Ab Januar wieder im Sattel: Cowboy findet Käufer

Der Brüsseler E-Bike-Hersteller Cowboy hat einen neuen Eigentümer. Die Rebirth Group Holding, zu der bereits etablierte Fahrradmarken wie Peugeot, Gitane und Solex gehören, hat die Übernahme abgeschlossen und will damit eine schwierige Phase für das Unternehmen beenden. Das berichtet The Verge(öffnet im neuen Fenster) .
Die Transaktion beinhaltet frisches Kapital von Rebirth, dessen genaue Höhe nicht bekannt gegeben wurde. Bestehende Aktionäre sollen laut Bericht weitere 15 Millionen Euro beisteuern. Laut beiden Unternehmen sollen die Mittel dringend benötigte operative Aufgaben finanzieren – insbesondere den Neustart der Produktion und die Abarbeitung eines erheblichen Rückstands bei Ersatzteilbestellungen.
Rebirth ist die Muttergesellschaft von Re-cycles , dem französischen Fahrradhersteller, der Anfang 2025 bereits die Kontrolle über Cowboys Montageoperationen übernommen hatte.
Produktionsprobleme und Führungswechsel
Cowboy musste 2025 mehrere Rückschläge hinnehmen. Kunden bekamen dies in Form von Lieferverzögerungen und langen Wartezeiten bei Reparaturen mit. Ein Rahmen-Rückruf bei bereits produzierten Bikes führte zu einer finanziellen Belastung, die das Unternehmen an den Rand der Insolvenz brachte. Der Rückruf ging auf Probleme mit einem früheren Fertigungspartner zurück.
Cowboy-Gründer und CEO Adrien Roose trat im Zuge des Eigentümerwechsels zurück. In einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) äußerte er sich optimistisch über die Zukunft des Unternehmens unter neuer Führung. Der Brüsseler Standort mit Cowboys Design-, Engineering- und Software-Teams soll unabhängig weiterarbeiten.
Kurzfristige Pläne und Marktposition
Die neuen Eigentümer benannten konkrete Produktionsziele. Im Januar sollen 1.500 Bikes gefertigt werden, um bestehende Bestellungen abzuarbeiten. Kunden, die auf ihre Lieferung warten, sollen in den kommenden Wochen neue Infos erhalten.
Die Übernahme verschafft Cowboy zudem den Zugang zum Einzelhandel, wenngleich nur in Frankreich. Rebirth betreibt 105 Filialen und hat Verbindungen zu 500 unabhängigen Fahrradhändlern. Dieses Netzwerk könnte Cowboy helfen, Kunden zu erreichen, die den persönlichen Einkauf dem direkten Onlineverkauf vorziehen.
Rebirth will von Cowboys Technik profitieren, die Smart-Bike-Funktionen entwickelt haben. Diese sollen auf Peugeot-, Gitane- und Solex-Produkte adaptiert werden.
Der Fahrradbranche geht es schlecht
Die Fahrradindustrie kämpft mit den Nachwirkungen der Nachfrageschwankungen aus der Pandemiezeit. Viele Hersteller erweiterten 2020-2021 ihre Produktionskapazitäten, als die Verkäufe explodierten, doch die Nachfrage war ein Strohfeuer. Cowboy ist das jüngste Beispiel einer Reihe ehemals unabhängiger E-Bike-Firmen(öffnet im neuen Fenster) , die ihre Eigenständigkeit verloren.
Im August hatte das Unternehmen eine kurzfristige Finanzierung gesichert, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, während es einen Käufer suchte. Andere E-Bike-Hersteller standen unter ähnlichem Druck. Van Moof meldete Insolvenz an, Rad Power Bikes kündigte vor kurzem die Schließung an(öffnet im neuen Fenster) . Ampler(öffnet im neuen Fenster) und Gocycle(öffnet im neuen Fenster) gelang es, Käufer zu finden.