Abo
  • Services:

860 QVO ausprobiert: Samsungs 4-Bit-SSD ist auf günstig getrimmt

Die QVO-Reihe soll qualitativ und preiswert sein: Samsungs 860 QVO gibt es mit 1 TByte bis 4 TByte für wenig Geld. Die SSDs nutzen daher QLC-Flash-Speicher, der ziemlich langsam schreibt. Im Alltag merken wir davon teilweise etwas, im schlimmsten Fall ist eine Festplatte schneller.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Samsungs 860 QVO
Samsungs 860 QVO (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Während Crucials P1 und Intels 660p auf QLC-Speicher in Kombination mit einem NVMe-Controller setzen, führt Samsung den 4-Bit-Flash clevererweise bei einer langsameren Sata-SSD ein: Die 860 QVO (Quality and Value Optimized) soll eine gute Geschwindigkeit bei niedrigem Preis erreichen - was wir durchaus so unterschreiben. Nutzern sollte allerdings bewusst sein, was für eine Technik sie mit der 860 QVO kaufen.

Stellenmarkt
  1. Controlware GmbH, Dietzenbach
  2. Siltronic AG, Burghausen

Noch vor ein paar Jahren hatte eine Speicherzelle einer SSD ein Bit (Single Level Cell), also zwei Ladungszustände. Später folgten zwei Bit (Multi Level Cell) und ergo vier Spannungsstufen, seit 2012 bietet unter anderem Samsung mit der 840 auch SSDs mit drei Bit (Triple Level Cell) und ergo acht Zuständen an. Je mehr davon, desto aufwendiger sind Schreibvorgänge - dadurch sinkt tendenziell die Geschwindigkeit und vor allem die Haltbarkeit. Mit dem Wechsel von planaren zu geschichteten Speicherzellen hat sich die Anzahl der P/E-Vorgänge verbessert, ein früher Defekt der SSD ist daher unwahrscheinlich geworden.

  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Samsung 860 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Um die Kapazität weiter zu steigern, sind vier Bit pro Zelle (Quadruple Level Cell) mit 16 Spannungsstufen der nächste Schritt. Samsung hat diese Technik bei seinem V-NAND v4 genannten 3D-Flash-Speicher umgesetzt, die 860 QVO ist die erste Consumer-SSD der Südkoreaner damit. Sie wird vorerst nur im 2,5-Zoll-Format mit 7 mm Bauhöhe verkauft, später sollen auch M.2-2280-Kärtchen folgen. Ein Blick ins Innere unseres 2-TByte-Musters zeigt, dass Samsung den von der 860 Evo bekannten MJX-Controller samt 2 GByte LPDDR4-Speicher und zwei NAND-Packages verwendet. Darin stecken je acht Dies mit je 1 TBit, welches sich aus 64 QLC-Zellschichten zusammensetzt.

860 QVO mit 1 TByte860 QVO mit 2 TByte860 QVO mit 4 TByte
ControllerMJX, 8 KanäleMJX, 8 KanäleMJX, 8 Kanäle
DRAM-Cache1 GByte LPDDR42 GByte LPDDR44 GByte LPDDR4
NAND-Packages1 x (8 x 1 TBit) 2 x (8 x 1 TBit) 2 x (16 x 1 TBit)
SLC-Turbowrite3 GByte6 GByte12 GByte
Seq. LesenBis zu 550 MB/sBis zu 550 MB/sBis zu 550 MB/s
Seq. SchreibenBis zu 520 MB/sBis zu 520 MB/sBis zu 520 MB/s
Schreiben ohne TWBis zu 80 MB/sBis zu 160 MB/sBis zu 160 MB/s
TBW360 TByte720 TByte1.440 TByte
Daten zur Samsung 860 QVO (laut Hersteller)

Weil sich QLC-NAND vergleichsweise langsam beschreiben lässt, hat Samsung wie üblich einen Pseudo-SLC-Puffer implementiert. Bei Turbowrite wird eine QLC-Zelle nur mit einem Bit beschrieben, was die Geschwindigkeit drastisch steigert; die Leserate bleibt davon unbeeinflusst. Wie viel Speicher im Pseudo-SLC-Modus zur Verfügung steht, hängt von der Kapazität der SSD sowie deren Füllstand ab. Für das 2-TByte-Modell sind es 6 GByte fix und bis zu 72 GByte dynamisch, wobei das Volumen sinkt, je voller die SSD mit Daten beschrieben ist. Mit Turbowrite schreibt die 860 QVO sequenziell mit bis zu 560 MByte/s und liest mit bis zu 530 MByte/s - beides ist nahe dem Limit der Sata-Schnittstelle.

