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Abgesagte Fantasy- und Sci-Fi-Filme: Das hätten wir wirklich gern gesehen!

Salvador Dalí in Dune, Kirk auf der Starfleet Academy, ein Superman von Tim Burton: Kenner wissen, diese Filme gab es nie. Schade, denn manch einer wäre sicher großartig geworden.
/ Peter Osteried
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Eines der Plakatmotive für die Dune-Verfilmung von Alejandro Jodorowsky (Bild: Snowfort Pictures)
Eines der Plakatmotive für die Dune-Verfilmung von Alejandro Jodorowsky Bild: Snowfort Pictures

Mit der Aufzählung von Filmen, die in der Entwicklungshölle festsitzen oder gleich ganz eingestampft wurden, könnte man ganze Bücher füllen. Allein die nicht verwirklichten Projekte von Guillermo del Toro sind immens. Aber ein paar besonders interessante Beispiele für Filme, die hätten sein können, haben wir hier zusammengestellt.

A Trip to Mars

Eine der für den phantastischen Film fruchtbarsten Perioden aller Zeiten waren die 30er Jahre – ein Jahrzehnt, das von den bahnbrechenden Produktionen der Universal Studios geprägt war. Das phantastische Genre selbst wurde signifikant von James Whale(öffnet im neuen Fenster) bestimmt, der mit Frankenstein und Der Unsichtbare zwei der wichtigsten Klassiker jener Ära vorlegte.

Durch seine erfolgreichen Arbeiten gehörte er bei Universal zu den geschätzten Regisseuren. Er schien der ideale Mann für ein Projekt zu sein, das Carl Laemmle Jr., verantwortlich für die Produktionsseite des Studios, 1932 begann. Ausgang war eine 27-seitige Story von Harry Hoyt, der einst für First National Pictures The Lost World inszeniert hatte. Mittlerweile war er bei Universal angekommen und machte sich Hoffnungen, für A Trip to Mars das Drehbuch zu schreiben und vielleicht auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.

Die Chance dazu sollte er jedoch nicht bekommen, da ein so prestigeträchtiges und aufwendiges Projekt bei Whale in besseren Händen war. Immerhin hatte man es mit einer gigantischen Geschichte zu tun, in der seltsame halbmechanische Kreaturen gegen halbwegs intelligente Rieseninsekten kämpften – und dazwischen gefangen waren einige Menschen.

Im Verlauf der Vorproduktion wurden verschiedene Treatments entwickelt und ein Drehbuch angefertigt. 1933 erwies sich Whales Der Unsichtbare als großer Triumph, und so kündigte Universal als nächstes Projekt des Regisseurs entweder A Trip to Mars oder eine Fortsetzung zu Frankenstein an.

Man entschied sich schließlich für A Trip to Mars, da der Film geeigneter war, dem phänomenalen Unsichtbaren zu folgen. Das Drehbuch war gegen Ende 1933 fast fertiggestellt, wobei Whale einige humorige Szenen einfügte. Eine der Änderungen betraf beispielsweise einen Terrier, der auf dem Mars ungewöhnlich intelligent wird und sprechen lernt. Kurz vor seinem Tod darf er noch einen letzten kernigen Spruch ablassen.

Danach verließ Whale das Land für zwei Monate. Als er zurückkehrte, befand sich A Trip to Mars noch immer in Produktion, aber da die Stop-Motion-Effekte, die man für die Roboter- und Insektenwesen benutzen wollte, eine sehr lange Vorbereitungszeit erforderten, entschied man bei Universal, dass sich Whale noch eines anderen Films annehmen sollte. Das tat er, aber der Trip zum Mars wurde nie umgesetzt.

Jodorowskys Dune

David Lynch und Denis Villeneuve drehten ihre Dune-Versionen, aber beinahe hätte es einen anderen, weit kühneren Film gegeben, der sich der Geschichte angenommen hätte: Alejandro Jodorowskys Dune. Wie nahe man daran kam, diesen Film zu sehen, beleuchtet die Dokumentation Jodorowsky's Dune(öffnet im neuen Fenster) .

Mitte der 70er Jahre sollte der Film entstehen, es kam fast bis zum Drehstart, aber dann implodierte alles. Jodorowsky war eine ungewöhnliche Wahl für den Regieposten, sind seine Werke wie El Topo oder Holy Mountain doch alles andere als Massenware.

Das war bei der Finanzierung auch eines der Probleme, denn angesichts eines Budgets von 9,5 Millionen US-Dollar wurde auch ein US-Studio benötigt, das einsteigen sollte. Man wandte sich – ungewöhnlicher ging es wohl kaum – an Disney, wo man durchaus Interesse hatte, aber an Jodorowsky zweifelte und zumindest einen zweiten Regisseur an Bord haben wollte. Daran scheiterte das Projekt letztlich.

Was hätte sein können, klingt faszinierend: Jodorowsky verpflichtete Salvador Dalí für die Rolle des Kaisers, wollte die Musik von Pink Floyd gestalten lassen und spürte Orson Welles in einem seiner Lieblingsrestaurants auf, um ihm eine Rolle anzubieten. Für die Konzeptzeichnungen holte man HR Giger und Moebius, während Dan O'Bannon an den Effekten tüftelte. Sie alle waren später an Alien beteiligt.

Jodorowsky hätte sich weit von der Vorlage entfernt, er wollte ein Werk erschaffen, das den Zuschauer spüren lässt, wie sich ein Drogenrausch anfühlt, ohne Drogen nehmen zu müssen. Das umfangreiche Drehbuch hätte einen Film von mehr als zehn Stunden ergeben – mit verstörenden Sequenzen, unter anderem einer Massendarmentleerung als Zeichen der Verachtung.

In der Dokumentation kommen zahlreiche Beteiligte zu Wort, Konzeptbilder werden gezeigt, Träume fabuliert. Man bekommt den Eindruck eines Meisterwerks, welches das Kino hätte revolutionieren können. Doch auch das macht einen nicht verwirklichten Film aus: Vor dem geistigen Auge kann er besser sein als alles, was letztendlich herausgekommen wäre.

Ein Hase im Krieg und ein Pinocchio von Coppola

Roger Rabbit 2

1988 war Falsches Spiel mit Roger Rabbit einer der erfolgreichsten Filme des Jahres. Der Steven-Spielberg-Produktion gelang es darüber hinaus, den Animationsfilm wiederzubeleben und zu neuen Höhen zu führen.

Roger wurde in den folgenden Jahren noch in ein paar Kurzfilmen eingesetzt, die als Vorfilme für Werke wie Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft genutzt wurden. Darüber hinaus wartete die weltweite Fangemeinde des quirligen Hasen jedoch weiterhin auf ein Sequel, an dessen Drehbuch zwar gearbeitet, dessen Verfilmung jedoch nie in Angriff genommen wurde.

Gab sich das Original wie eine Detektivgeschichte, so sollte die Fortsetzung ganz andere Töne anschlagen: Roger Rabbit zog in den Krieg.

Roger Rabbit 2: The Toon Platoon(öffnet im neuen Fenster) wäre ein Prequel gewesen. Die Geschichte spielt 1941. Der junge Roger Rabbit, der als Findelkind bei einer menschlichen Familie aufwächst, hält sich bis zu seinem 18. Geburtstag selbst für einen Menschen.

Nun jedoch weiß er, dass er ein Toon ist. Mit seinem menschlichen Bruder Richie sucht er nach seinem Vater und trifft auf Jessica. Diese versucht sich an einer Hollywoodkarriere, wird jedoch von den Nazis entführt und gezwungen, Propaganda für das Dritte Reich zu machen. Roger und Richie entschließen sich, Jessica zu retten, auch wenn sie dafür tief in Feindesland vorstoßen müssen.

Das Ende hätte übrigens noch Roger Rabbits Vater enthüllt, der niemand anderes als Bugs Bunny ist. Der Hase, der Elmer Fudd und Daffy Duck des Öfteren zur Verzweiflung trieb, ist kein gar so toller Kerl, setzte er doch einfach sein Kind aus.

Das Drehbuch stammte von Nat Mauldin, der aus der Idee eine spritzige, aber auch bissige Kriegskomödie machte. Auch dies mag ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass Roger Rabbits zweiter filmischer Einsatz im Sande verlief – mutet es doch kühn an, eine Komödie mit toonischen Nazischergen zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs anzusiedeln.

Ein anderer, nicht zu unterschätzender Faktor für das Nichtzustandekommen dieses Films waren die verschiedenen Rechteinhaber von Roger Rabbit. Die Idee für den ersten Film entstand ursprünglich bei Disney, wo man bereits Anfang der 80er mit dem Konzept herumspielte; aber erst als Steven Spielberg involviert wurde, nahm die Produktion Fahrt auf.

Da die Rechte an den meisten der in diesem Film vorkommenden Toons bei Warner Bros. lagen, war es nur logisch, dass das Studio an dem Film beteiligt wurde und einen Teil von Roger Rabbit besitzt. In den Jahren nach dem Erfolg des Erstlings lag es wohl vor allem an den unterschiedlichen Auffassungen von Disney und Warner, die verschiedene Ansatzpunkte hatten, an den Hasen heranzugehen. Letztendlich kam es nicht zu einer Einigung. Der Verlierer ist nicht nur Roger Rabbit, sondern auch das Publikum.

Francis Ford Coppolas Pinocchio

Ein lebenslanges Lieblingsprojekt von Francis Ford Coppola war Pinocchio. Coppola, der als Junge Polio hatte und sich die viele Zeit, die er alleine verbrachte, mit Marionetten vertrieb, hegte schon immer ein besonderes Interesse für die kleine hölzerne Puppe, die so gerne ein Mensch wäre.

Der Regisseur brachte das Projekt zu Warner Bros., obwohl er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Konzern gemacht hatte. Da der oftmals am Rand der Pleite stehende Regisseur jedoch kaum eine andere Wahl hatte, versuchte er es erneut mit dem Studio, da sich ihm nur hier die Möglichkeit bot, sein Traumprojekt zu realisieren. Man verständigte sich auf einen Deal, der drei Filme enthalten sollte, darunter Pinocchio.

Coppola begann mit der Arbeit an Pinocchio, schrieb innerhalb von zwei Jahren verschiedene Drehbuchfassungen und ließ auch Storyboards und Designzeichnungen erstellen, die er zum Teil aus eigener Tasche bezahlte. In diesen zwei Jahren erkannte der Regisseur, dass er Pinocchio bei diesem Studio niemals würde verwirklichen können.

Darum brachte er seine Vorstellungen mit einem vollkommen neuen Skript zu Columbia, wo er den Film nach den guten Erfahrungen mit Bram Stoker's Dracula umsetzen wollte. Warner sah dies jedoch anders.

Dort war man der Meinung, die Rechte an einer Coppola-Version des Pinocchio-Stoffs zu haben, weswegen man vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkte, die es Columbia unmöglich machte, den Film in Angriff zu nehmen. Das Ergebnis war eine jahrelange Auseinandersetzung vor Gericht, bei der Coppola auf Schadenersatz klagte, da durch Warners Einmischung ein millionenschweres Geschäft mit Columbia geplatzt war. Warner klagte, da man das alleinige Recht an Pinocchio zu haben glaubte. Der Rechtsstreit zog sich über Jahre hin, bis er 2001 endlich beendet wurde.

Der große Verlierer dieser Auseinandersetzung war Coppola, der bei einer vorherigen Verhandlung noch 20 Millionen Dollar zugesprochen bekam. Da er jedoch mehr erwartete und Warner diese Zahlung als illegitim ansah, fochten beide Parteien eine weitere Runde vor Gericht aus. Im Ergebnis stand Coppola schließlich mit leeren Händen da. Er verlor sowohl die vorher gewonnenen 20 Millionen Dollar als auch sein Lieblingsprojekt.

Ein Spider-Man von Cameron, ein Superman von Burton

James Camerons Spider-Man

Die Produktionsfirma Carolco, die mit Terminator 2 groß abgesahnt hatte, wusste, dass James Cameron an Spider-Man(öffnet im neuen Fenster) interessiert war. Man kaufte nach dem Konkurs von 21st Century die Rechte auf und erwarb von Marvel eine Option, die bis Mai 1996 Zeit ließ, um mit der Produktion von Spider-Man zu beginnen.

Cameron, der Zeit seines Lebens ein Comicfan war und schon immer davon geträumt hatte, Spider-Man auf die Leinwand zu bringen, traf sich 1991 mit Stan Lee und tauschte erste Ideen aus. Lee, Schöpfer von Spider-Man und zahlreichen anderen Helden, war von Cameron schlichtweg begeistert.

Der Regisseur verfasste ein 57 Seiten umfassendes Treatment, das auch schon komplett entwickelte Szenen enthielt. Im August des Jahres 1993 war es fertig – und abermals gab es Lob von Stan Lee. Kein Wunder, hielt Cameron sich doch recht eng an die Entstehungsgeschichte von Spider-Man.

In Camerons Version wird der 17-jährige Peter Parker von einer Spinne gebissen und bemerkt nicht gleich, dass er ihre Kräfte erhalten hat. Als er eines Nachts träumt, eine Spinne zu sein, findet er sich beim Erwachen auf der Spitze eines Hochhauses wieder.

Cameron entwickelte auch die Idee von organischen Web-Shootern, die später Sam Raimi aufgriff und beibehielt. Nachdem Peter von der Spinne gebissen wurde, beginnt er als Spider-Man nicht mit seinen Abenteuern, sondern mit kleinen Kunststücken, um Geld zu verdienen. Erst als sein Onkel getötet wird, wird er zum maskierten Vigilanten.

Als Schurke hatte Cameron Carlton Strand auserkoren – Electro -, der mit seinen Kräften zum millionenschweren Tycoon aufgestiegen ist. Strand will Spider-Man rekrutieren, erhält jedoch eine Abfuhr, weswegen er es aussehen lässt, als wäre der Wandkrabbler für einen Mord verantwortlich. Erst am Ende, als Spider-Man sich Electro auf dem World Trade Center stellt, kann er seine Unschuld beweisen.

Cameron wollte in seine Geschichte gleich zwei Superschurken einbringen, da er mit dem Sandman noch einen Handlanger für Strand parat hatte. Was Peters Privatleben und damit seine Schwärmerei für Mary Jane Watson angeht, nahm er hier schon einiges vorweg, was später in Raimis Film passieren sollte.

1995 war Cameron sicher, dass Spider-Man sein nächstes Projekt sein würde, doch der Streit um die Rechte hielt weiter an. Nach einigen Flops hatte Carolco der Konkurs ereilt, weswegen die Rechte an verschiedenen Filmen, darunter Spider-Man, an MGM verkauft wurden.

Im nächsten Jahr, 1996, klagte Marvel Comics, um die Rechte an Spider-Man zurückzubekommen, da sie nun ein Vielfaches von dem wert waren, was die Firma Mitte der 80er Jahre bekommen hatte. Was folgte, war ein sich drei Jahre hinziehender Rechtsstreit, den Marvel gewann.

Wenig später handelte man mit Columbia Tristar einen neuen Deal aus. Zu jener Zeit hatte Cameron jedoch das Interesse an dem Projekt verloren, da er nur noch eigene Ideen und Projekte verwirklichen wollte. In Betracht gezogen wurden für den Regieposten Roland Emmerich und David Fincher, doch erst mit dem erklärten Comicfan Sam Raimi, der sich mit Darkman empfohlen hatte, fand sich der richtige Mann.

Superman Lives

Als Time Warner den Verlag DC Comics kaufte, musste man feststellen, dass die Filmrechte an Superman nicht mehr beim Verlag lagen. Darum machte man 1993 den Salkinds, den Rechteinhabern und Produzenten der ersten Superman-Filme, ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten.

Wenig später kündigte Warner Superman: The New Movie an, mit dem das Franchise auf die Leinwand zurückkehren sollte. Bei Warner, wo man mit den Batman-Filmen große Erfolge gefeiert hatte, hätte es aber wohl niemand für möglich gehalten, dass man über fünf Jahre hinweg mehrere Autoren verschleißen und mehr als 30 Millionen US-Dollar verjubeln würde, ohne einem fertigen Film auch nur nahezukommen.

Nachdem die Comicgeschichte um den Tod und die Wiederauferstehung von Superman weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, wollte man dieses Ereignis bei Warner zur Basis eines neuen Films machen. Batman-Produzent Jon Peters wurde angeheuert, um Superman das Fliegen beizubringen.

Jonathan Lemkin war der erste Autor, der sich am Stählernen versuchen sollte – mit wenig Erfolg. Die Geschichte um Supermans Lebenskraft, die nach seinem Tod auf Lois Lane überspringt, die daraufhin unbefleckt schwanger wird und einen Sohn zur Welt bringt, der innerhalb weniger Wochen zum neuen Mann aus Stahl wird, war – gelinde gesagt – hanebüchen.

Darum brachte man Gregory Proirier ins Spiel, der seine eigene Geschichte um Supermans Tod ersann und den Schurken Brainiac in die Gleichung aufnahm. Mit dem fertigen Skript ging man schließlich zu Kevin Smith, seines Zeichens Autor und Regisseur, vor allem jedoch Comicliebhaber. Er hasste das Drehbuch, was die Verantwortlichen bei Warner zum Nachdenken brachte. Wenn ein Comicfan nichts damit anfangen konnte, konnte es nichts taugen.

Darum heuerte man Smith an, um ein neues Drehbuch zu schreiben, wobei er einige Vorgaben erhielt, was in der Geschichte zu finden sein sollte, darunter Supermans Tod sowie Brainiac. Smith schrieb eine Geschichte, die von In-Jokes lebt, für Comicfans ein Quell der Freude ist und noch dazu einen Gastauftritt von Batman mit sich brachte. Lex Luthor und Brainiac fanden sich in den Schurkenrollen, abgerundet wurde das Ganze durch den Brainiac-Sidekick L-Ron und den aus den Comics bekannten Eradicator.

Nun kam Tim Burton ins Spiel: Er hatte mit Mars Attacks einen Flop gelandet und brauchte wieder einen Hit. Superman schien der ideale Stoff für ihn zu sein. Burton mochte Smiths Drehbuch nicht, weigerte sich gar, mit dem Autor überhaupt darüber zu sprechen, und brachte seinen eigenen Autor – Wesley Strick – zu dem Projekt.

Smith war raus und es begann alles von vorne. Zusammen mit Burton kam auch Nicolas Cage , der die Hauptrolle übernehmen wollte. Crux des Projekts war, dass Burton und Cage Pay-or-Play-Deals hatten, das heißt, sie erhielten ihre Gage von 5 beziehungsweise 20 Millionen US-Dollar, auch wenn der Film nicht zustande kam.

Strick begann wieder von vorne, brachte mit K, dem Geist von Krypton, eine Art Tinkerbell ein und sorgte dafür, dass Brainiac von Supermans Vater Jor-El erschaffen wurde. Zahlreiche Produktionszeichnungen und Skizzen wurden angefertigt, Leute angeheuert, doch das Projekt ging nicht voran. Und dann kam Batman und Robin, der für Warners Verhältnisse ein gewaltiger Flop war.

Plötzlich dachte man noch einmal darüber nach, ob man 120 bis 150 Millionen Dollar in einen Superman-Film pumpen sollte. Die Arbeiten am Drehbuch – mittlerweile hatte sich der Titel von Superman Lives zu Superman Reborn geändert – gingen weiter, bis man sich entschied, ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Das Projekt wurde auf Eis gelegt, Burton und Cage ausbezahlt.

