A10-5800K im Test: AMDs Trinity überzeugt mit geringem Preis und schneller GPU

Nachdem AMD in der vergangenen Woche die "accelerated processing units" (APU) der neuen A-Serie vorgestellt hatte , nennt das Unternehmen nun letzte Details und gibt vollständige Tests frei. Die bisher unter dem Codenamen "Trinity" bekannten Chips lösen die bisherige A-Serie (Llano) ab und entsprechen weitgehend den schon erhältlichen Notebook-Trinitys .
Die Bausteine basieren im CPU-Teil auf der Bulldozer-Architektur , die Module statt vollständige Kerne verwendet. Je zwei Integer-Cores – die sich dem Betriebssystem als eigenständige Kerne darstellen – teilen sich eine FPU und SIMD-Einheit. Gegenüber den ersten FX-Bulldozern hat AMD die Module leicht überarbeitet, sie tragen nun den Codenamen Piledriver. Bis zu 13 Prozent schneller sollen sie bei Single-Thread-Anwendungen laut AMD sein.










Bei den Serien A10 und A8 gibt es zwei Module, und damit vier Kerne und Threads, die Serien A6 und A4 stellen sich wie Dual-Cores dar. Sie verfügen zudem über 1 statt 4 MByte L2-Cache wie bei A10 und A8. Mit kleineren Modellnummern über die gesamte A-Serie sind auch Takt und Bestückung mit Rechenwerken des GPU-Teils immer geringer. Neu sind auch zwei Athlons für den Sockel FM2, sie besitzen keine GPU. Die gesamte Plattform mit Chipsätzen der Serie A8 trägt auch den internen Codenamen Virgo.
Neuer Sockel und flexible Grafik
Mit Trinity führt AMD auch den neuen Sockel FM2 ein, der mechanisch und elektrisch zum Sockel FM1 der Llanos inkompatibel ist. Nötig wurde das unter anderem durch den neuen GPU-Kern, der auf den Desktop-Grafikkarten der Serie Radeon HD 6000 mit VLIW4-Architektur basiert. Dennoch tragen die integrierten Grafikeinheiten den Namen Radeon HD 7000. Das modernere GCN-Design kommt erst 2013 mit den Bausteinen 'Kaveri' und 'Kabini' in die APUs.










Da ein neuer Sockel für Aufrüster immer eine schlechte Nachricht ist, gab AMD bei der Vorstellung von Trinity in München das Versprechen ab: Mindestens drei Jahre soll der Sockel FM2 mit neuen Produkten unterstützt werden. Die Abkehr von der Strategie, jedes Jahr einen neuen Sockel einzuführen, hat allerdings auch einen Nachteil: Die FX-Prozessoren bleiben auch in der noch 2012 erwarteten Version "Vishera" beim Sockel AM3+, der auch noch 2013 genutzt werden soll. Erst danach ist eine Vereinheitlichung der Desktop-Sockel geplant.
Da sich die CPU-Kerne wie bei Intels Wechsel von Sandy Bridge zu Ivy Bridge kaum verändert haben, liegt auch bei Trinity der Schwerpunkt auf der neuen GPU. Und selbst wenn Intel mit Ivy Bridge einen großen Schritt getan hat – die Radeon-GPUs bleiben auch bei Trinity führend bei integrierten Lösungen, die die Benchmarks zeigen. Dazu kommt noch, dass die Mainboardhersteller AMDs APUs immer besser unterstützen.
So finden sich beispielsweise an dem von AMD zusammen mit den Prozessoren geschickten Mainboard A85-M Pro von Asus gleich vier Display-Anschlüsse: DVI-D, HDMI, Displayport und VGA. Je drei davon lassen sich parallel nutzen, auch mit den Eyefinity-Funktionen für eine durchgehende Arbeits- oder Spielfläche. Bei wenig anspruchsvollen Spielen kommen so bei 5.760 x 1.080 Pixeln noch halbwegs spielbare Bildraten um 30 fps heraus.
Zudem bietet AMD von Anfang an mit seinen Catalyst-Treibern Unterstützung für mehrere Monitore unter Windows 7 und 8. Auch die anderen Radeon-Funktionen wie die Beschleunigung von Videotranscodierung und die Stabilisierung von wackeligen Videos – auf Wunsch auch für Streams wie von Youtube – beherrscht Trinity.
Sehr schnelle GPU, kaum verbesserte CPU
Wir verwenden im Folgenden die Messwerte unserer Kollegen von PC Games Hardware, welche den A10-5800K und A8-5600K getestet haben. Beide CPUs sind, wie bei Intel, mit dem K am Ende der Modellnummer als offene Versionen ohne festen Multiplikator gekennzeichnet, lassen sich also recht einfach übertakten.
Wie die Preise schon andeuten, kann es auch AMDs Spitzenmodell der A-Serie, der 5800K, nur mit Intels Pentiums und kleinen Modellen der Serie Core-i3 aufnehmen – jedenfalls wenn es um die Rechenleistung des CPU-Teils geht. Geht es um Anwendungen, die nur einen Thread stark belasten, sind die Intel-Prozessoren dabei sogar noch schneller, Trinity kann seine Vorteile nur mit Multithreading-Software ausspielen.










Ganz anders sieht das aber bei Spielen aus. Entsprechend schnellen Hauptspeicher vorausgesetzt, den die GPU mitbenutzt, kann ein Trinity fast doppelt so schnell sein wie Intels HD Graphics 4000. Diese GPU ist zudem nur mit wesentlich teureren Core-Bausteinen zu haben.
Eindeutig in die andere Richtung fallen die Messungen der Leistungsaufnahme aus: Trinity, der noch in 32-Nanometer-Technik gefertigt ist, ist weder in Ruhe noch bei hoher CPU-Last so sparsam wie Intels Pentium oder Core-i3. Dabei ist aber zu beachten, dass für die gleiche Leistung von CPU und GPU bei einer Intel-Plattform noch eine gesteckte Grafikkarte einzurechnen ist, was den Energievorteil relativiert. Tests mit weiteren Anwendungen und Spielen finden sich bei PC Games Hardware.(öffnet im neuen Fenster)
Fazit – günstige PCs mit viel Bastelpotenzial
Insgesamt ist Trinity damit ein faires Angebot für Menschen, die keine Spitzenleistung von den CPU-Kernen erwarten und für gelegentliches Spielen weder besonders hohe Auflösungen noch Detaileinstellungen nutzen wollen.
Wie schon der erste in Deutschland erhältliche Trinity-PC von Aldi zeigte, liegt das Einsatzgebiet der neuen A-Serie bei Rechnern um 500 Euro. AMD macht Intel damit in der unteren Mittelklasse der Komplett-PCs Konkurrenz. Das bringt zwar wenig Prestige, aber hohe Stückzahlen.










Durch die geringen Kosten und die Langlebigkeit des Sockels FM2 kann Trinity auch ein günstiger Einstieg ins PC-Basteln sein. Bis auf die CPU-Leistung geht man mit der neuen Plattform keine Kompromisse ein, denn die Mainboards bieten mit USB 3.0 und 6-GBit-SATA viele moderne Schnittstellen. PCI Express 3.0 ist durch neue APUs auch möglich. Konkurrenzlos sind zudem die Videofunktionen wie die Unterstützung von drei Monitoren bei Spielen und Desktop-Anwendungen.