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8.000 BTC im Müll: Gericht lehnt Suche nach Bitcoin-Festplatte erneut ab

James Howells darf auf der Mülldeponie von Newport weiterhin nicht nach seiner 8.000- Bitcoin -Festplatte suchen. Sein Berufungsantrag wurde abgelehnt.
/ Marc Stöckel
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Eine sich auflösende Bitcoin-Münze (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / Mohamed_hassan)
Eine sich auflösende Bitcoin-Münze (Symbolbild) Bild: pixabay.com / Mohamed_hassan

Der Brite James Howells hat vor Gericht erneut eine Niederlage erlitten. Schon im Januar hatte ihm der britische High Court untersagt , auf einer Mülldeponie der Stadt Newport nach seiner versehentlich entsorgten Festplatte zu suchen, die ihm Zugang zu etwa 8.000 Bitcoin verleihen soll. Howells ging gegen das Urteil in Berufung, doch nun hat auch das Berufungsgericht sein Vorhaben zurückgewiesen.

"Das große britische Unrechtssystem schlägt wieder zu" , schreibt Howells in einem am 14. März veröffentlichten X-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) , in dem er selbst auf die jüngste Entscheidung aufmerksam macht. "Der Staat schützt immer den Staat" , erklärt er enttäuscht über die Ablehnung seines Berufungsantrages.

Als Begründung für seine Entscheidung erklärte das Berufungsgericht, Howells Vorhaben habe keine realistische Aussicht auf Erfolg . Damit folgt der zuständige Richter Christopher Nugee der Argumentation des High Court von Anfang Januar. Darüber hinaus gebe es "keinen anderen zwingenden Grund" für eine Anhörung, so dass der Antrag abgelehnt werden müsse, so der Richter weiter.

Howells macht weiter

Für Howells ist die Niederlage zwar enttäuschend, aufgeben will er aber nach wie vor nicht. Wie er schon in seinem X-Beitrag andeutete, will er mit dem Fall in den kommenden Wochen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) treten. Dort wolle er sein Recht auf Eigentum und sein Recht auf ein faires Verfahren durchsetzen, die die britischen Richter verletzt hätten, erklärte er Cointelegraph(öffnet im neuen Fenster) .

"Das britische Establishment will diesen Fall unter den Teppich kehren, und das werde ich nicht zulassen. Er wird nicht verschwinden – egal wie lange es dauert" , so Howells weiter.

Der EGMR kann die Entscheidung der britischen Gerichte zwar nicht aufheben, zumindest kann der Gerichtshof aber eine Untersuchung einleiten, bei der geklärt wird, ob die britischen Gesetze in Howells Fall in einer Weise ausgelegt wurden, die mit den Vorgaben des EGMR vereinbar sind.

8.000 Bitcoin auf dem Müll

Howells versucht schon seit Jahren eine Erlaubnis dafür zu erhalten, auf der Mülldeponie von Newport nach seiner Festplatte zu suchen. Letztere soll der Brite im August 2013 versehentlich mit einer anderen Festplatte verwechselt und infolgedessen entsorgt haben. Angeblich ist darauf der Zugang zu einer Bitcoin-Wallet gespeichert, in der etwa 8.000 BTC hinterlegt sind. Beim aktuellen Kurs entspricht das einem Gesamtwert von mehr als 600 Millionen Euro.

Die Stadtverwaltung von Newport wehrt sich seit jeher gegen Howells Umgrabungspläne und argumentiert dabei unter anderem mit Umweltauflagen. Nach zahlreichen Versuchen, selber mit der Stadt zu verhandeln, brachte der Brite den Fall im vergangenen Jahr vor Gericht .

Erst im Februar wurde bekannt, dass die besagte Mülldeponie demnächst geschlossen und in Teilen zu einem Solarpark umgewandelt werden soll. Für Howells kam diese Information überraschend, so dass er anschließend sogar in Erwägung zog, der Stadt die gesamte Deponie abzukaufen – sofern der Stadtrat denn daran interessiert wäre. Ob bereits entsprechende Verhandlungen stattfanden, ist nicht bekannt.


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