8 Ursae Minoris b : Diesen Exoplaneten dürfte es gar nicht geben

Der Stern des Exoplaneten 8 Ursae Minoris b hätte ihn eigentlich verschlingen müssen. Ein Forschungsteam wollte wissen, warum das nicht passiert ist.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung vom Exoplaneten 8 Ursae Minoris b und seines Sterns
Eine künstlerische Darstellung vom Exoplaneten 8 Ursae Minoris b und seines Sterns (Bild: Nasa)

Die Existenz des Exoplaneten 8 Ursae Minoris b ist so unwahrscheinlich, dass sich die Fachwelt fragt, warum es diesen 530 Lichtjahre entfernten Planeten überhaupt gibt. Ein Forschungsteam hat nun eine plausible Theorie gefunden.

8 Ursae Minoris b hat 1,31-mal mehr Masse als Jupiter, sein Durchmesser ist 1,22-mal größer als der des größten Planeten in unserem Sonnensystem. Das Kuriose an ihm ist sein geringer Abstand zu seinem Mutterstern. Denn dieser Exoplanet befinden sich nur halb so weit von seinem Stern entfernt, wie die Erde von der Sonne entfernt ist – um genau zu sein 0,40 AE (Astronomische Einheiten). 1 AE entspricht dem durchschnittlichen Abstand zwischen Erde und Sonne. Für eine komplette Umrundung seines Sterns benötigt er ungefähr 93 Tage.

Allen Anzeichen nach hätte sein Stern eine Phase durchlaufen müssen, in der er sich so stark aufblähte, dass er viele seiner umliegenden Planeten hätte verschlingen müssen. Dennoch ist 8 Ursae Minoris b immer noch vorhanden.

"Dieser Stern hätte seine Größe auf 0,7 AE ausgedehnt haben müssen, was den Planeten hätte verschlingen und zerstören sollen. Daher ist es sehr ungewöhnlich, dass der Planet noch existiert", erklärt der Astrophysiker Dimitri Veras von der University of Warwick in einer Pressemitteilung. Veras ist einer der Mitautoren der kürzlich veröffentlichten Studie.

Vermutlich gab es irgendwann einen zweiten Stern

Das Forschungsteam hat nun mehrere Theorien überprüft, die erklären könnten, warum es 8 Ursae Minoris b noch gibt. Am wahrscheinlichsten sei, dass der Stern einen Begleitstern hatte. Damit hätte es sich ursprünglich um einen Doppelstern gehandelt.

Sterne durchlaufen mehrere Phasen in ihrem Leben. Wenn ihnen der Brennstoff für ihre im Inneren stattfindenden Kernfusion ausgeht, blähen sie sich auf, wachsen zu einem roten Riesen und verschlingen alles im näheren Umkreis.

Nach der Doppelstern-Theorie hätte sich der Begleitstern aber nicht weiter vergrößert und dadurch dem heute noch bestehenden Stern genug Energie fürs weitere Bestehen geliefert. Der binäre Begleiter verschmolz schließlich mit dem Hauptstern und erscheint nun nur noch als einzelner Stern. Dieser blähte sich somit nicht auf und 8 Ursae Minoris b konnte dadurch überleben – zumindest scheint dies laut dem Forschungsteam die wahrscheinlichste Theorie zu sein.

Zur Studie

Die Studie wurde am 28. Juni 2023 in der Fachzeitschrift Nature publiziert und heißt A close-in giant planet escapes engulfment by its star (Ein nahegelegener Riesenplanet entgeht dem Verschlingen durch seinen Stern).

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