Wie sich Kirk und Spock kennenlernten

Starfleet Academy

Eine der interessantesten Ideen zu Star Trek entstand 1984, als Harve Bennett und sein Kollege Ralph Winter Probleme damit hatten, William Shatner für den vierten Teil der Filmreihe zu verpflichten. Es ging um Geld, weswegen Winter mit einem Geistesblitz aufkam: Was wäre, wenn man die frühe Geschichte von Kirk und seinen Kameraden erzählen und zeigen würde, wie alles auf der Akademie der Sternenflotte begann?

Die Idee war gut, doch Shatner und das Studio einigten sich und so ging es mit einem "normalem" Star-Trek-Film weiter. Der Erfolg des vierten Teils machte einen fünften Film unumgänglich, wobei man angesichts der hohen Einspielergebnisse des Vorgängers nur zu gern bereit war, tief in die Tasche zu greifen. Gelohnt hat es sich jedoch nicht, da William Shatners Regiedebüt von einem großen Teil des Publikums einfach ignoriert wurde.

Danach war fraglich, ob man noch einen weiteren Film mit der alten Crew machen sollte, da die Kosten, das Ensemble vor der Kamera zu versammeln, horrend waren. Von Seiten Paramounts wollte man jedoch einen Film haben, der 1991 das 25. Jubiläum von Star Trek feiern sollte.

Harve Bennett hatte die perfekte Lösung: Der neueste Film sollte die Jugendabenteuer der Crew zeigen, wobei man lediglich ein oder zwei der alten Stars brauchte, um diese in einer kleinen Rahmenhandlung die eigentliche Geschichte einleiten zu lassen. Auf diese Art schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Der Film wäre wegen des neuen Casts günstig gewesen und hätte zugleich eine wichtige Geschichte der Star-Trek-Historie erzählt. Eigentlich hätte jeder zufrieden sein müssen – mit Ausnahme der alten Recken natürlich, denn die sahen ihre Felle wegschwimmen.

Walter Koenig und George Takei nutzten ihre Convention-Auftritte, um gegen den Film Stimmung zu machen, indem sie den falschen Eindruck erweckten, hier entstünde eine Star-Trek-Variante von Police Academy. Der Aufschrei der Fans, noch angestachelt von Gene Roddenberry, der dem Projekt ablehnend gegenüberstand (zumindest so lange, wie er nicht die neuen Schauspieler auswählen konnte), war gigantisch.

Walter Koenig legte Paramount zudem ein Treatment für die Geschichte eines sechsten Kinofilms vor, die gleichzeitig auch den großen Schwanengesang der alten Crew bedeuten sollte. Seine Geschichte trug den Titel In Flanders Fields und war im Grunde die Synthese der Academy-Idee und eines würdevollen Abtritts der alten Helden.

Koenig erzählte von einem gigantischen Krieg mit den Klingonen, dessentwegen die Sternenflotte ihr Personal einem Tauglichkeitscheck unterzieht, den die alte Crew mit Ausnahme von Spock nicht besteht. Die Enterprise wird mit einer neuen Crew – darunter auch Spock – an die Front geschickt, wo sie verschwindet.

Die Sternenflotte hat nun keine andere Wahl mehr, als Kirk und seine Brückenoffiziere ein letztes Mal zu versammeln und für die gute Sache kämpfen zu lassen. Sie finden heraus, dass die Crew der Enterprise von einer Spezies entführt wurde, die sich von Lebensenergie ernährt (und die, so Koenig, nicht aus Männern in Kostümen, sondern aus wahrlich bedrohlichen Kreaturen bestehen sollte).

Die alte Crew eilt natürlich zur Rettung, in deren Verlauf Kirk, Scotty, Sulu, Chekov und Uhura den Tod finden – nur Spock und McCoy überleben. Alles endet mit den beiden, die mitgenommen, aber aufrecht das Schlachtfeld verlassen, während Flashbacks zeigen, wie sie ihrer Freunde gedenken.

