Abhängigkeit verringert: Ukraine benötigt bei Drohnen weniger chinesische Teile
Drohnen sind zu einem zentralen Bestandteil des Krieges in der Ukraine geworden. Zu Hunderttausenden setzt das Land sie bei der Verteidigung gegen Russland ein, umso schwerwiegender wäre ein Versiegen des Nachschubs.
Sorgen bereitet hier insbesondere die große Abhängigkeit von der Volksrepublik China. Die Fertigung erfolgt zwar hauptsächlich in der Ukraine, die Komponenten kommen aber noch immer zu großen Teilen aus China.
Wie die New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , haben allerdings einige Hersteller diese Abhängigkeit mittlerweile beseitigt. Antennen, Rahmen und Steuerung fertigen sie mittlerweile selber, anstatt sie lediglich zu montieren. Kameras sollen künftig aus der EU kommen. Vollkommen unabhängig von China sind die Hersteller damit allerdings nicht.
Die Abhängigkeit verschiebt sich, denn Komponenten wie Akkus, Carbon für die Rahmen oder auch Magneten für die Motoren sind aus anderen Ländern entweder gar nicht, schwer oder nur zu höheren Kosten erhältlich. Insbesondere die Kosten spielen angesichts der hohen Verluste an Drohnen eine Rolle, weshalb chinesische Komponenten weiter breit verbaut werden. Gemessen am Importwert kamen laut einer Analyse(öffnet im neuen Fenster) im ersten Halbjahr 2025 38 Prozent der Komponenten aus China, rund 60 Prozent aus der EU.
Chinesische Unternehmen beliefern beide Seiten
Laut Pavlo Palisa, einem Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, geht es in erster Linie darum, die Bezugsquellen zu diversifizieren. Das reduziere die Möglichkeiten der chinesischen Regierung, den Handlungsspielraum der Ukraine durch Exportverbote einzuschränken.
Einige Teile kann das Land dem Bericht zufolge seit Längerem nur über Mittelsmänner beziehen. Russland, das für den Bau seiner Drohnen ebenfalls Teile chinesischer Hersteller nutzt, unterliegt zwar auf dem Papier den gleichen Beschränkungen. In der Praxis soll das Land die mit Exportverboten belegten Komponenten aber weiter erhalten.
Drohnen ohne chinesische Komponenten zu bauen, könne sich für ukrainische Unternehmen aber auch auf andere Weise auszahlen, so die New York Times: So seien zwei der Hersteller, die diesen Weg gehen, vom US-Verteidigungsministerium als Kandidaten für die Lieferung von Drohnen ausgewählt worden.
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