Aaron Swartz: US-Kongressabgeordnete fordert "Aaron's Law"

Zoe Lofgren, Kongressabgeordnete aus dem Silicon Valley, hält die Anti-Hacker-Gesetze in den USA, mit denen die Staatsanwaltschaft gegen den Internetaktivisten Aaron Swartz vorging, für zu weitreichend. Die Strafverfolger hätten die eher vagen Formulierungen der Gesetze genutzt, um eine Verletzung der Nutzungsbedingungen als Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) auszulegen. Diese Auslegung des Gesetzes sei geeignet, um viele Internetnutzer zu kriminalisieren und haarsträubend schwere Strafen zu verhängen, erklärte Lofgren(öffnet im neuen Fenster) auf der von Swartz mitgegründeten Website Reddit.
Die Familie von Aaron Swartz hatte in einer offiziellen Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) erklärt, sein Tod sei nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern Produkt eines Strafjustizsystems, das mit Einschüchterung und überzogener Verfolgung arbeite. Entscheidungen der Staatsanwaltschaft und des MIT hätten zum Tod von Swartz beigetragen. Die Staatsanwaltschaft habe extreme Strafen, darunter potenziell mehr als 30 Jahre Haft, für eine Straftat gefordert, die keine Opfer hatte. Swartz, einer der drei Reddit-Gründer, soll sich unrechtmäßig Zugang zum Computernetz des Massachusetts Institute of Technology (MIT) verschafft und darüber mehr als 4 Millionen wissenschaftliche Artikel aus dem Onlinearchiv Jstor heruntergeladen haben, darunter auch gemeinfreie Dokumente.
Lofgren schlägt nun vor(öffnet im neuen Fenster) , den Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) und andere Gesetze zum Missbrauch elektronischer Netzwerke so zu ändern, dass Verstöße gegen Nutzungsbedingungen ausgenommen sind. Sie selbst bezeichnet ihr Gesetz als "Aaron's Law" und hofft darauf, dass es zügig verabschiedet werden kann.
Daher hat Lofgren in ihrem Gesetzesvorschlag alle anderen Themen außen vor gelassen; sie setzt sich ganz allgemein für Änderungen des Urheberrechts ein.
Ehemann der Staatsanwältin setzt sich zur Wehr
Derweil verteidigt(öffnet im neuen Fenster) der ehemalige IBM-Manager Tom Dolan das Vorgehen seiner Ehefrau Carmen Ortiz gegen Aaron Swartz per Twitter. Sie war als Staatsanwältin für Swartz' Fall zuständig. Tom Dolan wirft den Angehörigen von Aaron Swartz vor, nicht darauf einzugehen, dass seine Frau Swartz angeboten habe, seine Haftstrafe auf sechs Monate zu reduzieren, sollte er sich schuldig bekennen. Nach großer Kritik an diesen Äußerungen wurde der dafür genutzte Twitter-Account @TomJDolan allerdings gelöscht.



