmware 4.0 bietet Videoaufnahmen mit Einschränkungen

  9. UE Blast und Megablast

    Alexa-Lautsprecher sind wasserfest und haben einen Akku

  10. TPCast im Hands on

    Überzeugende drahtlose Virtuelle Realität



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
APFS in High Sierra 10.13 im Test: Apple hat die MacOS-Dateisystem-Werkzeuge vergessen
APFS in High Sierra 10.13 im Test
Apple hat die MacOS-Dateisystem-Werkzeuge vergessen
  1. MacOS 10.13 Apple gibt High Sierra frei
  2. MacOS 10.13 High Sierra Wer eine SSD hat, muss auf APFS umstellen

Elex im Test: Schroffe Schale und postapokalyptischer Kern
Elex im Test
Schroffe Schale und postapokalyptischer Kern

Indiegames-Rundschau: Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
Indiegames-Rundschau
Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
  1. Verlag IGN übernimmt Indiegames-Anbieter Humble Bundle
  2. Indiegames-Rundschau Cyberpunk, Knetmännchen und Kampfsportkünstler
  3. Indiegames-Rundschau Fantasysport, Burgbelagerungen und ein amorpher Blob

  1. Re: Ich als Hobbyfotograf..

    ut. | 14:45

  2. Re: 50MBps

    bombinho | 14:44

  3. Optimierungsproblem

    flogol | 14:43

  4. Re: und die nächste Nebelkerze ...

    ansi4713 | 14:40

  5. Re: das einzige was zählt

    bazoom | 14:40


  1. 13:49

  2. 12:25

  3. 12:00

  4. 11:56

  5. 11:38

  6. 10:40

  7. 10:23

  8. 10:09


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel