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Aaron Seigo: Vivaldi-Tablet mit austauschbarer Open-Hardware

Board-Prototypen mit Allwinner-A10-SoC und 1 GByte RAM sind erst der Anfang für das Vivaldi-Tablet . Austauschbare Hardware soll einfache Upgrades ermöglichen und ist als offene Spezifikation verfügbar.
/ Sebastian Grüner
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Prototypen des Vivaldi-Boards (Bild: Rhombus-Tech)
Prototypen des Vivaldi-Boards Bild: Rhombus-Tech

Zusammen mit den Unternehmen Rhombus-Tech und Qimod hat das Team um Aaron Seigo ein offenes Boarddesign erstellt(öffnet im neuen Fenster) , was die Wiederverwendbarkeit des Boards in anderer Hardware und einfache Upgrades ermöglichen soll, wie Seigo in einem Video-Podcast(öffnet im neuen Fenster) erklärt. Die Spezifikation Embedded Open Modular Architecture/EOMA-68(öffnet im neuen Fenster) sieht ein Miniboard vor, das an PCMCIA-Karten erinnert, mit ihnen außer dem Format aber nicht viel gemein hat.

Erste Prototypen(öffnet im neuen Fenster) enthalten ein Allwinner-A10-SoC, deren CPU standardmäßig mit 1,2 GHz getaktet ist, sowie 1 GByte Arbeitsspeicher, einen HDMI-Ausgang und USB-OTG, um das Gerät mit Strom zu versorgen. Noch für dieses Jahr ist die Unterstützung des A20-SoC(öffnet im neuen Fenster) geplant. Der Dual-Core hat das gleiche Pin-Layout wie das A10 und könnte im Vivaldi-Tablet verbaut sein. Schon im nächsten Jahr könnte ein Board mit Allwinner-Quad-Core-CPU(öffnet im neuen Fenster) verfügbar sein.

Plug-in-Hardware

Zusätzlich zu den bereits genannten Komponenten kann das von Seigo als Mini-PCB bezeichnete EOMA-68 auch einen Slot für eine SD-Karte sowie einen Ethernet-Port enthalten. Letzterer kann optional mit GBit-LAN ausgestattet werden. Dieses Kleinstboard ist über eine Schnittstelle mit 68-Pins an ein zweites, größeres Board angeschlossen.

Das zweite Board kann je nach Gerätekategorie anders gestaltet werden und entsprechende Hardware enthalten, etwa einen WLAN-Chip, ein GPS-Modul oder einen Beschleunigungssensor für ein Tablet. Das 2-Board-Design erlaubt so einerseits, ein Miniboard in verschiedenen Geräten zu nutzen, indem der Anwender dieses einfach austauscht. Andererseits lassen sich etwa die CPU und der Arbeitsspeicher in einem Tablet aufrüsten, ohne ein neues Gerät kaufen zu müssen, da Gehäuse, Display und einige Chips einfach weiterverwendet werden können.

Pläne für das Vivaldi-Tablet

Außer der vorhandenen Boards fehlt jedoch noch konkrete Hardware für das Vivaldi-Tablet. Geplant sind(öffnet im neuen Fenster) aber ein IPS-LCD-Display(öffnet im neuen Fenster) mit einer Pixelbreite von mindestens 1.024 oder gar 1.280 Pixeln und einem Gewicht von weniger als 350 Gramm für das 7-Zoll-Gerät, eine rückseitige und ein Frontkamera sowie ein Atheros-WLAN-Chip, der vom Linux-Treiber ATH9K(öffnet im neuen Fenster) unterstützt wird.

Die Miniboards sind ab Werk in der Lage, mit Android benutzt zu werden. Mittels Libhybris wird das Vivaldi-Tablet aber wie geplant nur den Android-Kernel verwenden und Plasma Active auf Grundlage von Mer als Betriebssystem enthalten. Zum Start des Tablets wollen die Entwickler sämtlichen Quellcode für das Gerät veröffentlichen. Einzige Ausnahme davon bildet nach wie vor der proprietäre Treiber für die Mali-400-GPU.

Eine ungefähre Berechnung für die Materialkosten(öffnet im neuen Fenster) des Tablets ohne das EOMA68-Board oder den Zusammenbau kommen auf ungefähr 90 US-Dollar. An dem ursprünglich geplanten Preis von rund 200 Euro könnte das Team um Seigo also festhalten.


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