Ab-in-den-Urlaub.de: Tui nimmt seine Reisen von den Unister-Seiten

Der größte Touristikkonzern Europas hat die Verträge mit Unister fristlos gekündigt. Tui verzichte damit auf eine "ganze Menge Umsatz, um nicht in diesen Sumpf hineinzugeraten".

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Bekannte Werbung von Unister
Bekannte Werbung von Unister (Bild: Unister)

Tui hat die Verträge mit dem Leipziger Unternehmen Unister fristlos gekündigt. Wie der Sender MDR Sachsen unter Berufung auf Tui-Sprecher Mario Köpers berichtet, sei der Grund, dass Unister im Verdacht der Steuerhinterziehung stehe. Mit den staatsanwaltlichen Ermittlungen sei "nun das Maß voll", so Köpers. Eine Zusammenarbeit mit einem solchen Anbieter käme für Tui nicht länger infrage, sagte Köpers MDR Sachsen. Das Touristikunternehmen habe einen "guten Ruf zu verteidigen".

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Tui verzichte damit auf eine "ganze Menge Umsatz, um nicht in diesen Sumpf hineinzugeraten". Tui ist das größte Touristikunternehmen Europas.

Zwei Unister-Manager befanden sich tagelang in der JVA Dresden, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein, am 14. Dezember 2012 Golem.de. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Ob sie inzwischen aus der Haft entlassen sind, ist unklar.

Am 11. Dezember 2012 hatte das Landeskriminalamt die Geschäftsräume in Leipzig, Dresden, Hamburg und Stralsund von 130 Ermittlern durchsuchen lassen. Sie beschlagnahmten Computer und Akten. "Wir ermitteln gegen acht Führungsmitglieder wegen des Verdachts der unbefugten Geschäftstätigkeit und Steuerhinterziehung", sagte Klein. Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Versicherungssteuer zu entrichten. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer.

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Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de und Billigfluege.de, die Onlinereisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment.

Nachtrag vom 19. Dezember 2012, 15:11 Uhr

Laut Recherchen von MDR und Computer Bild soll Unister bis zum Jahr 2011 Kreditkartendaten von Kunden nicht richtig gesichert haben. Demnach seien 400.000 Kunden betroffen gewesen. Deshalb hätte Unister 2011 rund 140.000 Euro an die Kreditkartenkonzerne Visa und Mastercard zahlen müssen. Ein ehemaliger Unister-Mitarbeiter sagte dem MDR, die Kreditkartendaten seien kopiert und in Betrugsfällen benutzt worden.

Die Unister-Pressestelle weist wie üblich alle Vorwürfe zurück: "Entgegen anderslautenden Medienberichten ist die Datensicherheit bei den Portalen von Unister gewährleistet. Seit Februar 2012 ist das Sicherheitskonzept sogar mit dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert." Die Angaben von MDR und Computer Bild bezogen sich jedoch auf den Zeitraum bis zum Jahr 2011.

Nachtrag vom 19. Dezember 2012, 17:39 Uhr

Klein erklärte Golem.de zu Unister: "Vor etwa einer Stunde erging eine Entlassungsanordnung für eine inhaftierte Person. Die beiden anderen Beschuldigten befinden sich derzeit weiterhin in Untersuchungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft hat gegen die Außervollzugsetzung des Haftbefehls Beschwerde eingelegt."

Nachtrag vom 14. März 2013, 15:28 Uhr

Die ursprüngliche Darstellung, "Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Steuern dafür zu zahlen.", war missverständlich. Gemeint war, Unister hat keine Versicherungssteuer entrichtet. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer.

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