7.000 Arbeitsplätze: Tesla will Gigafactory bei Berlin bauen

Elon Musk hat bei der Verleihung des Goldenen Lenkrads angekündigt, dass Tesla seine erste europäische Gigafactory in Brandenburg südöstlich von Berlin bauen werde. In der Hauptstadt selbst soll ein Design- und Entwicklungszentrum entstehen.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden/
Elon Musk bei der Preisverleihung zum Goldenen Lenkrad
Elon Musk bei der Preisverleihung zum Goldenen Lenkrad (Bild: Autobild: Screenshot: Golem.de)

Elon Musk ist immer für eine Überraschung gut: Bei der Verleihung des Goldenen Lenkrads am Dienstag in Berlin sagte der Tesla-Chef, dass die erste europäische Gigafactory des US-Elektroautoherstellers in der Region Berlin in der Nähe des Großflughafens BER entstehen solle. Laut einem Bericht des Tagesspiegels sollen dort Elektroautos und Batterien produziert und 7.000 Jobs geschaffen werden. Der mögliche Standort sei ein Gelände in Grünheide in der Nähe der Stadt Erkner, einige Kilometer vom Flughafen entfernt. Wie hoch die Investitionssumme sei, teilte Tesla bisher noch nicht mit, es dürfte jedoch ein Milliardenbetrag sein.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemelektroniker/-in / Systeminformatiker/-in / Kommunikationselektroniker/-- in für ... (m/w/d)
    Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
  2. Managing Director Produktentwicklung (m/w/d)
    über Dr. Maier & Partner GmbH Executive Search, Frankfurt am Main
Detailsuche

Die Gigafactory 4 soll dem Bericht nach so groß werden wie die Factory 3 in Schanghai, wo eine Anfangskapazität von 150.000 Fahrzeugen jährlich geplant ist. Außerdem soll in Berlin ein Designzentrum gebaut werden. Wo dies entstehen soll, ist bisher noch nicht bekannt.

Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, wurde das Projekt im Geheimen mit dem brandenburgischen Wirtschaftsministerium seit Monaten vorangetrieben.

Brandenburg als Überraschungssieger

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Oktober kündigte Tesla an, dass sich die Auswahl des europäischen Produktionsstandortes "in der Endphase" befinde. Die Produktion solle 2021 starten. Zwischenzeitlich war Niedersachsen als möglicher Standort gehandelt worden. Brandenburg schaffte es laut Tagesspiegel erst unter die 30 Bewerber, dann in die Zehner-Shortlist und erhielt nun den Zuschlag.

In den vergangenen Jahren hatte Musk mehrfach Investitionen in einen europäischen Produktionsstandort angekündigt. Bislang gibt es nur im niederländischen Tilburg ein Montagewerk für das Model S und das Model X. Im Juni 2018 deutete Musk zudem an, dass Deutschland als Standort für eine Giga-Fabrik in Frage komme. Tesla will das Model 3 und das Model Y in Europa produzieren.

Die Bundesregierung will die finanzielle Förderung der Elektromobilität weiter ausbauen und die Kaufprämie für vollelektrische Autos unter einem Listenpreis von 40.000 Euro auf 6.000 Euro anheben. Für Plugin-Hybride im gleichen Preissegment ist eine Förderung von 4.500 Euro geplant. Für Autos mit einem Kaufpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro soll der Bonus auf 5.000 beziehungsweise für Plugin-Hybride auf 4.000 Euro steigen.

Von diesen Förderungen würde auch Tesla mit dem Model 3 profitieren. Mit Teslas Investition in Deutschland steigt der Druck auf die deutschen Autobauer, ihre Pläne für die Elektromobilität in die Tat umzusetzen und zusammen mit anderen Akteuren für eine tragfähige Infrastruktur zu sorgen, damit die Fahrzeuge auch praxisnah betrieben werden können.

Nachtrag vom 12. November 2019, 23:40 Uhr

Musk, der vor kurzem eigentlich eine Twitter-Pause ankündigte, twitterte am Dienstag zunächst "GIGA BERLIN", bevor er meldete: "Werden Batterien, Antriebe und Fahrzeuge bauen, beginnend mit dem Model Y." Tesla hatte im Oktober mitgeteilt, dass die in Schanghai gesammelten Erfahrungen auch beim Aufbau der Produktionslinien für das geplante Model Y in den USA genutzt werden sollten. Der Produktionsaufbau beim Model Y verlaufe schneller als geplant. Die ersten Exemplare des Crossover-SUV sollen im Sommer 2020 hergestellt werden.

Nachtrag vom 13. November 2019, 8:55 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte am Mittwoch die Entscheidung des Unternehmens. Diese sei "ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland". Zugleich sei dies "ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz". Altmaier hatte vor einem Jahr von der deutschen Autoindustrie ein Elektroauto gefordert, das nur "halb so sexy" wie ein Tesla Model 3 ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Fernando-05 16. Feb 2020

Ich bin sicher dass da höhere Instanzen unsere Politik dazu zwingen TESLA`s Pläne...

Fernando-05 16. Feb 2020

Selbst wenn man für den Strom ausschliesslich Diesel verstromen würde, brauchte man um...

tco 15. Nov 2019

Sie haben ein abgespecktes Modell angeboten, das sie aber ohne die herausgenommenen...

Bramme 14. Nov 2019

Da gibt es doch schon einen Bebaungsplan aus dem Jahre 2000 für ein Autowerk auf 300ha...

Dwalinn 14. Nov 2019

Und plötzlich ist die Reichweite doch wichtig, na dann kauf halt ein Diesel. :P Das Model...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Waffensystem Spur
Menschen töten, so einfach wie Atmen

Soldaten müssen bald nicht mehr um ihr Leben fürchten. Wozu auch, wenn sie aus sicherer Entfernung Roboter in den Krieg schicken können.
Ein IMHO von Oliver Nickel

Waffensystem Spur: Menschen töten, so einfach wie Atmen
Artikel
  1. OpenBSD, TSMC, Deathloop: Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt
    OpenBSD, TSMC, Deathloop
    Halbleiterwerk für Automotive-Chips in Japan bestätigt

    Sonst noch was? Was am 15. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  2. Whatsapp: Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei
    Whatsapp
    Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei

    Ein Vater nutzte ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines Sohnes als Statusfoto bei Whatsapp. Nun läuft ein Kinderpornografie-Verfahren.

  3. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 21% auf Logitech, bis 33% auf Digitus - Cyber Week • Crucial 16GB Kit 3600 69,99€ • Razer Huntsman Mini 79,99€ • Gaming-Möbel günstiger (u. a. DX Racer 1 Chair 201,20€) • Alternate-Deals (u. a. Razer Gaming-Maus 19,99€) • Gamesplanet Anniversary Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /