5GAA: Autos vernetzen sich erstmals per Satellit und 5G

Vernetzte Fahrzeuge haben sich erstmals per Satellitenverbindung und über den Mobilfunkstandard 5G gegenseitig vor Gefahren im Straßenverkehr gewarnt. Die Industrieallianz 5G Automotive Association (5GAA) hat nach eigenen Angaben entsprechende Funktionen am 15. Mai 2025 in Paris demonstriert. "Das ist die Zukunft der automobilen Konnektivität, und sie ist näher, als Sie denken" , sagte der 5GAA-Vorsitzende Christoph Voigt laut Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) .
Der 2016 gegründete Verband 5GAA setzt auf die umfassende Verwendung des Mobilfunkstandards 5G beim vernetzten und automatisierten Fahren . Bei der direkten Kommunikation zwischen Fahrzeugen steht das Konzept im Wettstreit zwischen dem WLAN-Standard 802.11p, auch pWLAN oder ITS-G5 genannt .
Autos per Satelliten vernetzt
Bei der Satellitenverbindung zwischen Endgeräten wie Smartphones oder Autos gibt es inzwischen mehrere Anbieter auf dem Markt. So nahm Skylo Technologies sein Direct-to-Device-Satellitennetzwerk zur CES 2025 international in Betrieb . Sogenannte nicht-terrestrische Netzwerke (NTN) nutzen Satellitenbetreiber wie Terrestar Solutions, Viasat, Ligado Networks oder Echostar.
An der in Paris präsentierten Lösung waren 15 5GAA-Mitglieder beteiligt, darunter BMW, die Deutsche Telekom, Qualcomm, Rohde & Schwarz und Viasat. Dabei ging es um den eher datensparsamen Austausch von Gefahrenwarnungen und Notfallmeldungen, als Ergänzung zu 4G und 5G. Eine nahtlose Integration und Umschaltung zwischen NTN und terrestrischen Netzen könnte darüber hinaus künftig eine unterbrechungsfreie Sprachkommunikation ermöglichen.
5G-V2X zunächst in Nutzfahrzeugen
"In Zukunft werden Autofahrer möglicherweise gar nicht mehr bemerken, dass die Konnektivität über Satellit statt über ein terrestrisches Netz hergestellt wird" , schreibt der Verband. Basierend auf dem Standard IoT NTN 3GPP Release 17 sei die Markteinführung der Satellitenkonnektivität in Fahrzeugen bis 2027 zu erwarten.
Während die direkte Verbindung zwischen Autos per WLAN schon seit Jahren im Einsatz ist(öffnet im neuen Fenster) , zeigten die Anbieter Valeo und Marben erstmals den direkten Datenaustausch per 5G-V2X Direct. Diese Kommunikation basiert auf dem Standard 3GPP Release 16 und soll – im Zeitraum zwischen 2026 und 2029 beginnend – in Nutzfahrzeugen "in großem Umfang eingesetzt werden" .
Nach Einschätzung des ADAC(öffnet im neuen Fenster) verhindert der Systemstreit zwischen pWLAN oder Mobilfunk, dass sich alle Car2X-Autos im Verkehr miteinander verständigen können. Die Zahl der Gefahrensituationen, vor denen gewarnt werde, variiere je nach Hersteller zwischen 2 und 16. Der ADAC fordert, dass die Fahrzeuge sich nicht nur lokal gegenseitig warnen, sondern dass die Hinweise an eine gemeinsame Cloud aller Hersteller geschickt werden.