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80 Plus Titanium: Titan statt Platin für PC-Netzteile

Ecova hat 80 Plus Titanium vorgestellt. Die neue Effizienzklassifizierung sieht erstmals Messungen bei 10 Prozent Auslastung vor, die Anforderung bei halber Auslastung liegt bei hohen 96 Prozent Effizienz.
/ Marc Sauter
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Das AX1500i ist eines der ersten Netzteile mit 80 Plus Titanium. (Bild: Corsair)
Das AX1500i ist eines der ersten Netzteile mit 80 Plus Titanium. Bild: Corsair

Die hinter der 80-Plus-Zertifizierung stehende Firma Ecova hat 80 Plus Titanium verabschiedet. Die freiwillige Effizienzklassifizierung für Netzteile führt Messwerte bei geringer Auslastung ein, zudem schreibt sie einen generell höheren Wirkungsgrad fest und gibt einen Leistungsfaktor vor.

80-Plus-Zertifizierungen bei 230 Volt
10 Prozent Auslastung 20 Prozent Auslastung 50 Prozent Auslastung 100 Prozent Auslastung
80 Plus Bronze - 81 Prozent Effizienz 85 Prozent Effizienz 81 Prozent Effizienz
80 Plus Silver - 85 Prozent Effizienz 89 Prozent Effizienz 85 Prozent Effizienz
80 Plus Gold - 89 Prozent Effizienz 92 Prozent Effizienz 89 Prozent Effizienz
80 Plus Platinum - 90 Prozent Effizienz 94 Prozent Effizienz 91 Prozent Effizienz
80 Plus Titanium 90 Prozent Effizienz 94 Prozent Effizienz 96 Prozent Effizienz 91 Prozent Effizienz

Für Servernetzteile gibt es 80 Plus Titanium bereits seit einigen Monaten, auch die 230-Volt-Anforderungen für PC-Netzteile sind seit geraumer Zeit bekannt. Nun hat Ecova auch die offiziellen Maßgaben für das 115-Volt-Netz veröffentlicht: Bei 10, 20, 50 und 100 Prozent Belastung muss ein Netzteil eine Effizienz von mindestens 90, 92, 94 und 90 Prozent erreichen – also etwas weniger als bei 230 Volt. Zudem sieht 80 Plus Titanium einen Leistungsfaktor von 0,95 vor.

Die neue Klassifizierung enthält damit erstmals eine Effizienzvorgabe für 10 Prozent Auslastung und gibt die Leistungsfaktorkorrektur (PFC) vor. Damit trägt Ecova der Tatsache Rechnung, dass moderne PC-Systeme im Leerlauf oder bei geringen Lasten nur sehr wenig Leistung aufnehmen – im Test von Kaveri beispielsweise benötigt das komplette System nur 20 Watt.

Die Effizienz oder auch der Wirkungsgrad beschreiben, wie viel aus der Steckdose aufgenommene 115- oder 230-Volt-Leistung vom Netzteil in die anderen Energieformen umgewandelt wird. Dazu zählen die verschiedenen Spannungen eines PCs als elektrische Energie, im Falle von Lüfter und Festplatten aber auch mechanische Energie. Was nicht direkt genutzt wird, geben Bauteile wie das Netzteil in Form von Abwärme als thermische Energie frei. Abhängig von der Nennleistung und Kühlung ist daher oft ein Lüfter erforderlich.

Eines der ersten Netzteile mit 80 Plus Titanium wird das AX1500i von Corsair(öffnet im neuen Fenster) . Die Nennleistung beträgt 1.500 Watt – üblicherweise wird ein höherer Wirkungsgrad erst bei teuren Geräten implementiert, sehr effiziente Netzteile mit unter 400 Watt sind aus Kostengründen selten. Ein hoher Wirkungsgrad erfordert spezielle Bauteile, die sich bei teuren Netzteilen durch die hohe Marge besser abfedern lassen.


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