Während Star Trek VI: Das unentdeckte Land mit einer sehr positiven Note endete, wäre ein Ende, wie Koenig es beabsichtigte, natürlich weitaus dramatischer, wenngleich auch trauriger gewesen. Letzten Endes ist und bleibt die Story eine hervorragende Idee – ebenso wie die Geschichte der Starfleet Academy, in der Kirk, der in Iowa lebt, endlich erfährt, dass er an der Akademie angenommen wurde.

Dort trifft er auf Spock, den ersten Vulkanier, der dort ausgebildet wird. In diesen frühen Jahren der Föderation, in denen hauptsächlich Menschen bei der Sternenflotte sind, hätte Spock natürlich mit Ressentiments zu kämpfen gehabt, in Kirk jedoch einen Verbündeten gefunden – und das, obwohl beide im Grunde Rivalen sind.

Harve Bennett, der selbst das Drehbuch schreiben wollte, wollte in dieser Geschichte, in der Kirk und seine späteren Enterprise-Kameraden gemeinsam die Welt retten müssen, auch zeigen, warum Kirk sich nie wirklich verlieben konnte. Denn genau das hätte man hier auch zu sehen bekommen: Kirks erste große Liebe.

Die Handlung wäre davon eingerahmt gewesen, dass der alte Kirk am Grab der Liebe seines Lebens steht und mit Spock spricht. "Ich empfinde sehr tiefe Gefühle. Sie würden das nicht verstehen" , meint Kirk, während Spock kontert: "Ich mag keine Gefühle haben, doch ich habe Erinnerungen. Beamen Sie uns hoch, Scotty!"

Der Schrecken vom Amazonas

Eines der beliebtesten Sci-Fi-B-Pictures der 50er Jahre ist Jack Arnolds Der Schrecken vom Amazonas. Seinerzeit erlebte die tragische Gestalt des Gillman, des Kiemenmanns, noch zwei Fortsetzungen, doch seitdem war es ruhig um ihn geworden. Zu Beginn der 80er, als gerade die 3D-Welle herrschte, versuchten John Landis als Produzent und Jack Arnold als Regisseur, ein Remake in die Wege zu leiten, das ebenfalls in 3D erstrahlen sollte. Das Projekt, für das bereits ein Drehbuch von Nigel Kneale existierte, trug jedoch keine Früchte.

Fast zehn Jahre später machte Universal John Carpenter das Angebot, eines der alten Themen zu nehmen und ihm neuen Glanz zu verleihen. Seine Wahl fiel auf den Kiemenmann. Carpenter hatte damals große Ideen. Er wollte in seiner Geschichte viele unterschiedliche Elemente aufnehmen, etwa das Thema, dass der Kiemenmann das fehlende Glied zwischen Fisch und Mensch ist. Zudem spielte er mit dem Gedanken, zu zeigen, dass der Kiemenmann nur Teil eines ganzen Volkes ist, das verborgen in den Tiefen des Amazonas lebt.

Für das Neudesign der Kreatur heuerte er Rick Baker an, der die Auflage hatte, dass das kleine Biest, wie Arnold es liebevoll nannte, noch deutliche Ähnlichkeiten mit dem Original haben sollte, auch wenn man mit State-of-the-Art-Effekten hantierte.

Für eine der interessanteren Nebenrollen fasste Carpenter John Agar ins Auge, der schon bei Die Rache des Ungeheuers, der ersten Fortsetzung 1955, mit dabei war. Wie so oft bei den Projekten von John Carpenter – und auch fast schon symptomatisch in Bezug auf den Schrecken vom Amazonas – zerschlug sich auch dieses Projekt wieder. Denn es gab im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte weitere Versuche(öffnet im neuen Fenster) , das Remake zu machen. Einer der letzten kam von Breck Eisner und ging ebenfalls den Weg alles Irdischen.

