802.11ac Wave 2: Neue Chipsätze für die zweite Welle von ac-WLAN

Sowohl Qualcomm als auch Broadcom haben neue Chipsätze für Router angekündigt. Sie erlauben noch breitere Kanäle und das praktische MU-MIMO. Marketingtechnisch rüstet zumindest einer bereits gigabitweise auf.

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Die nächste WLAN-Welle überholt weit verbreitete Netzwerkkabel recht deutlich.
Die nächste WLAN-Welle überholt weit verbreitete Netzwerkkabel recht deutlich. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Qualcomm hat die Router-Chipsätze QCA9984 und QCA9994 angekündigt. Das erste Angebot ist vor allem für Heimrouter gedacht und aufgrund der Geschwindigkeit voraussichtlich zunächst in Oberklasse-Routern zu finden. Der 9994er-Chip hingegen soll das lange geplante 802.11ac Wave 2 auch in Unternehmensnetzwerke bringen.

Inhalt:
  1. 802.11ac Wave 2: Neue Chipsätze für die zweite Welle von ac-WLAN
  2. Der ac-WLAN-Standard ist für den Einsatz viel zu schnell

Beide Chips erlauben prinzipiell das Aufspannen besonders breiter WLAN-Kanäle. 160 MHz sind vorgesehen - und damit wird es auch im 5-GHz-Netz ziemlich eng. Hierzulande sind nur zwei überlappungsfreie Kanäle dieser Breite möglich. In Unternehmen wäre der Einsatz schwierig, auch wenn die Dämpfung im 5-GHz-Bereich hilft. In langen Gängen könnte der Administrator durchaus nur mit 160-MHz-Kanälen abwechselnd arbeiten und die erhöhten Ansprüche für Unternehmensinstallationen bedingt durch 802.11ac und das höhere Band einfach in den Griff bekommen. So einen Access Point möchte man jedoch nicht in der Nachbarschaft sehen, auch wenn er das Spektrum potenziell schnell wieder freiräumen kann. Auch der Betrieb von 80 + 80 MHz ist mit der Qualcomm-Lösung möglich. Vergleichbar ist das mit Channel Bonding oder Carrier Aggregation im Mobilfunk.

Für 160-MHz-WLAN fehlt es aber noch an Endgeräten. Die können also die maximal erreichbare Bandbreite in dem Modus von brutto 1,733 GBit/s gar nicht ausschöpfen. Die meisten Mobilgeräte arbeiten ohnehin bei 433 oder 867 MBit/s, da der Platz für die aufwendige Antennenkonfiguration schlicht fehlt. Kaum ein Smartphone-Anwender würde in mehrere Richtungen herausragende Antennen für schnelles WLAN akzeptieren.

Interessanter ist deswegen die Unterstützung von Multi User MIMO (MU-MIMO, maximal vier Clients gleichzeitig). Aber auch hier fehlt noch die Masse der Endgeräte, die damit umgehen können. MU-MIMO ermöglicht aber das Aufteilen der vorhandenen Kapazität auf unterschiedliche Endgeräte, die die Gesamtgeschwindigkeit ohnehin nicht erreichen können. Endgeräte müssen dem Access Point nämlich mitteilen, dass sie sich mit einem Teil der Aussendungskapazität zufriedengeben. Die Ausnutzungseffizienz des Spektrums steigt - allerdings nur beim Datenverkehr vom Access Point zum Client. MU-MIMO macht damit WLAN eher zu einem geswitchten Netzwerk und verhält sich nicht mehr wie ein Netzwerk-Hub, die in verkabelten Netzwerken kaum noch Einsatz finden.

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Der ac-WLAN-Standard ist für den Einsatz viel zu schnell 
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