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A Way Out im Test: Knast-Koop mit tiefgründiger Story

Keine Kompromisse für den Mainstream: A Way Out ist ein kurzes, aber intensives Koop-Abenteuer für Couch-Freunde. Leider kämpfen die Charakterköpfe Vincent und Leo bei ihrer Flucht nicht nur mit der Polizei, sondern vor allem mit der Umsetzung der Actionpassagen.

Ein Test von Olaf Bleich und Benedikt Plass-Fleßenkämper veröffentlicht am
A Way Out spielt in den 1970er Jahren und orientiert sich stark an klassischen Ausbruchs- und Gangsterfilmen.
A Way Out spielt in den 1970er Jahren und orientiert sich stark an klassischen Ausbruchs- und Gangsterfilmen. (Bild: Electronic Arts)

Josef Fares ist ein Freigeist. Der Künstler mit libanesischen Wurzeln führte bei sechs Filmen wie Jalla! Jalla! oder Zozo Regie, verlor jedoch bereits in jungen Jahren sein Herz an Videospiele. 2011 wandte er sich dieser neuen Herausforderung zu und bewies in Brothers: A Tale of Two Sons Feingefühl für erzählte Geschichten und ungewöhnliche Spielkonzepte. Sein neues Spiel A Way Out ist ein weiteres exzellentes Beispiel dafür - allerdings nicht ganz so gut wie der Vorgänger.

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Für Fares sind digitale Spiele eine ganz eigene Welt. Bereits vor der Veröffentlichung seines neuen Werks A Way Out für PC, Playstation 4 und Xbox One bestätigte der 40-Jährige im Gespräch mit Golem.de, dass er die Möglichkeiten dieses modernen Mediums liebe. Wie weit diese Leidenschaft für ihn geht, sprudelte bereits bei den Game Awards 2017 aus ihm heraus. Josef Fares ist ein Querdenker, und genau deshalb ziehen seine Spiele Aufmerksamkeit auf sich. Das unter seiner Führung bei den schwedischen Hazelight Studios entwickelte Koop-Abenteuer trägt ebenfalls unverkennbar Fares' Handschrift. Für A Way Out schrieb er nicht nur das Drehbuch, er stand für das Motion-Capturing seiner Figuren sogar selbst vor der Kamera.

Zwei vom gleichen Schlag

A Way Out bietet keinerlei Singleplayer-Optionen, das gesamte Spielprinzip basiert auf der Interaktion und der Zusammenarbeit zwischen zwei menschlichen Teilnehmern. Zu diesem Zweck bietet Hazelight sowohl einen Onlinemodus als auch den Couch-Koop an. Josef Fares betonte im Vorfeld der Veröffentlichung stets selbst, dass er den lokalen Multiplayermodus bevorzugt. A Way Out kommt aber auch Onlinefans entgegen, denn nur jeweils ein Spieler benötigt die Vollversion. Dieser lädt seinen Mitstreiter per Friends Pass ein, der Gast erhält dann beschränkte Zugriffsrechte für die Dauer der aktuellen Session.

  • Das Spielprinzip von A way Out basiert auf der Interaktion und der Zusammenarbeit zwischen zwei menschlichen Teilnehmern. (Bild: Electronic Arts)
  • Die ruhigen Momente, frei von Action und festen Missionszielen, erzeugen reichlich Atmosphäre. (Bild: Electronic Arts)
  • Vincent ist abgeklärt und rational, Leo dagegen aufbrausend und aggressiv. (Bild: Electronic Arts)
  • Die Koop-Mechanik funktioniert über weite Strecken des Spiels ausgezeichnet. (Bild: Electronic Arts)
Das Spielprinzip von A way Out basiert auf der Interaktion und der Zusammenarbeit zwischen zwei menschlichen Teilnehmern. (Bild: Electronic Arts)

A Way Out spielt in den 1970er Jahren und orientiert sich stark an klassischen Ausbruchs- und Gangsterfilmen wie Flucht von Alcatraz. Die beiden Gefängnisinsassen Vincent und Leo könnten kaum unterschiedlicher sein: Vincent ist abgeklärt und rational, Leo dagegen aufbrausend und aggressiv. Doch wie durch Zufall finden beide heraus, dass sie außerhalb der Mauern ein gemeinsames Problem haben. Also planen sie den Ausbruch.

A Way Out geizt nicht mit liebenswerten Klischees - vom Versteck im Wäschewagen bis zum Fluchtweg durch die Kanalisation. Diese erste Phase des Spiels dient dem Kennenlernen der Grundmechaniken und fühlt sich mit ihren lockeren Rätseln, die an Brothers: A Tale of Two Sons erinnern, vertraut an. Die Zusammenarbeit zwischen den Koop-Partnern dominiert das Spiel: Beim Freilegen des Fluchtwegs etwa steht der eine Spieler Schmiere und warnt den anderen. Diese Augenblicke erzeugen ein Wir-Gefühl, das über die gesamte Spielzeit erhalten bleibt.

