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6 GHz: Vodafone will Wi-Fi-Frequenz für den Mobilfunk

Kurz vor der Weltfunkkonferenz testet Vodafone schon mal die Frequenzen der anderen. Im Wi-Fi-Bereich kommt man auf bis zu 5 GBit/s.
/ Achim Sawall
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Frequenztests bei Vodafone in Madrid: Vodafone-Ingenieure Yannick Le Pézennec und José Eugenio Caballero (Bild: Vodafone Group)
Frequenztests bei Vodafone in Madrid: Vodafone-Ingenieure Yannick Le Pézennec und José Eugenio Caballero Bild: Vodafone Group

Vodafone hat im 6-GHz-Bereich bei Tests Downloaddatenraten von bis zu 5 GBit/s erreicht. Das gab Vodafone am 25. Oktober 2023 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die 6-GHz-Ausrüstung wurde an einem bestehenden 5G-Standort in Madrid installiert, der den Vodafone-Campus und die Umgebung, einschließlich mehrerer Innenstandorte, abdeckt.

Den Massive-MIMO-Antennen mit Beamforming stand ein 200-MHz-Bereich zur Verfügung. In Büros mit Glasfassaden wurden im Innenraum rund 2 GBit/s gemessen, in Gebäuden in einer Entfernung von bis zu 550 Metern kamen noch rund 0,5 GBit/s an.

Die Vodafone-Ingenieure untersuchten auch Standorte im Freien, die vollständig im Schatten von Gebäuden liegen. Hier "wurden ähnliche Geschwindigkeiten erreicht" , erklärte Vodafone zum Thema Durchdringung.

Weltkonzern Vodafone stellt Forderungen auf

Bei 6 GHz ist der untere Bereich Wi-Fi zugewiesen, um den oberen wird gestritten. Wi-Fi-Hersteller wollen den gesamten Bereich für sich haben. WLAN braucht wegen des Listen-before-Talk-Mechanismus vergleichsweise mehr Kapazität als Mobilfunk. Im kommenden Monat wird auf der Weltfunkkonferenz (WRC) entschieden, ob das 6-GHz-Spektrum ab dem Jahr 2025 für den Mobilfunk nutzbar gemacht werden kann.

Tanja Richter, Netz-Chefin von Vodafone Deutschland, sagte(öffnet im neuen Fenster) : "Unsere Kunden verbrauchen immer mehr Daten – wir haben ein jährliches Wachstum von 30 Prozent beim Datenverkehr. Die Freigabe des Bandes für die mobile Nutzung würde sicherstellen, dass wir den steigenden Bandbreiten-Bedarf bei 5G erfüllen können und Verbraucher und Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch schnellere und zuverlässigere 5G-Dienste erhalten." Man könne dazu die Funkmastinfrastruktur im Rahmen der regulären Netzmodernisierungen mit den 6-GHz-Frequenzen "einfach erweitern" .

Bisher setzen Netzbetreiber für die Mobilfunktechnologien 2G-, 4G- und 5G-Spektren von 700 Megahertz bis 3,6 Gigahertz ein. Ein Teil des 6-GHz-Frequenzspektrums wird gegenwärtig für Richtfunk an Mobilfunkmasten und für WLAN genutzt.

Vodafone fordert die Zuweisung des oberen Teils an International Mobile Telecommunications (IMT) auf der WRC im November in Dubai. Eine gemeinsame Nutzung des Bandes wäre laut Vodafone nur möglich, wenn die "Leistungspegel der Mobilfunkbasisstationen erheblich eingeschränkt" würden. Vodafone ist der größte europäische und afrikanische Mobilfunkbetreiber.


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