63 Probleme: Vorerst kein neuer Start für das Starship von SpaceX

Aus der Traum eines frühen nächsten Flugversuchs des Starships. Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat ihre Untersuchung des Erstflugs des riesigen SpaceX-Raumschiffs abgeschlossen und wird SpaceX vorerst keine weitere Startlizenz für einen Launch des Starships erteilen. Es war im April 2023 gestartet und konnte in den ersten Minuten einen erfolgreichen Flug absolvieren, musste dann aber notgesprengt werden .
Die Untersuchung der gescheiterten Mission vom 20. April wurde vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX selbst geleitet. Die FAA hatte die Untersuchung überwacht. Insgesamt wurden 63 Korrekturmaßnahmen identifiziert(öffnet im neuen Fenster) , die SpaceX ergreifen muss, bevor es mit dem Starship wieder abheben darf.
Eine Veröffentlichung des vollständigen Berichts durch die FAA ist nicht zu erwarten. Er enthält laut der FAA geistiges Eigentum und Export-kontrollierte Informationen, die dem Unternehmen schaden können, vermutlich aber auch der US-Regierung, denn SpaceX bietet einige Raketenstarts an und das bringt auch der amerikanischen Steuerkasse Geld ein.
57 sofortige Korrekturen, sechs weitere müssen später folgen
Dafür kommentiert die US-Luftfahrtbehörde ihre Entscheidung in einer Erklärung(öffnet im neuen Fenster) und nennt dabei einige der nötigen Korrekturmaßnahmen: "Zu den Korrekturmaßnahmen gehören die Neugestaltung der Raketenhardware zur Vermeidung von Lecks und Bränden, die Neugestaltung der Startrampe zur Erhöhung ihrer Robustheit, die Einbeziehung zusätzlicher Überprüfungen in den Designprozess, zusätzliche Analysen und Tests sicherheitskritischer Systeme und Komponenten einschließlich des autonomen Flugsicherheitssystems und die Anwendung zusätzlicher Änderungskontrollpraktiken."
Elon Musk kommentierte den Entscheid über seine Social-Media-Plattform X(öffnet im neuen Fenster) . Er schreibt, dass es sich um 57 Maßnahmen handle. Die sechs weiteren Korrekturmaßnahmen müssten erst für zukünftige Flüge behoben werden.
Bereits im Juni dieses Jahres hatte Musk 1.000 Veränderungen am Starship , der Startrampe und dem riesigen Startturm von Starbase angekündigt. Beispielsweise wurde der Boden unter der Starbase-Startrampe mit einer Stahlplatte verstärkt, die Wasser versprüht, um die zerstörerische Kraft der 33 Raptoren-Triebwerke der Super Heavy abzuschwächen. Beim kürzlich durchgeführten Static-Fire-Triebwerkstest von Booster 9 bewährte sich dieses Upgrade bereits.
Die vermutlich größte Modernisierung ist die Umstellung auf Hot Staging (dt.: heiße Inszenierung) - eine Strategie, bei der die Oberstufe einer Trägerrakete mit dem Zünden ihrer Triebwerke beginnt, bevor sie sich vollständig von der ersten Stufe getrennt hat. Diese Umstellung erforderte den Einbau eines Hitzeschilds und einer belüfteten Zwischenstufe bei der Super Heavy, die als Nächstes starten soll.
Wann der nächste Launch des Starships durchgeführt werden kann, ist ungewiss. Immerhin muss die FAA die erfolgten Änderungen noch einmal überprüfen, bevor es eine Startlizenz vergeben wird.



