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6-GHz-Band: Telekom und Vodafone wollen Satelliten-Frequenz

MWC2022
Das Band 6.425 bis 7.125 MHz wird in Deutschland für Satelliteninternet , aber auch für Richtfunk eingesetzt. In ein paar Jahren soll es 5G gehören.
/ Achim Sawall
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Telekombetreiber wollen Frequenzen im SAT-Bereich. (Bild: KA-SAT)
Telekombetreiber wollen Frequenzen im SAT-Bereich. Bild: KA-SAT

Drei weltweit führende Mobilfunkbetreiber haben auf dem Mobile World Congress ihren Bedarf für das 6-GHz-Band (6.425 bis 7.125 MHz) angemeldet. Laut Angaben der Bundesnetzagentur "steht dieses Band in Europa nicht für WLAN-Anwendungen zur Verfügung" , sagte Behördensprecher Michael Reifenberg Golem.de auf Anfrage. "Für WLAN wurde im vergangenen Jahr der Bereich darunter, das heißt 5.945 MHz bis 6.425 MHz, verfügbar gemacht."

Das Band 6.425 bis 7.125 MHz werde in Deutschland hauptsächlich für den Weitverkehrsrichtfunk verwendet. Ein Großteil der Richtfunkstrecken wird durch die Mobilfunknetzbetreiber zur Verbindung von Ballungsräumen untereinander und mit ländlichen Regionen betrieben. "Es sind aber auch weitere Richtfunknutzer in diesem Band aktiv" , erklärte Reifenberg.

Betroffen ist nicht Wi-Fi, sondern Satelliteninternet

Weiterhin diene das Band der Satellitenkommunikation für Uplinks von Erdfunkstellen und für unkoordinierte VSAT-Anwendungen, hier bi-direktional bei 6.525 bis 7.075 MHz. VSAT steht für Very Small Aperture Terminal, also Satellitenempfänger und -sender mit Antennen für Satelliteninternet. Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone wollen also einen Frequenzbereich der Satellitenbetreiber ab 2030 für 5G einsetzen. Dabei trägt das 6-GHz-Band im Prinzip weniger weit als das C-Band, auch die Dämpfung ist höher. Dies kann aber durch MIMO teilweise kompensiert werden. 6 GHz wird auf dem Grid des C-Bandes funktionieren können.

"Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie nutzt in Effelsberg den Bereich 6.650 bis 6.675,2 MHz zur Messung von Methanol-Spektrallinien als Beitrag zur Astro-Grundlagenphysik(öffnet im neuen Fenster) " , sagte Reifenberg.

Der Bereich 6.425 bis 7.250 MHz werde laut Reifenberg im Rahmen des Copernicus Programms der Europäischen Union von dem CIMR-Instrument (Copernicus Imaging Microwave Radiometer) genutzt, wobei hier das 6.425-bis-7.075-MHz-Band auf die Nutzung über Ozeanen beschränkt sei.


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