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Der Next Thing Chip
Der Next Thing Chip (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Community macht mit

Was uns während unseres Tests besonders auffiel, war das aktive Nutzerforum des Chips, in dem sich auch die Macher gelegentlich selbst äußern. Es liefert Hilfestellungen zu allen möglichen Problemen und Nutzungsszenarien, wenn auch zuweilen nur als Fingerzeig, vollständige How-Tos von Nutzern sind eher selten. Linux-Einsteiger dürften deshalb zuweilen überfordert sein.

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Die eigentliche, englischsprachige Dokumentation des Chips ist hingegen auch für Einsteiger verständlich. Störend ist bei den Erklärungen nur der wilde Wechsel von GUI-Programmen und Kommandozeilenaufrufen besonders beim Thema Lokalisierung und der Basiskonfiguration. Abhilfe schaffen würde hier wohl nur ein Werkzeug wie Raspi-Config für den Raspberry Pi.

Genervt hat uns auf der Suche nach der einen oder anderen Hilfestellung allein der Name des Bastelrechners: Chip. Bei Google & Co. kommen wir oft nicht weit damit und müssen wir den Herstellernamen "Next Thing" mit angeben, um sinnvolle Resultate zu erhalten. Das wiederum hat den Nachteil, dass die meisten Suchergebnisse auf das Forum des Herstellers verweisen, Texte auf Webseiten Dritter tauchen meist nicht auf.

Preis und Verfügbarkeit

Der Chip ist für 9 US-Dollar beim Hersteller erhältlich. Derzeit ist er zwar ausverkauft, aber ab Oktober soll er wieder geliefert werden. Die Versandkosten nach Deutschland betragen 6,22 US-Dollar.

  • Der Chip ist mit 9 US-Dollar preiswert...(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... aber auch sparsam mit Anschlüssen ausgerüstet.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit dem hier gezeigten Zubehör steigt der Preis auf 31 US-Dollar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Preistreiber ist der HMDI-Aufsatz. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wenigstens bleibt der Chip auch mit dem Aufsatz kompakt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein dünner Akku dazu und die mobile Spielelösung passt immer noch in die Jackentasche. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Chip positioniert sich nicht nur in der Größe zwischen dem Raspberry Pi Zero und 3, sondern auch bei der Leistung. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Mit dem hier gezeigten Zubehör steigt der Preis auf 31 US-Dollar. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Beim Zubehör wird es vergleichsweise teuer: Der HDMI-Aufsatz kostet 15 US-Dollar, der VGA-Aufsatz ist mit 10 US-Dollar etwas billiger. Das durchaus hochwertige Adapterkabel von Klinke auf Cinch kostet 5 US-Dollar. Die Kunststoffabdeckung ist mit 2 US-Dollar noch das preiswerteste Teil. Der Gesamtpreis für unsere Testgeräteausstattung liegt so bei insgesamt 31 US-Dollar.

Das Adapterkabel gibt es bei den einschlägigen Händlern auch günstiger, dann allerdings meist mit dünnerer Isolation. Aber Vorsicht! Es ist ein vierpoliges Adapterkabel notwendig, die meisten sind lediglich dreipolig.

Eigentlich kein Zubehör, sondern ein Komplettset ist der Pocketchip für 70 US-Dollar. Es besteht aus einem Chip mit einer Aufsatzplatine, die ein Display (480 x 272 Pixel) und eine Tastatur umfasst. Diese stecken in einem Gehäuse inklusive 3.000-mAh-Akku. Auch der Pocketchip ist erst ab Oktober lieferbar.

Wir haben den Eindruck, dass der Hersteller den günstigen und kaum gewinnbringenden Preis des Chip über höhere Preise beim Zubehör und bei Sets rentabel machen will. Das ist eine durchaus riskante Strategie.

Fazit

Ob sich da ein Test wohl lohnen würde, fragten wir uns, als der Chip schließlich im regulären Verkauf verfügbar war - bei 9 US-Dollar schien ein Fehlkauf schließlich verschmerzbar. Doch dann überließ uns Golem.de-Leser Nicolas Schulze ein Exemplar. Und beim Herumspielen kam uns die Erkenntnis, dass auch ein billiger Fehlkauf erst einmal Zeit kostet, die unsere Leser besser nutzen könnten.

Als Mediencenter ist der Chip kaum geeignet. Auch bei einem Einsatz als Zweitdesktop haben wir Bedenken. Zu viel (kostenpflichtiges) Zubehör, zu viel Verkabelung ist notwendig, die Basisausstattung erfüllt für diese Aufgaben nicht die heutigen Ansprüche. Da schwindet der Preisvorteil schnell dahin.

Fans von Retrospielen können mit dem Chip durchaus Spaß haben, solange es nicht gerade Playstation-Spiele sind. Allerdings sollte ein wenig Zeit eingeplant werden, um die richtige Konfiguration für den jeweiligen Emulator oder das Spiel zu finden. Das kann sich aber lohnen: Aufgrund der integrierten LiPo-Akku-Unterstützung ist der Chip prädestiniert für einen Gameboy Marke Eigenbau. Dem Hersteller ist das bewusst und er adressiert mit dem Pocketchip genau diese Zielgruppe.

Bastler könnten sich an der geringen Anzahl von GPIO-Pins stören, aufgrund der verfügbaren Bussysteme ist das aber ein lösbares Problem. Tatsächlich hat sich die Community dieses Problems bereits aktiv angenommen und es existierte bereits nach kurzer Zeit eine Reihe attraktiver Open-Hardware-Aufsätze. Wer sich deshalb für funkbasierte Elektronikprojekte interessiert, aber mit preiswerter Mikrocontroller-Technik wie dem ESP8266 fremdelt und eine High-Level-Programmierung bevorzugt, findet im Chip eine kostengünstige Alternative.

Insgesamt wird es spannend: Wenn es dem Hersteller gelingt, mit der Nachfrage in der Produktion Schritt zu halten, könnte er sich als echter Raspberry-Pi-Zero-Killer erweisen. Vorausgesetzt, es kommt nicht auf den letzten Millimeter beim Platzbedarf an und der Strombedarf ist nur ein untergeordnetes Kriterium.

 Videos gucken und Spiele zocken

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weltraumkuh 12. Sep 2016

kann jemand mir ein günstiges Touch-Display empfehlen (kann auch sehr klein sein)?

redwolf 07. Sep 2016

Du hast diesen Link vergessen: https://medium.com/@ecaron/why-i-stopped-hacking-the...

rwrw 05. Sep 2016

Unterstützung für MLC NAND ist bereits in Arbeit: http://lists.infradead.org/pipermail...

MattiasSch 05. Sep 2016

In dieser gesamten Allwinner-Ecke ist der Software-Support ziemlich gruselig für Leute...

dmal77 05. Sep 2016

https://de.wikipedia.org/wiki/KWT



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