Die Abenteuer von Fartman

Warhead

James Bond gehörte keineswegs ganz und gar MGM/UA, sondern Teile davon auch einem anderen: Kevin McClory. Dieser hatte von 1959 bis 1961 mit Ian Fleming gemeinsam an einem Drehbuch zu Feuerball gearbeitet. Beide wollten versuchen, einen Film aus dem Boden zu stampfen, hatten jedoch kein Glück.

Darum verwendete Fleming die Geschichte und machte aus ihr einen Roman, ohne McClory dem ihm gebührenden Credit zu gewähren. Als die Filmserie schließlich lief, meldete sich McClory wieder zu Wort. Er hatte geklagt und einen Teil der Rechte an Bond erhalten.

Als es schließlich zur Verfilmung von Feuerball kam, war McClory einer der Ko-Produzenten, doch nach diesem Film gingen er und Cubby R. Broccoli, der Bond produzierte, wieder getrennte Wege. McClory durfte zehn Jahre kein Remake des Films machen, aber dafür hatte er die Rechte an einigen Bond-Elementen, die seitdem auch nicht mehr (oder nur sehr eingeschränkt) in der "echten" Serie auftauchten. Ein Beispiel wäre der Aston Martin, ein gewichtigeres die Terrororganisation Spectre.

Mitte der 70er machte sich McClory daran, einen neuen Bond-Film aus der Taufe zu heben. Warhead (auch Warhead 2000(öffnet im neuen Fenster) ) sollte das neue Werk heißen und Sean Connery stand damit in Verbindung. Der einzig wahre Bond sollte das Drehbuch schreiben. Darin ging es um Spectre: Die Terroristen lassen im Bermuda-Dreieck Flugzeuge verschwinden und planen einen Angriff auf die Vereinten Nationen, indem sie, durch die Kanalisation kommend, die Wall Street und mit ihr den Finanzmarkt vernichten.

Die Geschichte hatte nur noch wenig mit dem originalen Feuerball zu tun, weswegen United Artists die Gelegenheit sah, rechtlichen Druck auf McClory auszuüben. Der verlor einige seiner Investoren, gab jedoch nicht auf. Zusammen mit Sean Connery, der mittlerweile bereit war, noch einmal Bond zu spielen, wurde 1983 Sag niemals nie entwickelt, wobei dieser Film nicht mehr als ein aufgemotztes Remake des Originals war. Später verkaufte McClory seine Rechte an Sony, schließlich wanderten sie weiter zu MGM, so dass Bond nun wieder in einer Hand ist.

The Adventures of Fartman

Weit skurriler, als die meisten Comichelden es je sein könnte, ist der Superheld Fartman, der – um es mit den Worten von William Wallace zu sagen – die Schurken mit Feuer aus seinem Hintern straft. Erfinder des kultigen Fartman ist niemand Geringeres als Howard Stern(öffnet im neuen Fenster) , der in den USA durch seine provokativen Radiosendungen berühmt-berüchtigt wurde.

The Adventures of Fartman hätte sein Filmdebüt werden sollen, nachdem der Charakter, der eine Klobrille anstelle eines Capes um den Hals trägt, bereits im Fernsehen seinen Einstand gegeben hatte. Als produzierendes Studio war New Line Cinema ausersehen, doch über das Drehbuchstadium, übrigens von Pretty-Woman-Autor Jonathan Lawton geschrieben, kam dieses epochale Abenteuer nie hinaus.

Warum dem so ist, ist schnell erklärt: Nichts zählt in Hollywood mehr als Geld – und je mehr man davon hat, desto besser. New Line Cinema, das produzierende Studio, witterte in dem Fartman-Stoff einen Hit, wollte jedoch die Auswertungsrechte für Merchandise zu der Figur und bot Stern lediglich an, ihn mit 5 Prozent an den Gewinnen der sich unter Umständen einstellenden Produktwelle zu beteiligen.

Stern lehnte dieses Angebot ab und der Film, den er noch dazu auf ein R-Rating trimmen wollte, während das Studio lieber ein kinderfreundliches PG-13 gesehen hätte, starb einen schnellen Tod.


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