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5G: Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt

Die Telekom hat Aussagen über ihr künftiges 5G -Netz gemacht. Dass hier schon fast alles vorbereitet ist, lässt Rückschlüsse darauf zu, wie das Netz einmal aussehen soll.
/ Achim Sawall
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Netzaufbau als Kunst (Bild: Deutsche Telekom)
Netzaufbau als Kunst Bild: Deutsche Telekom

Laut Angaben von Konzernchef Tim Höttges sind über 80 Prozent des Mobilfunknetzes der Deutschen Telekom bereits für den neuen 5G-Standard vorbereitet. Höttges erklärte(öffnet im neuen Fenster) am 10. Oktober 2018 bei der Veranstaltung "Geht nicht gibt's nicht – Gigabitnetze für Deutschland" : 22.000 der 27.000 Mobilfunkstationen der Telekom seien bereits durch Glasfaseranbindung und Single-RAN-Technologie "5G Ready" .

Der kommerzielle 5G-Betrieb werde 2020 aufgenommen, wenn Endgeräte in ausreichender Stückzahl verfügbar seien. Im gleichen Jahr würden auch mehr als 99 Prozent der deutschen Bevölkerung von der Telekom mit LTE versorgt, erklärte Höttges.

Statt eigener Netzelemente für jede Technologie ist bei Single RAN an den Standorten eine Hardwareeinheit, die alle drei Mobilfunkstandards, GSM, UMTS und LTE, softwaregesteuert verarbeiten kann. So ist etwa der Parallelbetrieb von 2G und 4G auf verschiedenen Frequenzbändern möglich.

Refarming: Telekom will 3G für 5G NR abschalten

Höttges bezieht sich mit dem Hinweis auf Single RAN wohl auf die Möglichkeiten des Refarmings von Frequenzspektrum. Er äußert sich jedoch nicht zu den Frequenzen und der geplanten Kapazität und Geschwindigkeit von 5G.

Die Telekom will bekanntlich 3G abschalten und dürfte stattdessen 5G NR in dem Bereich betreiben. Daher nennt Höttges die 22.000 Standorte, zudem könnte die Telekom versuchen, bei der bevorstehenden Frequenzauktion viel Spektrum im Bereich 2 GHz zu erwerben. Doch der Aufbau eines breiten 5G-Netzes erfordert mehr.

Die deutsche Wirtschaft kritisiert, dass der Gigabit- und der 5G-Aufbau zu lange dauern. In einem Appell an die Bundesregierung forderte der Präsident des BDI, Dieter Kempf, die beteiligten Ministerien zu einer besseren Zusammenarbeit auf. Es müsse "eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den Ministerien und dem Bundeskanzleramt erfolgen" , heißt es in dem Positionspapier, das an diesem Mittwoch auf der Konferenz der Verbände BDI und DIHK veröffentlicht wurde. An der Veranstaltung nahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Wilhelm Eschweiler, teil.

Höttges hatte dabei dazu aufgerufen, gemeinsam mit den Netzanbietern die Bedingungen für die Errichtung der 5G-Infrastrukur zu gestalten. "Dieses Ziel werden wir aber nur miteinander erreichen können – nicht gegeneinander" , sagte Höttges.


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