Abdu Mudesir: Telekom-CTO wechselt zu Konkurrent Verizon
Der Deutsche-Telekom-Vorstand Product and Technology, Abdu Mudesir, wechselt zum US-Konkurrenten Verizon. Das erfuhr Golem aus informierten Kreisen. Mudesir war Ende März 2026 überraschend nach fünf Monaten im Vorstand der Telekom auf eigenen Wunsch ausgeschieden und danach aus der Öffentlichkeit verschwunden. Ursprünglich war sein Vertrag auf drei Jahre ausgelegt.
Der 44-Jährige übernimmt unseren Informationen zufolge die neue Position, die einen Umzug in die USA erfordert, weil er sich nicht nur mit Strategie, sondern "immer auch im Feld mit der Technik befassen will". Er beschäftige sich "gerne mit Strategie, aber eben nicht ausschließlich". Er wolle weiter im Feld sein und Glasfaser anfassen können.
Streitigkeiten mit Konzernchef Tim Höttges seien, anders als der Analyst John Strand vermutet hatte, ausdrücklich nicht der Grund für den Wechsel gewesen, erfuhr Golem weiter.
Zuvor hatte Mudesir laut unseren Quellen auch ein Angebot von Google erhalten, das aber nicht zu einem Vertragsschluss führte.
Verizon ist ein globaler Tier-1-Netzwerkbetreiber.
Verizon bestätigte dem Onlinemagazin Mobile World Live(öffnet im neuen Fenster), dass Mudesir Ende des ersten Quartals 2027 seine Tätigkeit aufnehmen und Joe Russo ablösen werde, der in den kommenden Monaten in den Ruhestand tritt. Russo ist Executive Vice President und President der Bereiche Globale Netzwerke, Plattformen und Technologie (GN&T) des Betreibers.
"Er verfügt über eine herausragende Erfolgsbilanz beim Aufbau von 5G-Kapazitäten und der Skalierung von Glasfaserarchitekturen und gilt als anerkannter Pionier in den Bereichen Open RAN, Cloud-Infrastruktur sowie KI-gesteuerte Netzwerkautomatisierung", sagte der Verizon-Sprecher über Mudesir. Verizon ist stark an dem Open-RAN-Bereich vRAN interessiert und nutzt entsprechende Technik sowohl von Samsung als auch von Ericsson.
Telekom-Rivale im strategischen Hauptmarkt USA
Zusammen mit AT&T und der Telekom-Tochter T-Mobile US bildet Verizon die großen Drei im Mobilfunk. Es gibt aber auch im Festnetzbereich einen intensiven Wettbewerb. Verizon Wireless ist je nach aktuellem Quartalsbericht und Zählweise der Prepaid-Kunden entweder die Nummer 1 oder die Nummer 2 auf dem US-Mobilfunkmarkt und versorgt rund 140 Millionen Kunden.
Verizon betreibt auch eines der größten IP-Backbone-Netzwerke der Welt. Im Festnetzbereich ist Verizon vor allem im Osten der USA mit seiner Marke FiOS (Fiber Optic Service) stark. In Regionen, in denen FiOS noch nicht ausgebaut ist, betreibt Verizon, wie die Telekom, das alte Telefonnetz aus Kupferleitungen. Darüber wird klassisches DSL angeboten, das schrittweise abgeschaltet oder durch Glasfaser ersetzt wird.
Mudesir wurde 1981 in Äthiopien geboren. Er studierte Computerwissenschaft und Elektrotechnik an der International University Bremen und promovierte dort im Jahr 2010. 2012 wechselte er zu Huawei, 2018 zur Telekom. Mudesir hat tiefes technisches Verständnis, bevorzugt Fakten vor Marketingaussagen, T-Shirt und Jeans vor Anzügen und ist in der Branche beliebt. Mit 44 Jahren gehörte er zu den jüngsten Vorstandsmitgliedern im Dax. Seinen Umzug von Deutschland in die USA vollzog er noch nicht.
- Anzeige Hier geht es zu den besten Deals auf Mobilfunk, Internet und mehr bei der Telekom Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