Freude an den kleinen Dingen

Fast noch wichtiger als die großen Aufgaben sind die Kleinigkeiten, die Leo und Vincent beim Erkunden der Gebiete finden. Die ruhigen Momente, frei von Action und festen Missionszielen, erzeugen reichlich Atmosphäre. In A Way Out sind über zehn Minispiele versteckt, etwa Vier Gewinnt, Baseball, Armdrücken und sogar ein Arcade-Automat. Wer möchte, kann hier ein wenig Zeit totschlagen und mit seinem Partner eine noch tiefere Verbindung aufbauen.

Die eigentlichen Missionsziele bestehen zumeist aus typischen Koop-Knobeleien, bei denen ein Partner den anderen unterstützen muss. Wirklich schwierig ist A Way Out zu keinem Zeitpunkt, und es setzt auch den Fokus längst nicht so stark auf die spielerische Koop-Herausforderung wie etwa Portal 2.

Kurz, aber intensiv

In der leider allzu kurzen Spielzeit von vier bis sechs Stunden erzählt A Way Out eine mitreißende Geschichte von Freundschaft und kulminiert schließlich in einem großen Finale, das zwar etwas ausufernd, dafür aber umso spannender ist. Ein wenig schade ist, dass die Entwickler trotz Entscheidungsmöglichkeiten auf alternative Lösungswege verzichten. Die Story selbst bleibt stets linear.

Schön hingegen: Jedes Kapitel spielt sich anders. Auf Knobelpassagen folgt Action, dann gibt es wiederum emotionale Momente, die die Hintergründe der beiden Protagonisten beleuchten. Ebenfalls klasse: A Way Out inszeniert fast alle Momente im geteilten Bildschirm. In ruhigen Momenten schenkt das Spiel seinen Protagonisten jedoch die volle Aufmerksamkeit und schließt den zweiten Bildausschnitt mit einer sanften Animation.

Allerdings wollten die Macher gerade gegen Ende zu viel, das Spiel wirkt dadurch überfrachtet. Plötzlich brausen Leo und Vincent auf Motorrädern über Strände wie Rico Rodriguez in Just Cause 3 oder ballern sich aus der Verfolgerperspektive durch Gegnerscharen. Diese Sequenzen zeigen A Way Out die Grenzen auf, trotz der Verwendung der aus vielen Actionspielen bekannten Unreal Engine. Im Vergleich zum emotionalen Rest des Spiels wirken die Actioneinlagen zu flach und unausgegoren. Dass A Way Out Spieler dann doch noch mitnimmt, ist dem fesselnden Finale geschuldet. Dieses jedoch sollte jeder mit seinem Koop-Partner selbst erleben.

A Way Out kann bereits vorbestellt werden. Es erscheint am 23. März 2018 für Origin, PS4 und Xbox One und wird 30 Euro kosten.

Fazit

A Way Out erreicht nicht ganz die spielerische und erzählerische Klasse von Brothers: A Tale of Two Sons. Die Koop-Mechanik funktioniert über weite Strecken des Spiels ausgezeichnet und erschafft in Verbindung mit der insgesamt starken Story denkwürdige Momente und eine tolle Interaktion zwischen den Teilnehmern. Speziell die Aufgaben abseits der Missionsziele - zum Beispiel Baseball spielen oder Musizieren - sind ein Garant für das gemeinsame Erleben des Action-Abenteuers. Allerdings wirkt A Way Out gerade gegen Ende überladen. Die Shooter- und Rennpassagen halten dem Vergleich mit anderen Titeln nicht stand und brechen somit die Stimmung. Trotzdem ist A Way Out eine unterhaltsame und vor allem innovative Interpretation des Action-Adventure-Genres und zeigt, dass es auch im Jahr 2018 noch frische Spielkonzepte gibt.



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h3nNi 28. Mär 2018

Gibt es denn eine Demo?

emuuu 27. Mär 2018

Wtf? No offense und so aber mein Kollege und ich haben Freitags um 20.30 Uhr angefangen...

emuuu 24. Mär 2018

Gerade eben an einem Stück durchgesuchtet. Der online-coop ist auch splitscreen. Was aber...

Prypjat 23. Mär 2018

YMMD :D

deus-ex 23. Mär 2018

Zumal man mit 2 Switch(en) im Couch Coop das auch hätte geil umsetzen können.


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