Aalyria Technologies: Technik von Googles Ballonprojekt Loon wird weitergeführt

Google hat Project Loon doch nicht ganz eingestellt. Die wichtigsten Technologien leben weiter. Bei Aalyria Technologies, an dem Google beteiligt ist.

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Inzwischen müssten alle Loons wieder auf der Erde sein.
Inzwischen müssten alle Loons wieder auf der Erde sein. (Bild: Project Loon/Alphabet)

Teile von Googles Project Loon werden von dem Start-up Aalyria Technologies, das frühere Entwickler des Konzerns gründeten, weitergeführt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wird die Loon-Software und die optische Datenübertragung per Laser des Ballonsystems genutzt. Google hatte 2021 nach zehn Jahren das Projekt für schwebende Kommunikationsstationen in Ballons beendet, weil damit kein nennenswerter Gewinn zu erwirtschaften war.

Loon-Ballone sind schwebende Kommunikationsstationen mit Solarstromversorgung. Von etwa 29 Kilometern Höhe aus leuchteten sie ein Areal von einem Durchmesser von etwa 40 Kilometern aus. Zeitweilige Partner Googles für Loon waren der US-Netzbetreiber AT&T oder Telkom Kenya, mit denen zusammen Loon 2020 sein erstes kommerzielles Netz einrichtete.

Aalyria Technologies hat 26 Beschäftigte, Google hat die Rechte an seiner Technologie gegen eine Beteiligung vergeben. J2 Ventures und mehrere Einzelinvestoren haben Aalyria ebenfalls bei der Finanzierung unterstützt.

Durchbruch bei Laserübertragungen erzielt

Die Übertragung von Informationen durch Laser (WOC - Wireless Optical Communications) wird durch Hitze, Regen, Wolken und Nebel bislang so stark gestört, dass sie unbrauchbar werden. Zuletzt erzielte Google bei Loon hier einen Durchbruch. Das Laserlicht wird durch Ausnutzung der Raman-Streuung bei Nebel oder Dunst weniger gestreut und kann daher mit höherer Zuverlässigkeit größere Entfernungen überwinden.

Aalyria kann Daten mit Geschwindigkeiten von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde über Hunderte von Kilometern senden. "Wir können 1 Gigabit pro Sekunde an jeden Sitzplatz in einem Flugzeug liefern", sagte Chris Taylor, Chief Executive bei Aalyria.

Die Minkowski-Software aus Project Loon wurde in dem neuen Unternehmen in Spacetime umbenannt. Sie wurde bei Google verwendet, die zukünftige Position der Ballons zu errechnen und zu halten, wenn sich ihre Entfernungen und Höhen änderten. Aalyria möchte die Software verwenden, um Verbindungen zwischen Zehntausenden von sich bewegenden Objekten zu verwalten, Satelliten, Flugzeuge, Boote oder Fahrzeuge. Was früher Internetversorgung in entlegende Gebiete bringen sollte, wird nun zur Kriegsführung genutzt: Aalyria hat bereits einen Vertrag zur Demonstration seiner Technologie für das US-Militär.

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