5G Stand Alone: Telekom setzt Cisco im sensiblen 5G-Kern ein

Die Deutsche Telekom setzt Hardware des US-Herstellers Cisco in ihrem 5G-Kernnetzwerk ein. Das geht aus einem Blogbeitrag des Mobilfunkbetreibers(öffnet im neuen Fenster) hervor. "Die Applikation 5G-Corenetz läuft auf einem Server, der in Bamberg im Daten-Center steht. Die erste 5G-Standalone-Antenne steht in Garching bei München auf dem Dach einer unserer Betriebsstellen" , sagte Telekom-Sprecher Markus Jodl Golem.de auf Anfrage.
In der 5G-Sicherheitsdebatte wurde gefordert, Huawei aus dem 5G-Kernnetz auszuschließen. Echte Beweise für Hintertüren in den Produkten von Huawei wurden von der US-Regierung jedoch nie vorgelegt. Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hatte erklärt, alle 5G-Ausrüster würden sicherheitsüberprüft, egal aus welchem Herkunftsland sie stammen. Das Kernnetz sei unter Sicherheitsgesichtspunkten sensibler. Demnach müsste auch Cisco seine Standardhardware nach BSI-Gesetz zertifizieren lassen, wenn sie im 5G-Core Netz eingesetzt wird. Das Gleiche gilt für die Verlagerung in Amazon-Cloud-Angebote bei anderen Betreibern.
Künftig werde es in ganz Deutschland viele weitere solcher Standorte geben, erklärte die Telekom. Das 5G-Kernnetz verbindet das RAN mit den Unternehmens- und Internet-Servern. Dort laufen die Steuerprogramme für die Kommunikation. Mit 5G werden Kernnetze virtuell, also Software-basiert, umgesetzt. Zum Mobilfunk-Kernnetz gehören Core und Backbone. Das gegenwärtig genutzte 5G (Non-Standalone) nutzt noch den LTE-Kern. 5G NSA nutzt LTE für das Einbuchen in das Netz und für Session Control. Für die User Plane (Up and Down) wird 5G New Radio eingesetzt. 5G im Standalone-Betrieb (SA) bietet mit einem eigenen 5G-Core Network Slicing, URLLC (Ultra Reliable and Low Latency Communications) mit geringer Latenz und eine erweiterte Sicherheitsarchitektur.
5G-Core muss performant laufen
Stefan Schnitter, Managing Director Pan-Net der Deutschen Telekom, sagte: "Wir betreiben hier tagtäglich die Infrastruktur, auf der das 5G-Corenetz läuft. Und wir stellen sicher, dass die Anwendungen immer die Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, die sie nötig haben, damit zum Beispiel der 5G-Core stabil und performant läuft."
Beim 5G-Kernnetzwerk ist Software und Hardware komplett entkoppelt. Bisher läuft in solchen Datencentern laut Telekom Hardware von Netzwerkausrüstern wie Nokia, auf der dann auch die Software des Herstellers arbeitet, was vertikal integrierte Systeme genannt wird.
Bei der neuen Technik werden diese Komponenten getrennt, wie Marc Erhardt, Head of Sales for Cloud and Network Services bei Nokia, erklärt: "Die Infrastruktur des Datencenters wird von der Deutschen Telekom zur Verfügung gestellt. Und die Applikation wird vom Hersteller installiert, wie man es im erweiterten Sinne auch vom PC kennt." Rechnerleistung und Speicher kommen hier also von der Telekom.



