802.11be: Broadcom stellt komplettes Wi-Fi 7 Chip-Portfolio vor
Bis zu 40 GBit/s soll WLAN mit der Erweiterung 802.11be alias Wi-Fi 7 erreichen – als erster Hersteller stellte Broadcom ein komplettes Portfolio an Chips(öffnet im neuen Fenster) vor. Neben dem BCM4398 für Endgeräte sind darunter vier Chips für Access Points, jeweils zwei für den klassischen Router zu Hause (Consumer) sowie für Unternehmenslösungen (Enterprise).
Alle Chips unterstützen das 6-GHz-Band und können bis zu 320 MHz breite Kanäle zur Übertragung nutzen. Ebenfalls verfügbar ist Multi-Link-Operation (MLO), wodurch eine Verbindung nicht zusammenhängende Kanäle sowie mehrere Bänder nutzen kann. Außerdem können Teile der Kanäle an verschiedene Endgeräte zugewiesen werden, so dass Bandbreite besser verteilt werden kann.
Für den heimischen Access Point bietet Broadcom den BCM67263 und BCM6726 an. Beide unterstützen vier Streams für 4x4-MIMO oder Multi-User MIMO (MU-MIMO). Der BCM67263 ist auf das 6-GHz-Band beschränkt, kann dafür allerdings bis zu 320 MHz breite Kanäle nutzen. Der BCM6726 ist auf 160 MHz Kanalbreite begrenzt, kann dafür aber alle Bänder (2,4/5/6 GHz) nutzen. Damit sind Datenraten von 11,5 beziehungsweise 5,7 GBit/s möglich. Der BCM4398 für Endgeräte unterstützt zwei Streams sowie bis zu 320 MHz Kanalbreite. Zusätzlich ist Bluetooth 5.2 integriert.
Enterprise-Chips: wo ist der Unterschied?
Der BCM43740 und BCM43720 für professionelle Lösungen unterscheiden sich in ähnlicher Weise. Beide unterstützen alle verfügbaren Bänder, der BCM43720 allerdings nur mit zwei Streams und 160 MHz Bandbreite. Damit erreichen sie Datenraten bis zu 11,5 beziehungsweise 2,8 GBit/s. Worin genau der Unterschied zwischen den Consumer- und Enterprise-Lösungen liegt, wird leider nicht ganz klar. Letztere gibt es auch für den industriellen Temperaturbereich (-40 bis 85 Grad Celsius). Denkbar ist zudem, dass BCM43740 und BCM43720 eine höhere Sendeleistung unterstützen.
Ist ausgeschlossen, dass andere Nutzer des 6-GHz-Bandes gestört werden, darf dort nämlich eine deutlich höhere Sendeleistung genutzt werden. Hierzu ist allerdings ein Feature namens Automated Frequency Coordination (AFC) erforderlich. Dieses beschreibt Broadcom in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) . Hiermit fragt der Access Point eine Datenbank ab und kann so Kanäle, auf denen er andere Nutzer stören würde, aussparen. Für Teile des 5-GHz-Bands ist in Europa mit Dynamic Frequency Selection(öffnet im neuen Fenster) ein ähnlicher Mechanismus vorgeschrieben.
Keine eigenständige Lösung
Obwohl laut Produktdatenblatt alle Chips einen ARM-Kern enthalten, sind sie Teil einer Systemlösung. Sie werden mittels PCIe mit einem System-on-Chip verbunden, das auch Routing handhabt. Broadcom bietet dafür den BCM4916 an, der neben acht ARM-v8-Kernen auch einen Netzwerkprozessor enthält. Dazu kommen vier PCIe-Controller, zwei USB-PHYs mit Unterstützung für USB 3.2 sowie ein 10 GBit/s und vier 1 GBit/s Ethernet PHYs. Bis zu drei weitere Ethernet-Anschlüsse mit bis zu 10 GBit/s können über externe PHYs realisiert werden.
Die schnellen Netzwerkverbindungen sind erforderlich, um mit den Datenraten des WLANs mithalten zu können. Wer plant, einen Wi-Fi 7 Access Point zu installieren, sollte also beispielsweise beim NAS auf eine entsprechende Schnittstelle achten. Da Entwicklungspartnern bereits Produktmuster zur Verfügung stehen, kann mit ersten Geräten noch dieses Jahr gerechnet werden.
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