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96 Prozent Minus: Porsche mit Gewinneinbruch wegen Verbrenner-Kehrtwende

Porsche schlittert durch seine gescheiterte E-Strategie in die Krise. Das Nettoergebnis sank gegenüber dem Vorjahr um 96 Prozent.
/ Andreas Donath
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Porsche-Wappen in der Produktion (Symbolbild) (Bild: Porsche)
Porsche-Wappen in der Produktion (Symbolbild) Bild: Porsche

Porsche meldet einen Gewinneinbruch von fast 96 Prozent(öffnet im neuen Fenster) in den ersten drei Quartalen 2025. Das Ergebnis nach Steuern sank auf 114 Millionen Euro, verglichen mit 2,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen sogar in die Verlustzone.

Die Zahlen zeigen die Folgen der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens . Das operative Ergebnis lag zwischen Juli und September bei minus 966 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Porsche noch ein Plus von 974 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten um sechs Prozent auf 26,9 Milliarden Euro zurück.

Die Kosten für die Kehrtwende in der Antriebsstrategie belasten die Bilanz erheblich. Das Management hatte die ursprünglichen Elektrifizierungspläne revidiert und den Bau einer eigenen Akkufabrik gestoppt. Stattdessen setzt der Hersteller nun wieder verstärkt auf Verbrenner. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet das Unternehmen mit Sonderbelastungen von etwa 3,1 Milliarden Euro. Die Entwicklung der geplanten neuen Plattform für Elektrofahrzeuge wird neu terminiert. Diese soll in Abstimmung mit anderen Volkswagen-Konzernmarken technologisch neu aufgesetzt werden.

Finanzvorstand Jochen Breckner beschreibt die aktuelle Phase als notwendigen Übergang. Die schwächeren Kennzahlen seien eine bewusste Entscheidung, um die langfristige Position des Unternehmens zu festigen. Ab 2026 erwartet die Unternehmensführung eine merkliche Verbesserung der Geschäftslage.

Der Netto-Cashflow im Bereich Automobile stieg hingegen auf 1,34 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Marge von 5,6 Prozent, nach 4,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Breckner bezeichnet dies als Beleg für die Resilienz des operativen Geschäfts.

Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge stieg auf 35,2 Prozent weltweit. In Europa erreichte der Elektrifizierungsanteil 56 Prozent. Dabei sind allerdings elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride vermischt.

Absatzprobleme in wichtigen Märkten

Die Verkaufszahlen entwickeln sich weiter rückläufig. Von Januar bis September lieferte Porsche rund 213.000 Fahrzeuge aus, sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders der chinesische Markt bereitet dem Hersteller Schwierigkeiten.

In China verkaufte das Unternehmen nur noch etwa 32.200 Fahrzeuge, ein Rückgang von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Oliver Blume, der noch bis Jahresende als Vorstandschef fungiert, spricht von einem kompletten Einbruch des Luxusmarktes in China. Ein Viertel des bisherigen Gesamtvolumens sei dadurch weggefallen. Anfang 2026 übernimmt Michael Leiters, zuvor bei McLaren tätig, die Führung des Sportwagenbauers.

Der Vergleich zu früheren Jahren verdeutlicht das Ausmaß der Entwicklung: 2022 setzte Porsche im gleichen Zeitraum noch 68.700 Fahrzeuge in China ab. Neben den Problemen in Asien belasten auch US-Zölle und der schleppende Hochlauf bei Elektrofahrzeugen das Geschäft.

Personalabbau und Sparmaßnahmen geplant

Das Unternehmen reagiert auf die wirtschaftliche Lage mit Strukturanpassungen. Bis 2029 sollen etwa 1.900 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Zusätzlich laufen die Verträge von ungefähr 2.000 befristet Beschäftigten aus.

Ein weiteres Sparprogramm wird derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt. Breckner deutet an, dass sich die Rahmenbedingungen absehbar nicht verbessern werden. Das Unternehmen müsse daher in allen Bereichen weitreichende Maßnahmen prüfen.


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