A Plague Tale Requiem im Test: Mit Ratten und Rucklern durchs Mittelalter
Prachtgrafik und dramatische Ereignisse im Südfrankreich des 14. Jahrhunderts: Mit Requiem setzt Asobo sein A Plague Tale fort.
"Ich habe genug von den Dieben, Söldnern, Mördern - dem ganzen Pack, das uns ständig in die Quere kommt!" Das schreit eine junge Frau namens Amicia entnervt in der Kampagne des Action-Adventures A Plague Tale - Requiem. Eigentlich möchte Amicia nur mit ihrer Familie und insbesondere dem kleinen Bruder Hugo in Ruhe und Frieden leben. Stattdessen muss sie ständig um ihr Leben fürchten.
Das hat einen Grund: Hugo steht auf mysteriöse Art mit Ratten und einer Rattenplage in Verbindung - was ihm körperlich enorm zusetzt. Gemeinsam wollen die beiden im Südfrankreich des 14. Jahrhunderts einen sicheren Ort erreichen, damit sich der Kleine auskurieren kann.
Requiem spielt sechs Monate nach dem 2019 veröffentlichten A Plague Tale - Innocence, das ebenfalls bei dem französischen Entwicklerstudio Asobo (Flight Simulator) entstanden ist. Leider bietet Requiem keine Rückschau oder Erklärungen, so dass Einsteiger gelegentlich mit Verständnisproblemen rechnen müssen.
Im Idealfall wäre es also ratsam, zuerst das gelungene Innocence durchzuspielen und dann erst Requiem. Wer dazu keine Lust hat, kommt aber auch irgendwie zurecht. Die Emotionen der Protagonisten und die jeweilige Bedrohungslage sind schließlich immer sehr offensichtlich.
Im Normalfall steuern wir Amicia aus der Schulterperspektive durch Umgebungen, die in den meisten Fällen fast ganz linear sind. Nur ab und zu müssen wir halboffene Areale erkunden beziehungsweise sie durchqueren.
Das ist in vielen Fällen die eigentliche Aufgabe in Requiem: lebendig von A nach B zu gelangen - egal wie. Manchmal können wir einfach rennen, um mit etwas Glück die Ausgangstür ohne Wache im Nacken zu erreichen, und sind dann in Sicherheit.
Video: A Plague Tale Requiem - Trailer (Story) [1:57]
Meist müssen wir aber schleichen: Solange wir uns im hohen Gras oder Ähnlichem ducken, sind wir für die Feinde fast immer unsichtbar. Wir können Soldaten durch einen Steinwurf oder sonstige Aktionen ablenken und sie so austricksen.
Wachen ohne Helm können wir per Steinschleuder mit einem Headshot erledigen. Schön: Amicia hat unbegrenzte Munition. Sobald die Gegner aber behelmt sind, wird es komplizierter. Im Spielverlauf finden wir eine Armbrust sowie Messer - beides Neuerungen, die es im ersten Teil nicht gab.
Allerdings wird Requiem auch dadurch nicht zum Actionspiel. Das Messer etwa können wir nur einmal verwenden, und wir brauchen es fast immer unmittelbar, nachdem wir es gefunden haben.
Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten, bei denen mehr und mehr Ratten ins Spiel kommen. Die Biester werden im Verlauf der Kampagne immer wichtiger - und es sind viele: Stellenweise werden wir regelrecht von ungeheuren Schwärmen verfolgt, die sich wie eine riesige Welle auf uns stürzen.
Allerdings haben die Ratten eine Schwäche, sie scheuen nämlich Feuer und Licht. Solange wir in der Nähe einer Lampe bleiben, sind wir sicher. Das können wir uns zunutze machen: So müssen wir immer wieder mit der Steinschleuder die Fackeln von Feinden ausschießen (gezielt wird fast vollständig automatisch).