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80 Prozent für Streik: Micron-Angestellte in Taiwan fordern höhere Boni

Micron-Mitarbeiter in Taiwan wollen wie die Kollegen bei Samsung und SK Hynix am Gewinn beteiligt werden.
/ Johannes Hiltscher
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Auch bei Micron, dem drittgrößten Speicherhersteller, droht Streik. (Bild: Luis Quintero, Pexels)
Auch bei Micron, dem drittgrößten Speicherhersteller, droht Streik. Bild: Luis Quintero, Pexels / Pexels-Lizenz

Die drei großen Speicherhersteller fahren aktuell dank der Speicherkrise sensationelle Gewinne ein. Bei den Beschäftigten kommt davon bislang allerdings wenig an: Zwar zahlen alle drei Unternehmen Boni, diese sind jedoch klassisch an die individuelle Arbeitsleistung gekoppelt und nicht an die Rekordgewinne. Das führt zunehmend zu Unmut: Samsung stellte nach Streikdrohungen bereits auf eine Gewinnbeteiligung um. SK Hynix machte ein ähnliches Angebot(öffnet im neuen Fenster), das die Mitarbeiter jedoch mit knapper Mehrheit ablehnten(öffnet im neuen Fenster).

Nun drohen auch in Taiwan zwei Gewerkschaften mit Streik, wie die Wirtschaftszeitung Commercial Times berichtete(öffnet im neuen Fenster). Betroffen sind zwei Werke des US-Speicherherstellers Micron. Die Gewerkschaftsmitglieder fordern eine Umstellung des leistungsorientierten Bonussystems auf eine Gewinnbeteiligung nach Vorbild von Samsung und SK Hynix. Diese wollen 10,5 und 10 Prozent des Gewinns an ihre Mitarbeiter auszahlen.

Ein Gewerkschaftsvertreter kritisierte, Microns leistungsbezogene Boni seien in den vergangenen Jahren kaum gestiegen und die Berechnungsmethodik sei intransparent. Im Vergleich zu Samsung und SK Hynix erhielten die Micron-Angestellten deutlich niedrigere Boni.

Vor dem Streik steht die Schlichtung

Getragen wird die Bewegung von den zwei größten Gewerkschaften bei Micron. Sie vertreten rund 10.000 Mitarbeiter an den Standorten in Taoyuan und Taichung. Insgesamt ist Micron an sieben Standorten in der Republik China vertreten, die 2023 65 Prozent der DRAM-Produktion(öffnet im neuen Fenster) des Unternehmens ausmachten.

Ein Streik steht allerdings nicht unmittelbar bevor. Zunächst schreibt das taiwanesische Arbeitsrecht eine Schlichtung mit der Unternehmensleitung vor. Diese soll bis spätestens Mitte September 2026 beginnen. Sollte die Schlichtung scheitern, könnten die Gewerkschaften eine Urabstimmung über einen Streik abhalten. Dies könnte noch im September erfolgen. In Umfragen hätten sich aber bereits rund 80 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik ausgesprochen, hieß es.

Ein Gewerkschaftsvertreter sagte allerdings der Commercial Times, ein Streik sei nur das letzte Mittel. Man bevorzuge eine einvernehmliche Lösung. Auch bei TSMC hatte es im laufenden Jahr bereits Debatten über einen Streik gegeben.


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