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980 Pro ausprobiert: Samsungs PCIe-Gen4-SSD ist eine Evo für Pros

Trotz Rückschritt beim Flash-Speicher übertrumpft Samsungs 980 Pro zumeist alle anderen NVMe-SSDs bei weitem.

Ein Test von veröffentlicht am
Samsungs 980 Pro
Samsungs 980 Pro (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Gut Ding will Weile haben, dachte man sich wohl in Südkorea: Während es von Samsung schon seit Monaten sehr flotte PCIe-Gen4-NVMe-SSDs wie die PM1733 für Server gibt, hielt sich der Hersteller bei Consumer-Modellen bisher zurück. Das ändert sich mit 980 Pro, denn die reizt das Gen4-x4-Interface fast aus.

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Samsung verspricht eine sequenzielle Leserate von bis zu 7 GByte pro Sekunde und eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 5 GByte pro Sekunde, allerdings sind diese Angaben wie so oft nur die halbe Wahrheit. Denn die Südkoreaner haben zwar den SSD-Controller massiv verbessert und auch den Flash-Speicher deutlich optimiert, dabei aber das "Pro" im Namen ein wenig außer acht gelassen ... doch der Reihe nach.

Die 980 Pro ist ein M.2-2280-Kärtchen, welches einseitig bestückt wurde. Darauf sitzen der Controller, der DRAM-Puffer und zwei NAND-Speicher-Packages. Der Elpis genannte SSD-Controller wird in einem modernen 8-nm-Verfahren gefertigt und unterstützt PCIe Gen4 x4 sowie NVMe 1.3c, weitere Angaben wie die Anzahl der Kanäle machte Samsung wie üblich nicht. Eine Hardware-Verschlüsselung mit AES-256 ist integriert, die gibt es bei der Phison-E16-basierten Konkurrenz ebenfalls.

  • Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)
  • Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)
  • Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)
  • Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)
  • Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)
Samsung 980 Pro (Bild: Golem.de)

Bisher galt die Regel: Wenn eine Samsung-SSD ein Pro-Suffix trägt, wird Flash-Speicher mit zwei Bit pro Zelle (MLC) eingesetzt. Die Evo-Modelle wie die 970 Evo Plus (Test) hingegen nutzen drei Bit pro Zelle (TLC), was mit einer niedrigeren Schreibgeschwindigkeit und einer verringerten Haltbarkeit der Zellen einhergeht. Bei der 980 Pro hingegen setzt Samsung ungeachtet dessen auf den V-NAND v6 mit 136 Schichten und TLC, welcher kompakter und sparsamer als der V-NAND v5 ist.

Ein Blick auf die TBW (Total Bytes Written) zeigt das Resultat: Verglichen zur 970 Pro mit MLC halbiert sich die garantierte Schreibmenge innerhalb von fünf Jahren. Samsung sagt dazu, dass den eigenen Statistiken zufolge 99 Prozent der SSD-Kaufenden weniger als 156 TByte und 99,7 Prozent weniger als 600 TByte schreiben würden. Neben der Haltbarkeit spielt jedoch auch die Schreibgeschwindigkeit bei TLC eine Rolle.

Die bis zu 7 GByte pro Sekunde - welche die 980 Pro tatsächlich erreicht - gelten nämlich nur dann, wenn die TLC-Zellen im SLC-Modus genutzt werden. Damit diese Geschwindigkeit möglichst lange anhält, hat Samsung den Puffer kräftig erweitert: Der statische Anteil verändert sich verglichen zur 970 Evo Plus zwar nicht, der dynamische abhängig vom Füllstand der SSD wurde jedoch verdrei- bis verfünffacht.

