Abhängigkeit: Neues Seekabel von Google für Nigeria

Nigerias Regierung befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem Google-Mutterkonzern Alphabet über ein weiteres Glasfaserseekabel. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf den Chief Executive Officer der National Information Technology Development Agency (NITDA), Kashifu Inuwa.
Inuwa bezeichnete Nigerias starke Abhängigkeit von Seekabeln mit ähnlichen Verläufen als "Single Point of Failure" und erklärte, dass Störungen entlang dieser Routen die Anbindung des Landes und der Kontinentes massiv beeinträchtigen könnten.
Man bemühe sich, die bestehenden Verbindungen zwischen Nigeria und Europa durch neue Kapazitäten und alternative Routen zu erweitern, um die Ausfallsicherheit zu verbessern, sagte Inuwa weiter. Ein Google-Sprecher bestätigte Bloomberg, dass die Gespräche mit Nigeria weit fortgeschritten seien, machte jedoch keine weiteren Angaben.
Die großen Content und Application Provider (CAPs) Google, Meta, Amazon und Microsoft haben in den vergangenen Jahren stark in eigene Telco-Infrastruktur investiert, meist in Form von Seekabeln und Rechenzentren.
In Nigeria kam es in den vergangenen Jahren zu mehreren Internetausfällen wegen Beschädigungen an Seekabeln, darunter das West Africa Cable System (Wacs), Africa Coast to Europe (Ace), Main One und Sat3. Im März vergangenen Jahres waren mehrere Unternehmen deshalb tagelang lahmgelegt.
Alle Seekabel führen nach Lagos
Nigeria ist bereits ein wichtiger Landepunkt für Seekabel mit acht große Systemen Main One, Sat3/Wacs, Glo-2, Ace, Wacs, Googles Equiano , Metas 2Africa und NCSCS (Nigeria Cameroon Submarine Cable System), die in Lagos und im Bundesstaat Akwa Ibom anlanden.
Google kündigte Anfang des Jahres an, vier neue Seekabel-Konnektivitätszentren im Norden, Süden, Osten und Westen Afrikas zu errichten.
Im Februar 2024 landete Main One das 2Africa-Kabel in Akwa Ibom an Land – das erste und einzige Seekabelsystem in Nigeria außerhalb von Lagos. Neben den Anlandestationen wurden in Lagos auch große Rechenzentren errichtet.



