5G: Telekom hält Spionagevorwürfe gegen Huawei für unbegründet
Die Deutsche Telekom hält die von der US-Regierung vorgebrachten Spionagevorwürfe gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei für unbegründet. "Sämtliche Netzelemente werden vor Einsatz im Rahmen eines Privacy and Security Assessment intensiv geprüft und deren Verhalten im laufenden Betrieb analysiert" , sagte Thomas Tschersich, Leiter Cybersicherheit bei der Deutschen Telekom, im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt(öffnet im neuen Fenster) .
Um völlig sicherzugehen, würden abgehende Datenströme konstant überwacht. "Stellen wir Auffälligkeiten fest, nehmen wir fragliche Geräte solange vom Netz, bis eine Untersuchung abgeschlossen ist" , erklärte Tschersich weiter. Vor diesem Hintergrund sei es zumindest unwahrscheinlich, dass Netzwerkkomponenten unbemerkt Daten nach China ableiten könnten.

Für den 5G-Netzausbau will sich die Telekom nicht auf einen einzelnen Hersteller verlassen, sondern eine Mischinfrastruktur aufbauen. Neben Huawei beteiligen sich auch Ericsson, Nokia und Cisco. Das ist jedoch bei allen Netzbetreibern üblich, und nicht erst seit 5G. Huawei ist der einzige der drei großen Ausrüster, der alle drei Mobilfunkbetreiber in Deutschland beliefert.
Keine Belege gegen Huawei
Die Telekom warnt davor, Huawei vom Netzausbau in Deutschland zu verbannen. "Mit Blick auf zeitnahe Ausbau- und Investitionsbedarfe wird man es sich in Deutschland nur schwer leisten können, leistungsstarke Zulieferer auszuschließen" , sagte Tschersich. Erkenntnisse des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder der Sicherheitsbehörden gegen Huawei lägen dem Konzern nicht vor.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete(öffnet im neuen Fenster) in der vergangenen Woche, dass die USA der deutschen Regierung keine Belege für ihre Anschuldigungen vorlegen können: "Alle Bitten an die USA, die vorliegenden Informationen über eventuelle Sicherheitslücken zu teilen, blieben erfolglos." Das lässt vermuten, dass es keine Belege gibt, sondern die USA ihren Handelskrieg gegen China weiter eskalieren wollen.
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