Zum Hauptinhalt Zur Navigation

900 MHz: Bessere LTE-Versorgung der Bahn kommt 2 Jahre später

Die Bundesnetzagentur zahlt den Umbau auf gehärteten GSM-R-Zugfunk für alle Lokbetreiber. Doch die Umsetzung läuft schleppend und es gibt keine Sanktionen.
/ Achim Sawall
11 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
GSM-R bei der Bahn (Bild: Deutsche Bahn)
GSM-R bei der Bahn Bild: Deutsche Bahn

Die Beschränkung von LTE-Anlagen im 900-MHz-Band an Bahnanlagen fällt nicht wie geplant weg. Ursprünglich sollte mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die zusätzliche 4G-Funkfrequenz in Zügen in Betrieb genommen werden.

Das wurde nun von der Bundesnetzagentur untersagt und auf Dezember 2024 verschoben, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . "Diese Verschiebung geht nun zulasten der Mobilfunkkunden und einer entsprechenden Versorgung in den Zügen" , sagte ein Verantwortlicher eines großen deutschen Netzbetreibers dem Spiegel. "Wir fordern eine deutlich schnellere Umsetzung."

Mobilfunkbetreiber müssen LTE-Anlagen im wichtigen 900-MHz-Band von den Bahnanlagen wegdrehen , um den digitalen Zugfunk GSM-R nicht zu stören. Wie der SPD-Abgeordnete Gustav Herzog vom Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Mai 2020 erklärte, stellen gehärtete, störungsfreie GSM-R-Endgeräte eine Lösung dar. Durch deren Einbau würde in Zügen in Summe circa 250 MBit/s zusätzliche Bandbreite zur Verfügung gestellt.

Die Technik und den Einbau finanziert das Bundesverkehrsministerium komplett. Dennoch sind laut Spiegel insbesondere kleinere private Bahnbetreiber damit im Verzug, auch einige wenige Züge der Deutschen Bahn harren noch der Umrüstung. Die Frist wurde bereits einmal verlängert.

GSM-R hat Vorrang

GSM-R steht als sicherheitsrelevanter Mobilfunk in der Hierarchie über dem öffentlichen Mobilfunk. Um Störungen zu vermeiden, wurde um jede Gleisanlage ein Sicherheitskorridor errichtet. Vier Kilometer links und rechts vom Gleis darf der öffentliche Mobilfunk keine LTE900-Signale ausstrahlen. "Mobilfunkmasten werden abgeschaltet oder Antennen vom Gleiskörper weggedreht. Nur in enger Abstimmung und mit verminderter Sendeleistung darf der Sicherheitskorridor unterschritten werden" , erklärte Herzog.

"Das ist unhaltbar" , sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek dem Spiegel, "wenn wir sanktionslos immer die Fristen verlängern, dann kommen wir nie raus aus dieser Schneckengeschwindigkeit."


Relevante Themen