Abenteuer erneuerbare Energie

Vielleicht kann Piccard nicht anders - schließlich stammt der Schweizer Psychiater aus einer Familie, deren Mitglieder gern Grenzen neu definieren. Großvater Auguste Piccard stieg Anfang der 1930er-Jahre mehrfach mit Ballons bis in die Stratosphäre auf. Er stellte diverse Höhenrekorde auf. Zuletzt schaffte er 23.000 Meter. Um in der Höhe zu überleben, konstruierte Piccard eine Druckkabine - und ermöglichte so letztlich die moderne Luftfahrt.

  • In 12 Etappen um die Welt: die Route der Solarflieger. (Bild: Solar Impulse)
  • Letzte Vorbereitungen: Si2 auf einem Tesflug über Abu Dhabi, wo die Weltumrundung auch startet. (Foto: Solar Impulse)
  • Si2 ist ein Flugzeug, das mit Solarenergie fliegt. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Tragflächen und Rumpf sind mit Solarzellen ausgelegt. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Konstruktion ist recht filigran.  (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Spannweite der Tragflächen ist größer als die einer Boeing 747. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Tragflächen und Rumpf sind in Leichtbauweise aus Verbundwerkstoffen gebaut. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Die Solarzellen sind nur etwa so dick wie ein Haar. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Das Cockpit ist nur etwa 4 Kubikmeter groß. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Um Gewicht zu sparen, passt nur ein Pilot hinein.  (Foto: Merz/Solar Impulse)
  • Die beiden Piloten André Borschberg (links) und Bertrand Piccard werden sich beim Fliegen abwechseln. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
  • Wenn alles gut geht, kehrt Si2 Ende Juli oder Anfang August wieder nach Abu Dhabi zurück. (Foto: Solar Impulse)
Die beiden Piloten André Borschberg (links) und Bertrand Piccard werden sich beim Fliegen abwechseln. (Foto: Revillard/Solar Impulse)
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In seinen späten Jahren zog es ihn in die andere Richtung: Er modifizierte die Druckkapsel, um damit tauchen zu können. 1953 stelle Auguste Piccard zusammen mit seinem Sohn Jacques einen Tiefenrekord im Tyrrhenischen Meer auf: Sie tauchten bis in eine Tiefe von 3.150 Metern.

Tauchrekord hält bis heute

Für Bertrands Vater Jacques Piccard war das erst der Anfang. Am 23. Januar 1960 stellte er zusammen mit Don Walsh, einem Leutnant der US-Marine, einen bis heute unübertroffenen Tauchrekord auf. Die beiden tauchten in dem von Piccard mitentwickelten Tiefsee-U-Boot Triest in den Marianengraben ab, die tiefste Stelle der Erde. Sie erreichten eine Tiefe von 10.916 Metern. Der Nächste, der wieder so tief tauchte, war 2012 Hollywood-Regisseur James Cameron: Er schaffte eine Tiefe von 10.898 Metern.

"Ich wuchs in dem Glauben auf, dass das Leben interessant ist, wenn man es erforscht, wenn man etwas macht, das noch niemand vorher getan hat", sagte Piccard dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist. Das 20. Jahrhundert hielt noch viele Abenteuer bereit: die Expeditionen zu den Polen, die Besteigung des Mount Everest, das Vordringen in die Tiefe und in den Weltraum mit der ersten Mondlandung.

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Aber Piccard sagt: "Das Zeitalter der Eroberungen ist vorbei. Heute sind die unerforschten Grenzen, wie wir die Lebensqualität auf diesem Planeten verbessern, wie wir die Armut beenden, Krankheiten bekämpfen und nachhaltig leben." Dazu soll der solare Weltflug beitragen: Piccard und Borschberg wollen beweisen, dass ein solches Vorhaben auch mit sauberen Technologien möglich ist, und so für Nachhaltigkeit werben.

Das Kalkül könnte aufgehen: Schon einmal hat eine Weltfahrt geholfen, eine neue Technik bekanntzumachen: 1929 schickte das Friedrichshafener Unternehmen Luftschiffbau Zeppelin das Starrluftschiff LZ 127 Graf Zeppelin auf Weltfahrt.

Zeppelin auf Weltfahrt

LZ 127 startete zunächst von Friedrichshafen nach Lakehurst im US-Bundesstaat New York und flog von dort zurück nach Osten um die Welt. Das Luftschiff landete in Friedrichshafen, Tokio, Los Angeles und wieder in Lakehurst bei New York, wo die sogenannte amerikanische Weltfahrt endete. Diese fand auf Wunsch des US-Zeitungsverlegers Randolph Hearst statt, der die Weltfahrt zum Großteil finanzierte.

Von Lakehurst aus kehrte die Graf Zeppelin unter dem Jubel von etwa 40.000 Menschen nach Friedrichshafen zurück. Insgesamt hatte sie in 35 Tagen knapp 50.000 Kilometer zurückgelegt und bewiesen, dass ein Starrluftschiff zum Passagiertransport geeignet war.

Piccard fährt Ballon

Für Piccard ist es nicht die erste Weltumrundung. 1999 fuhr er als Erster in einem Ballon non-stop um die Welt. Und wäre fast gescheitert: Als er schließlich landete, waren noch 40 Kilogramm flüssiges Propangas im Tank. Das Gas benötigte er, um den Ballon in der richtigen Höhe zu halten. Losgeflogen war er mit einem Treibstoffvorrat von 3,7 Tonnen.

"Damals schwor ich mir, dass ich die nächste Weltumrundung unabhängig vom mitgeführten Treibstoff machen würde", sagte er dem New Scientist. Diesen Vorsatz erfüllt das Solarflugzeug.

Wenn der Zeitplan aufgeht, dann startet Piccards zweiter Weltflug am gleichen Tag wie der erste: Auch die Ballonfahrt begann am 1. März - der auch Piccards Geburtstag ist. Das ist bestimmt ein gutes Omen für den Erfolg. Wenn die beiden Piloten ihr Vorhaben schaffen, werden sie zeigen, dass erneuerbare Energie keine Ökospinnerei ist, sondern Hochtechnologie - und für ein Abenteuer gut.

Nachtrag vom 9. März 2015, 9:20 Uhr

Der Artikel wurde um die Information ergänzt, dass Solar Impulse gestartet ist.

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TheYummy 11. Mär 2015

Man hat früher zu vielen Dingen gesagt, dass das keine Zukunft hat, wahrscheinlich auch...

Eheran 09. Mär 2015

Du verwechselst ein Gragenkonstrukt mit einem großen Haufen absoluter Hightech.

Abdiel 27. Feb 2015

Ziemlich beeindruckend, dass ein Viertel davon Fehler entfällt. Aber man kennt das ja...

gou-ranga 27. Feb 2015

...die Frage zum Freitag....



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