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860 Evo und 860 Pro ausprobiert: Samsungs SSDs sind flotter und sparsamer

Mit der 860 Evo und der 860 Pro bringt Samsung neue SSDs in den Handel. Sie nutzen einen überarbeiteten Controller und einen aktuellen 3D- Flash-Speicher . Die Geschwindigkeit steigt leicht bei gesunkener Leistungsaufnahme. Und die Preise sind fair.
/ Marc Sauter
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Samsungs 860 Evo und 860 Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Samsungs 860 Evo und 860 Pro Bild: Martin Wolf/Golem.de

Samsung hat die 860 Evo und die 860 Pro vorgestellt, zwei SSD-Serien mit Sata-6-GBit/s-Schnittstelle. Beide Reihen folgen auf die 850 Pro von 2014 und die 850 Evo von 2014, wobei letztere 2016 als 850 Evo v2 aktualisiert wurden. Bei den 860 Evo und den 860 Pro verwendet Samsung einen aktuellen 3D-Flash-Speicher, einen angepassten Controller und LPDDR4-Cache. Eine weitere Neuerung ist ein überarbeiteter Pseudo-SLC-Puffer, um die Schreibrate zu steigern.

Samsung 860 Evo und 860 Pro (Trailer)
Samsung 860 Evo und 860 Pro (Trailer) (01:02)

Beide SSD-Reihen verwenden den MJX-Controller, der offenbar notwendig ist, um den neuen 3D-Flash-Speicher anzusprechen. Bei den 850 Evo und den 850 Pro setzte Samsung noch NAND mit 32 Zellschichten (V-NAND v2), bei den 850 Evo v2 dann auf den 3D-Flash-Speicher mit 48 Layern ( V-NAND v3 ). Bei den 860 Evo und den 860 Pro nutzen die Südkoreaner wie erwartet den aktuellen V-NAND v4 mit 64 Schichten. Diesen 3D-Flash-Speicher gibt es in zwei Varianten, worin auch der maßgebliche Unterschied zwischen Evo und Pro besteht.

In den 860 Evo steckt die TLC-Version mit 3 Bit pro Speicherzelle und in den 860 Pro die MLC-Version mit 2 Bit pro Speicherzelle. Letztere sind daher schneller, weil MLCs flotter zu beschreiben sind als TLCs. Für die 860 Evo hat Samsung daher wieder einen Pseudo-SLC-Puffer implementiert, der eine bestimmte Menge an Daten mit 1 Bit pro Zelle schreibt, was schneller geht als volle 3 Bit je Zelle. Der neue Algorithmus entspricht dem der 960 Evo : Es steht immer eine fixe Kapazität für Turbowrite zur Verfügung, da diese Spare Area dafür verwendet. Abhängig vom Füllstand der SSD kann der Puffer erweitert werden.

Die sequenzielle Schreibgeschwindigkeit der 860 Evo liegt inklusive Pseudo-SLC-Puffer bei bis zu 550 MByte pro Sekunde. Ist die Turbowrite-Kapazität erschöpft, sinkt die Rate auf 300 MByte pro Sekunde bei den Modellen mit 250 GByte und 500 GByte. Alle 860 Evo mit mehr als 1 TByte Speicherplatz schaffen 500 oder 520 MByte die Sekunde. Die 860 Pro haben diese Einschränkung dank schnellerem MLC-Speicher nicht und liefern immer bis zu 530 MByte pro Sekunde.

Turbowrite-Kapazität der Samsung 860 Evo
860 Evo (250 GB) 860 Evo (500 GB) 860 Evo (1 TB) 860 Evo (2 TB) 860 Evo (4 TB)
Fixer SLC-Puffer 3 GByte 4 GByte 6 GByte 6 GByte 6 GByte
Dynamischer SLC-Puffer 9 GByte 18 GByte 36 GByte 36 GByte 72 GByte

Interessanter ist im Alltag jedoch die Geschwindigkeit bei kleinen Daten, die nicht am Stück, sondern wahlfrei (random) geschrieben werden.

Die Haltbarkeit steigt drastisch

Bei der generellen Leistung werden die 860 Evo und die 860 Pro zwar teilweise durch das Sata-6-GBit/s-Interface limitiert. Samsung zufolge sollen der MJX-Controller, der 64-Layer-NAND und der LPDDR4- statt LPDDR2/3-Cache aber die Geschwindigkeit bei wahlfreien Lese- und Schreibzugriffen unabhängig von der Befehlstiefe (Queue Depth) ein kleines bisschen steigern. Mangels 1-TByte-Modellen der 850 Evo und 850 Pro konnten wir die Werte allerdings nicht nachstellen. Spürbar dürften die Unterschiede ohnehin nicht sein.

Da der V-NAND v4 mit einer geringeren Spannung läuft und auch der LPDDR4 dürfte Einfluss haben, sind die neuen SSDs sparsamer: Samsung nennt für die 860 Evo mit 1 TByte einen mittleren Wert von 3 Watt - bei den 850 Evo v2 sind es immerhin 4,1 Watt. In Desktop-Systemen mit 2,5-Zoll-SSDs hat das zwar keine Relevanz, wohl aber für die mSata- und M.2-Versionen der SSDs.

Und noch einen Vorteil soll der neue V-NAND v4 laut Samsung haben: Er weist eine enorm gestiegene Haltbarkeit auf, die bei den 860 Evo doppelt bis vier mal so hoch ausfällt wie bei den 850 Evo v2 und bei den 860 Pro liegen die garantierten TBW (Terabytes Written) beim Doppelten bis Achtfachen - kein Scherz. Für die 850 Pro mit 2 TByte nennt Samsung nämlich 300 TByte und für die 860 Pro mit 2 TByte exorbitante 2.400 TByte. Die Garantie beträgt ungeachtet dessen nur noch fünf statt zehn Jahre, so wie bei den 850/860 Evo.

Preise der Samsung 860 Evo
860 Evo (250 GB) 860 Evo (500 GB) 860 Evo (1 TB) 860 Evo (2 TB) 860 Evo (4 TB)
Formfaktor M.2, mSata, 2.5 Zoll M.2, mSata, 2.5 Zoll M.2, mSata, 2.5 Zoll M.2 und 2.5 Zoll 2,5 Zoll
Preis 110 Euro 190 Euro 370 Euro 730 Euro 1.560 Euro
Preise der Samsung 860 Pro
860 Pro (256 GB) 860 Pro (512 GB) 860 Pro (1 TB) 860 Pro (2 TB) 860 Pro (4 TB)
Formfaktor 2,5 Zoll 2,5 Zoll 2,5 Zoll 2,5 Zoll 2,5 Zoll
Preis 145 Euro 260 Euro 500 Euro 990 Euro ?

Preislich sind beide neuen SSD-Familien in allen Formfaktoren (M.2, mSata und 2,5 Zoll) aggressiv aufgestellt: Das 1-TByte-Modell der 860 Pro soll 500 Euro kosten und das 1-TByte-Pendant der 860 Evo immerhin 370 Euro. Das ist weniger als beim Start der 850 Evo/Pro, seitdem sind die Kosten aber gesunken. Eine 850 Pro mit 1 TByte gibt es für 430 und eine 850 Evo für 300 Euro. Käufer sollten also ein paar Tage warten, wo sich die Straßenpreise einpendeln.


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