Ist die Samsung-SSD unter Windows 10 formatiert, sind 1.863 GByte verfügbar. Kopieren wir nun unser 150-GByte-Archiv von GoG auf die 860 QVO, wird diese mit 480 MByte/s beschrieben. Nach exakt 78 GByte bricht die Schreibrate auf 130 MByte/s ein - das ist weniger, als eine aktuelle Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute erreicht. Bei sehr kleinen Daten und zufälligen Zugriffen liefert die 860 QVO wie andere Sata-SSDs geringere Schreibraten. Das Kopieren des Star-Citizen-Ordners auf die 860 Evo und die 860 QVO dauert auf Letzterer wegen des Mixes aus kleinen und großen Dateien deutlich länger. Untermauert wird dies vom Storage-2.0-Test des PCMark8, welcher als Transferrate nur rund 185 MByte/s anstatt etwa 310 MByte/s ausgibt.

860 QVO (1 TByte)860 QVO (2 TByte)860 QVO (4 TByte)
Fixer SLC-Puffer6 GByte6 GByte6 GByte
Dynamischer SLC-Puffer36 GByte72 GByte72 GByte
Turbowrite-Kapazität der Samsung 860 QVO

Samsung verkauft die 860 QVP als 2,5-Zoll-SSD ab Mitte Dezember 2018 für 160 Euro (1 TByte), für 310 Euro (2 TByte) und für 620 Euro (4 TByte) - zumindest sind das die offiziellen Listenpreise. Eine reguläre 860 Evo mit gleicher Speicherkapazität kostet im Handel etwa 160 Euro, 380 Euro und 840 Euro. Wir erwarten daher, dass vor allem das 1-TByte-Modell der 860 QVO in den nächsten Wochen für weniger Geld als von Samsung genannt verfügbar sein wird, damit der Abstand zur 860 Evo größer wird. Obacht: Die Garantie für die 860 QVO beträgt drei Jahre statt fünf Jahre, die nominelle Haltbarkeit (TBW) liegt bei gut der Hälfte.

Soll die 860 QVO vor allem als Alternative oder Ersatz für eine Festplatte mit viel Speicherkapazität genutzt werden, dann halten wir Samsungs neue SSDs für eine gute Wahl. Der QLC-NAND-Flash weist eine hohe Lesegeschwindigkeit und die typische kurze Latenz auf, was ein klarer Vorteil zu einer HDD ist. Als Laufwerk, welches oft und mit großen Datenmengen beschrieben wird, eignet sich die 860 QVO hingegen nicht - hier gibt es deutlich schnellere Modelle, die aber mehr kosten. Mittelfristig planen die Südkoreaner wohl eine 8-TByte-Variante, mehr unterstützt der MJX-Controller nicht.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 149,90€ + Versand (im Preisvergleich ab 184,95€)
  2. 119,90€
  3. 399€ (Vergleichspreis ab 467€)

Tom01 01. Dez 2018 / Themenstart

TLC sollte es schon sein.

1ras 30. Nov 2018 / Themenstart

Mein Eindruck ist eher, dass sie ihn ohne Grund haben. Das Desaster der TLC-Einführung...

Sinnfrei 29. Nov 2018 / Themenstart

Ja, aber eine große Datei und eine handvoll winzige Dateien ist doch wirklich kein guter...

GerryK 29. Nov 2018 / Themenstart

Eine SSD als Datengrab? Halte ich ja für keine so gute Idee. Eine alte HDD kann man 10...

Hotohori 28. Nov 2018 / Themenstart

Die Frage ist was "deutlich" hier bedeutet, von 160 bis 110 Euro sind es immerhin 50...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 2070 - Test

Wir haben uns zwei Geforce RTX 2070, eine von Asus und eine von MSI, angeschaut. Beide basieren auf einem TU106-Chip mit 2.304 Shader-Einheiten und einem 256-Bit-Interface mit GByte GDDR6-Speicher. Das Asus-Modell hat mehr Takt und ein höhere Power-Target sowie eine leicht bessere Ausstattung, die MSI-Karte ist mit 520 Euro statt 700 Euro aber günstiger. Beide Geforce RTX 2070 schlagen die Geforce GTX 1080 und Radeon RX Vega 64.

Geforce RTX 2070 - Test Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
Drahtlos-Headsets im Test
Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
  2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
  3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

    •  /