Abo
  • Services:

Aaron Swartz: Wired erzwingt Veröffentlichung von Ermittlungsunterlagen

Das US-Technikmagazin Wired hat vor Gericht die Freigabe der Ermittlungsunterlagen zu Aaron Swartz erstritten. Der US-Geheimdienst Secret Service muss die Akten nach und nach herausgeben. Die ersten 104 Seiten sind veröffentlicht worden.

Artikel veröffentlicht am ,
Aaron Swartz: Befragung zum Open-Access-Manifest
Aaron Swartz: Befragung zum Open-Access-Manifest (Bild: Fred Benenson/CC BY 2.0)

Der US-Geheimdienst Secret Service hat einen Teil seiner Ermittlungsunterlagen im Fall Aaron Swartz freigegeben. Das US-Technikmagazin Wired hatte die Herausgabe der Dokumente unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz ( Freedom of Information Act, FOIA) erwirkt und sie veröffentlicht.

Stellenmarkt
  1. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. NRW.BANK, Münster

104, zum Teil stark geschwärzte, Seiten hat der Geheimdienst freigegeben. Eines der Dokumente beschreibt die Hausdurchsuchung bei Swartz im Februar 2011. Einen Monat zuvor war Swartz festgenommen worden, als er sich mutmaßlich Zugang zu den Computern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) verschafft hatte, um Dokumente von dort herunterzuladen. "Swartz war zu Hause, als die Durchsuchung durchgeführt wurde", heißt es in dem Bericht. Er habe mehrfach nachgefragt, weshalb sie erst so lange nach seiner Festnahme durchgeführt werde.

Interesse an Open-Access-Manifest

Im Zuge der Ermittlungen gegen Swartz interessierte sich der Secret Service auch für das Guerilla Open Access Manifesto, das Swartz 2008 verfasste. Darin fordert er freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen - notfalls auch unter Missachtung des Urheberrechtsschutzes.

Der Secret Service wollte dieses Manifest offensichtlich gegen Swartz verwenden: Ein Agent des Dienstes vernahm laut den Unterlagen im Mai 2011 zusammen mit einem Polizisten einen Freund von Swartz. Sie befragten ihn in erster Linie zu dem Open-Access-Manifest.

Notiz zu Swartz' Tod

Schließlich hat der Secret Service eine Notiz zu Swartz' Tod Anfang dieses Jahres herausgegeben. Swartz sei am 11. Januar 2013 tot in seiner Wohnung in Brooklyn aufgefunden worden. Er habe sich offenbar das Leben genommen.

Swartz stand unter Anklage, weil er illegal Dokumente von MIT-Computern geladen haben sollte. Danach war er in ein MIT-Gebäude eingebrochen und hatte sich dort Zugang zum Computernetz der Universität verschafft. Von den Rechnern soll Swartz insgesamt rund vier Millionen Dokumente von JSTOR, einem Onlinearchiv für digitalisierte akademische Fachzeitschriften, kopiert haben.

Akteneinsicht abgelehnt

Nach dem mutmaßlichen Freitod von Swartz habe er Einsicht in die Ermittlungsunterlagen des Secret Service verlangt, schreibt der Wired-Journalist Kevin Poulsen. Dies sei ihm aber nicht gewährt worden. Auf seinen Einspruch habe der Geheimdienst nicht reagiert.

Darauf klagte Poulsen und erhielt recht. Die Richterin urteilte, der Geheimdienst müsse die Dokumente nach und nach herausgegeben. MIT und JSTOR verlangten, dass diese geprüft werden müssten, um die Identität von Mitarbeitern zu schützen. Dem gab die Richterin statt, ordnete aber an, dass die 104 Seiten sofort veröffentlicht werden. Diese waren bereits geprüft und behandeln keine Mitarbeiter von JSTOR und MIT. Insgesamt geht es um 14.500 Dokumente, die freigegeben werden sollen. Laut Wired wird die Bearbeitung schätzungsweise sechs Monate in Anspruch nehmen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

User_x 13. Aug 2013

glaubt denn ernsthaft jemand, dass dem system daran gelegen ist frieden und freude jedem...

Anonymer Nutzer 13. Aug 2013

Die Verantwortlichen von Wired.de würden in einer ähnlichen Situation nicht anders...

kinderschreck 13. Aug 2013

Was hat diese Ermittlung wohl gekostet? 20$ / Seite Schreibkram sind sicher nicht zu...


Folgen Sie uns
       


Smartphone-Kameras im Vergleich

Wir haben die Fotoqualität von sechs aktuellen Top-Smartphones verglichen.

Smartphone-Kameras im Vergleich Video aufrufen
Amazons Echo Show (2018) im Test: Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude
Amazons Echo Show (2018) im Test
Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude

Die zweite Generation des Echo Show ist da. Amazon hat viele Kritikpunkte am ersten Modell beseitigt. Der Neuling hat ein größeres Display als das Vorgängermodell und das sorgt für mehr Freude bei der Benutzung. Trotz vieler Verbesserungen ist nicht alles daran perfekt.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Update für Alexa-Display im Hands on Browser macht den Echo Show viel nützlicher
  2. Amazon Echo Show mit Browser, Skype und großem Display

Serverless Computing: Mehr Zeit für den Code
Serverless Computing
Mehr Zeit für den Code

Weniger Verwaltungsaufwand und mehr Automatisierung: Viele Entwickler bauen auf fertige Komponenten aus der Cloud, um die eigenen Anwendungen aufzubauen. Beim Serverless Computing verschwinden die benötigten Server unter einer dicken Abstraktionsschicht, was mehr Zeit für den eigenen Code lässt.
Von Valentin Höbel

  1. Kubernetes Cloud Discovery inventarisiert vergessene Cloud-Native-Apps
  2. T-Systems Deutsche Telekom will Cloud-Firmen kaufen
  3. Trotz hoher Gewinne Wieder Stellenabbau bei Microsoft

E-Mail-Verschlüsselung: 90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir
E-Mail-Verschlüsselung
"90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir"

Der Entwickler des beliebten OpenPGP-Addons für Thunderbird, Patrick Brunschwig, hätte nichts gegen Unterstützung durch bezahlte Vollzeitentwickler. So könnte Enigmail vielleicht endlich fester Bestandteil von Thunderbird werden.
Ein Interview von Jan Weisensee

  1. SigSpoof Signaturen fälschen mit GnuPG
  2. Librem 5 Purism-Smartphone bekommt Smartcard für Verschlüsselung

    •  /