Abo
  • IT-Karriere:

Abhören: Auf der Lauer nach der kleinen Wanze

Wie schwierig ist es, einen Raum zu verwanzen und jemanden abzuhören? Zwei argentinische Hacker haben es getestet - und einen billigen Wanzendetektor entwickelt.

Artikel von Patrick Beuth/Zeit Online veröffentlicht am
Banksy-Kunstwerk in Cheltenham, England
Banksy-Kunstwerk in Cheltenham, England (Bild: Matt Cardy/Getty Images)

In Filmen ist es immer so einfach: Telefonhörer aufschrauben, Wanze drin verstecken, Telefonhörer zuschrauben - fertig ist der Lauschangriff. In der Realität ist das sehr viel schwieriger, das wissen Veronica Valeros und Sebastián García. Und zwar nicht nur, weil niemand mehr Telefonhörer benutzt, die man in wenigen Sekunden auf- und wieder zuschrauben kann.

Inhalt:
  1. Abhören: Auf der Lauer nach der kleinen Wanze
  2. Kommerzieller Abhörschutz ist teuer

Die beiden argentinischen Hacker haben das Verwanzen unter Alltagsbedingungen getestet. Auf dem 34. Chaos Communication Congress (34C3) in Leipzig stellen sie am heutigen Donnerstag ihre Erkenntnisse vor - und ein selbst entwickeltes Werkzeug, mit dem man einen Raum nach versteckten Wanzen absuchen kann.

Fünf verschiedene batteriebetriebene Geräte haben sie ausprobiert: drei Mikrofone, einen Babymonitor und eine GSM-Wanze. Sie kosten auf Amazon, Ebay oder weniger bekannten, chinesischen Websites zwischen zehn und 65 Dollar und haben Namen wie Ear-1 und Microspy. Die meisten haben eine Reichweite von 500 bis 800 Metern, nur die GSM-Wanze lässt sich praktisch von überall auf der Welt ansteuern, denn sie sendet, wie die Bezeichnung verrät, wie ein Handy auf einer Mobilfunkfrequenz.

Abhören in Echtzeit ist schwierig

In den Experimenten von Valeros und García spielte einer von beiden das Opfer, der andere den Täter. Das Opfer betrat einen zuvor gemeinsam ausgesuchten Raum, sprach ebenfalls zuvor vereinbarte Passwörter und suchte dabei mit dem selbst entwickelten Tool namens Salamandra die Wanze(n), die der Täter zuvor innerhalb von maximal zehn Minuten im Raum versteckt hatte - oder eben nicht.

Stellenmarkt
  1. Dataport, verschiedene Standorte
  2. moBiel GmbH, Bielefeld

Die wichtigste Erkenntnis von Valeros und García lautet: Abhören ist verdammt schwierig, vor allem in Echtzeit. Zum einen sind die getesteten Geräte zwischen dreieinhalb und knapp acht Zentimeter lang, die FM-Mikrofone haben außerdem lange Antennenkabel. Entsprechend sorgfältig müssen die Wanzen versteckt werden. Valeros und García wählten zum Beispiel die Unterseite einer Tischplatte.

Zum anderen sind "die Mikrofone superempfindlich", sagt García, "deshalb wird jedes noch so winzige Geräusch extrem verstärkt. Ist das Opfer zu nahe am Mikrofon, sorgen manchmal schon die Geräusche seiner Bewegungen dafür, dass der Täter wichtige Wörter verpasst".

Recht erfolgversprechend sind Abhörversuche hingegen, wenn der Täter Zeit für die Nachbearbeitung der Aufnahme und eine dafür geeignete Software hat. Dann kann er Störgeräusche herausfiltern. "Wir haben festgestellt, dass nicht einmal Musik im Raum ausreicht, um gesprochene Wörter unverständlich zu machen", sagt García.

Kommerzieller Abhörschutz ist teuer 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

matzems 30. Dez 2017

Richtig und dank SeLinux hat die NSA Zugriff auf jedes Android Telefon der Welt...

Vögelchen 30. Dez 2017

Erst einmal die Problematik der Grenzfrequenzen: Elonics E4000 - 52 - 2200 MHz mit...

horotab 30. Dez 2017

Oder einfach den Rauchmelder austauschen, der hat ja jetzt bereits eine Funkverbindung...

bonum 28. Dez 2017

...denn ihre behauptungen bsind mangelhaft und von techn. unkenntniss geprägt...

Sharra 28. Dez 2017

Also Grundlagen: Überwachungsgeräte platziert man dort, wo sie wirklich keiner vermutet...


Folgen Sie uns
       


Samsungs Monitor The Space - Test

Der Space-Monitor von Samsung ist ungewöhnlich: Er wird mit einer Schraubzwinge an die Tischkante geklemmt. Das spart tatsächlich viel Platz. Mit 32 Zoll Diagonale und 4K-Auflösung ist auch genug Platz für die tägliche Arbeit vorhanden.

Samsungs Monitor The Space - Test Video aufrufen
Hyundai Kona Elektro: Der Ausdauerläufer
Hyundai Kona Elektro
Der Ausdauerläufer

Der Hyundai Kona Elektro begeistert mit Energieeffizienz, Genauigkeit bei der Reichweitenberechnung und umfangreicher technischer Ausstattung. Nur in Sachen Emotionalität und Temperament könnte er etwas nachlegen.
Ein Praxistest von Dirk Kunde

  1. ACM City Miniauto soll als Kleintransporter und Mietwagen Furore machen
  2. Startup Rivian plant elektrochromes Glasdach für seine Elektro-SUVs
  3. Elektroautos Mehr als 7.000 neue Ladepunkte in einem Jahr

Probefahrt mit Mercedes EQC: Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit
Probefahrt mit Mercedes EQC
Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit

Mit dem EQC bietet nun auch Mercedes ein vollelektrisch angetriebenes SUV an. Golem.de hat auf einer Probefahrt getestet, ob das Elektroauto mit Audis E-Tron mithalten kann.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. Freightliner eCascadia Daimler bringt Elektro-Lkw mit 400 km Reichweite
  2. Mercedes-Sicherheitsstudie Mit der Lichtdusche gegen den Sekundenschlaf
  3. Elektro-SUV Produktion des Mercedes-Benz EQC beginnt

Schienenverkehr: Die Bahn hat wieder eine Vision
Schienenverkehr
Die Bahn hat wieder eine Vision

Alle halbe Stunde von einer Stadt in die andere, keine langen Umsteigezeiten zur Regionalbahn mehr: Das verspricht der Deutschlandtakt der Deutschen Bahn. Zu schön, um wahr zu werden?
Eine Analyse von Caspar Schwietering

  1. DB Navigator Deutsche Bahn lädt iOS-Nutzer in Betaphase ein
  2. One Fiber EWE will Bahn mit bundesweitem Glasfasernetz ausstatten
  3. VVS S-Bahn-Netz der Region Stuttgart bietet vollständig WLAN

    •  /