Abgedreht: Asymmetrische Apple-Schraube war ein Schwindel

Die schwedische Designfirma Day4(öffnet im neuen Fenster) , die das Schraubenbild heimlich in Umlauf brachte, stellte nun klar, dass es sich dabei nur um ein Experiment gehandelt habe. Zahllose Nutzer sozialer Netzwerke, Blogs und Nachrichtenseiten griffen das Gerücht um die angeblich geheime Apple-Schraube auf, deren extrem aufwendiger Schraubenkopf nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen sei.



Die Designer machten sich dabei mehrere günstige Umstände zunutze, um zu zeigen, wie schnell sich Geschichten im Internet als Fakten verbreiten, ohne kritisch hinterfragt zu werden. Zum einen ist das Interesse an Apples neuem iPhone 5, das vermutlich im September gezeigt wird, sehr hoch und es sind schon viele angeblich echte Teile inklusive mehrerer Gehäuseelemente aufgetaucht. Wie immer verrät Apple vor der Ankündigung nichts über sein neues Smartphone, was der Verbreitung von Gerüchten zusätzlich förderlich ist.
Blumenförmige Schrauben im iPhone 4
Zum anderen hat Apple tatsächlich schon jetzt mit den blumenförmigen Pentalob-Schrauben(öffnet im neuen Fenster) eine recht seltene Schraubenkopfform gewählt. Diese Sicherheitsschraube wurde erstmals weitgehend unbemerkt 2009 bei der Befestigung des Akkus im Macbook Pro verwendet. Mittlerweile kommt dieser Schraubenkopf in anderen Größen auch beim Macbook Air und dem iPhone 4 zum Einsatz.
Es wäre durchaus vorstellbar gewesen, dass Apple eine extreme Variante einsetzen könnte, um das Öffnen des neuen iPhones noch mehr zu erschweren, weil es dafür keine Schraubendreher von der Stange gegeben hätte.
Die Designer von Day4 hatten für ihr kleines Medienexperiment(öffnet im neuen Fenster) den seltsamen Schraubenkopf in einem CAD-Programm entwickelt und sich das Bild selbst per E-Mail mitsamt eines kleinen Textes, der auf die angebliche Apple-Verbindung abzielte, zugeschickt. Danach wurde die E-Mail abfotografiert und auf der Website Reddit im Forum veröffentlicht. Dieses Bild und die dazugehörige Geschichte(öffnet im neuen Fenster) wurden von zahlreichen Websites aufgenommen und auch kritisch beleuchtet. Später wurde die Schraubengeschichte kaum noch kritisch, sondern fast als Fakt präsentiert, nachdem die Diskussion vorangeschritten war und die Leser ihrerseits die Neuigkeit auf Facebook, Twitter, Google Plus und anderen Plattformen mit Bezug auf die Berichte veröffentlichten. Je weiter sich die Nachricht von der Ursprungsquelle entfernte, desto weniger wurde sie hinterfragt, so Day4 in einer kleinen Analyse(öffnet im neuen Fenster) .
Das Team von Day4 entschuldigte sich mittlerweile zwar bei allen, die sich betrogen und hinters Licht geführt fühlten, betonten aber, dass man nicht alles glauben sollte, was im Internet zu sehen ist.



