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"Hallo Welt!" auf 9Front
"Hallo Welt!" auf 9Front (Bild: Screenshot Golem.de)

Fast niemand benutzt 9Front

Wer verwendet 9Front eigentlich? Die Antwort lautet: fast niemand. Die einzigen Server, die während der Recherchen zu diesem Artikel unter 9Front liefen, hosten, wenig verwunderlich, die Webseiten von 9front.org und cat-v.org. Beides Webseiten, die sich intensiv mit Plan 9 und ähnlichen Betriebssystemen auseinandersetzen und von ebensolchen Leuten betrieben werden.

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Trotz oder sogar wegen seiner immer noch revolutionären Konzepte im Kern des Betriebssystems ist es in Bedienung und Oberfläche in den 1990er Jahren steckengeblieben. Denn um die Bedienung zu verbessern und damit Büroarbeiten durchzuführen, müsste eine Vielzahl an Bibliotheken und Programmen portiert werden. Diese Portierungen sind aufgrund der von den verbreiteten Windows- und Unix-Systemen stark abweichenden Architektur sehr arbeits- und damit kostenintensiv. Damit wird sich 9Front in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht gegen die besser aussehende und zu bedienende Konkurrenz im Büro durchsetzen.

Server oder ähnliche Systeme ohne direkte Benutzerinteraktion sind wahrscheinlich die einzigen Systeme, auf denen der Einsatz von 9Front zurzeit sinnvoll ist. Durch das schlanke System und die sehr guten Netzwerkfunktionen wären auch Spezialanwendungen im Internet of Things denkbar.

Fazit

Den Plan-9- und 9Front-Entwicklern ist es durchaus gelungen, die Konzepte von Unix nochmals weiterzuentwickeln. Durch vollständige Netzwerktransparenz eröffnen sich für experimentierfreudige Programmierer sehr interessante Möglichkeiten, einen Rechnerverbund zu nutzen und sich dabei mit Distributed Computing auseinanderzusetzen.

Die Benutzeroberfläche beschränkt sich auf das Nötigste und ermöglicht durch die effiziente Nutzung aller drei Maustasten nach kurzer Einarbeitungszeit ein sehr schnelles Arbeiten. Da 9Front explizit nicht für Endbenutzer entwickelt wird, fehlen Werkzeuge für diese Zielgruppe fast gänzlich. So gibt es nur den minimalistischen Webbrowser Mothra, die typischen Office-Programme fehlen.

Beeindruckend ist die Reaktionszeit des Fenstermanagers, er reagiert auf alle Eingaben ohne Verzögerung. Design und Bedienungskonzept dürften allerdings von den meisten Benutzern als nicht mehr zeitgemäß empfunden werden.

Die hervorstechendste Eigenschaft ist das konsequent umgesetzte Konzept, alles im Dateisystem abzubilden. Ein Teil dieses Konzepts wurde auch von Linux übernommen. So haben etwa procfs zum Verwalten von Prozessen unter Linux und sysfs zum Konfigurieren des Linux-Kernels ihren Ursprung bei Plan 9.

Damit kommt 9Front seinem Ziel, alte Probleme zu vermeiden und Neuland zu betreten, sehr nahe.

Die Zielgruppe dieses Betriebssystems sind eindeutig Freunde exotischer Betriebssysteme und Computerfreaks. Der durchschnittliche Benutzer wird jedoch in Panik geraten, wenn sein bekanntes Windows oder OS X durch 9Front ersetzt wird.

Wer sich tiefer mit dem System auseinandersetzen möchte, findet eine umfassende Einführung unter fqa.9front.org.

 Hallo Welt!

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Gromran 22. Feb 2017

Du meinst, sobald sich die FloppyDisk durchsetzt?

Crass Spektakel 15. Mär 2016

Ogott, Plan9... davon habe ich zum ersten Mal in der Uni erfahren und das ist schon...

Schrödinger's... 10. Mär 2016

So sieht's aus. Zu diesen (und anderen Themen) könnte man auch ganze Reihen von Artikeln...

PlanNine 10. Mär 2016

Ich habe Plan9 vor ca. 22 Jahren das erste mal wahrgenommen. Ich hatte den Eindruck das...



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