980 Pro (250 GByte)980 Pro (500 GByte)980 Pro (1 TByte)980 Pro (2 TByte)
ControllerElpisElpisElpisElpis
Flash-SpeicherV-NAND v6, TLCV-NAND v6, TLCV-NAND v6, TLCV-NAND v6, TLC
DRAM-Cache512 MByte LPDDR4512 MByte LPDDR41 GByte LPDDR42 GByte LPDDR4
Packages2 x (2 x 512 GBit 136L) 2 x (4 x 512 GBit 136L) 2 x (8 x 512 GBit 136L) (?)
Sequenzielles Lesen6.400 MByte/s6.900 MByte/s7.000 MByte/s(?)
Sequenzielles Schreiben (SLC)2.700 MByte/s5.000 MByte/s5.000 MByte/s(?)
Write-Cache4+45 GByte4+90 GByte6+108 GByte(?)
Schreibrate ohne Puffer500 MByte/s1.000 MByte/s2.000 MByte/s(?)
IOPS (QD32)500K/600K800K/1.000K1.000K/1.000K(?)
TBW150 TByte300 TByte600 TByte1.500 TByte
Spezifikationen der Samsung 980 Pro

In knapp 30 Sekunden kann die 980 Pro dank 5 GByte pro Sekunde insgesamt rund 130 GByte schreiben, wohingegen eine 970 Pro oder 970 Evo Plus in der gleichen Zeit mit rund 65 GByte nur die Hälfte schaffen. Im schlimmsten Fall überträgt die 980 Pro (1 TByte) im TLC-Modus noch 2 GByte pro Sekunde, die 970 Pro (1 TByte) liegt mit 2,7 GByte pro Sekunde deutlich vorne.

Samsung MZ-V7S1T0BW 970 EVO Plus 1 TB NVMe M.2 Interne SSD Schwarz

Damit sich das positiv bemerkbar macht, muss jedoch ein Workload ablaufen, der das Drive weit füllt. Unter Dauerlast helfen der vernickelte Controller und der Kupferaufkleber die 980 Pro kühl zu halten - sehr begrüßenswert! Nehmen wir synthetische Benchmarks wie Atto und Crystal Disk, dann liegt die 980 Pro weit vor anderen PCIe-Gen4-Modellen wie der Corsair MP600 mit Phisons E16-Controller. Die schaffen nur 5 GByte pro Sekunde lesend und 4,3 GByte pro Sekunde schreibend.

  • Ryzen 9 3900XT, 32 GByte DDR4-3600, Win10 v2004 (Bild: Golem.de)
  • Ryzen 9 3900XT, 32 GByte DDR4-3600, Win10 v2004 (Bild: Golem.de)
  • Ryzen 9 3900XT, 32 GByte DDR4-3600, Win10 v2004 (Bild: Golem.de)
Ryzen 9 3900XT, 32 GByte DDR4-3600, Win10 v2004 (Bild: Golem.de)

Im Consumer-Alltag beim Übertragen von großen Ordnern oder der Ladezeit zeigt sich vor allem, dass Windows 10 und darauf laufende Anwendungen die Hardware schlicht nicht sinnvoll nutzen können - wie etwa der PCMark10 aufzeigt. Das dürfte sich zwar zumindest in Spielen dank DirectStorage künftig ändern, Stand heute bremst die Software die 980 Pro aber aus.

Samsung verkauft die SSDs ab 85 Euro (250 GByte) über 140 Euro (500 GByte) bis 210 Euro (1 TByte); eine Version mit 2 TByte soll noch 2020 folgen. Die Preise bewegen sich etwas über denen der PCIe-Gen4-Konkurrenz, die Performance liegt allerdings je nach Last deutlich darüber. Für OEM-Systeme wie Notebooks plant Samsung die etwas langsamere PM9A1 als Client-SSD.

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zonk 23. Sep 2020

Besseres Dateisystem verwenden.

ThorstenMUC 23. Sep 2020

Du willst den SSD-Controller ernsthaft in eine Wasserkühlung einbinden?! Ja - die Dinger...

ThorstenMUC 23. Sep 2020

Als Gamer reicht dir auch die EVO - es geht ja nur um das schnelle Lesen der Daten. Das...


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