Ab-in-den-Urlaub: Unister-Manager festgenommen

Wegen illegalen Vertriebs von Versicherungsprodukten zu Reisen geht die Staatsanwaltschaft hart gegen Unister vor. Zwei Manager sind seit gestern im Gefängnis.

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Bekannte Werbung von Unister (Bild: Unister)

Laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung befinden sich zwei Unister-Manager in der JVA Dresden. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

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Am 11. Dezember 2012 hatte das Landeskriminalamt die Geschäftsräume in Leipzig, in Dresden, Hamburg und Stralsund von 130 Ermittlern durchsuchen lassen. Sie beschlagnahmten Computer und Akten.

"Wir ermitteln gegen acht Führungsmitglieder wegen des Verdachts der unbefugten Geschäftstätigkeit und Steuerhinterziehung", sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden der Leipziger Volkszeitung. Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Versicherungssteuer zu entrichten. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer. Der Steuerschaden soll ein Volumen von rund 1 Million Euro haben.

Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de und Billigfluege.de, die Onlinereisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment.

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In der Pressestelle von Unister ist man über das Vorgehen der Staatsanwaltschaft fassungslos. "Je nachdem, ob man unser Produkt als Nebenleistung zur Reisevermittlung oder als Versicherung wertet, resultieren daraus unterschiedliche steuerliche Folgen. Unister steht schon seit geraumer Zeit zu dieser Frage in Kontakt mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Heute, anlässlich der bei Unister stattgefundenen Durchsuchung, hat uns die BaFin mitgeteilt, dass sie unser Produkt als Versicherung und nicht wie wir als Nebenleistung zur Reisevermittlung wertet und untersagen will." Unister empfinde das Vorgehen der Untersuchungsbehörden als unverhältnismäßig, da der Sachverhalt schon im Jahr 2011 mit den Behörden besprochen worden sei.

Das Magazin Computer Bild hatte in einem Enthüllungsbericht umfangreiche Vorwürfe gegen Unister erhoben, was das Unternehmen juristisch zu unterbinden versuchte. So behauptet Computer Bild unter anderem: "Unister kassiert oder kassierte mit frei erfundenen Preisreduzierungen, heimlich aufgeschlagenen Servicegeldern, Klickfallen bei Urlaubsbuchungen und weiteren Schwindeleien." Durchgestrichene Altpreise würden Sonderangebote vorgaukeln, die frei erfunden seien. Bei Fluege.de war laut Computer Bild ein Umbuchungsservice für 5 bis 15 Euro voreingestellt. Bei der Reiseschutzoption müsse der Kunde zum Verzicht extra ein Häkchen setzen. Wer dies nicht tue, erhalte ein Reiseschutzabo, das sich im Folgejahr automatisch zu deutlich höheren Kosten verlängere.

Später erklärte das Unternehmen, seine Seiten komplett zu überarbeiten.

Nachtrag vom 14. März 2013, 15:18 Uhr

Die ursprüngliche Darstellung, "Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Steuern dafür zu zahlen.", war missverständlich. Gemeint war, Unister hat keine Versicherungssteuer entrichtet. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer.

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HolyPetrus 14. Dez 2012

ganz recht, das ist so ein mieser Laden, den vermisst niemand falls er den Bach runtergeht!

Homeworld 13. Dez 2012

Das ist doch überall so. Nebenan ist win Textilgeschäft. Wenn die Ware bekommen sind die...

dopemanone 13. Dez 2012

ich halte die leute nicht für blöd, sondern nur für desinteressiert. BTW: ich selber...

Aerouge 13. Dez 2012

Nuja hat vielleicht was mit den Auswirkungen zu tun. Niemand wird darunter leiden das...



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