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5G Stand Alone: Telefónica/O2 testet kombinierte Frequenzen in Potsdam

Telefónica hat mit Nokia einen Test mit Frequenzbündelung für 5G Stand Alone durchgeführt. Die Datenrate ist mit 144 MBit/s jedoch nicht bemerkenswert.
/ Achim Sawall
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Antenne der Telefónica im 5G Netz (Bild: Jörg Borm/Telefonica)
Antenne der Telefónica im 5G Netz Bild: Jörg Borm/Telefonica

Nokia hat für Telefónica/O2 zwei 5G-Frequenzen beim Upload gebündelt. Das gab Nokia am 12. Dezember 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Für den Test kombinierte Telefónica 70 MHz auf dem 3,6-GHz-Band (n78) mit 20 MHz auf dem 1.800-MHz-Band (n3). Dabei erzielten die Unternehmen im Test eine Datenrate von 144 MBit/s über 5G Standalone.

"Mit der Frequenzbündelung ermöglichen wir unseren Kundinnen und Kunden im 5G-Netz zukünftig schnellere Down- und Uploads" , sagte Mallik Rao, Chief Technology & Information Officer von O2 Telefónica. Mark Atkinson, Senior Vice President für Radio Access Networks bei Nokia, erklärte, die Carrier Aggregation Software ergänze die Airscale-Geräte des finnischen Ausrüsters.

Chipsatz kommt von Mediatek

O2 Telefónica und Nokia haben den Test im O2-Netz in Potsdam im Livenetz durchgeführt. Nokia stellte Baseband-, Massive MIMO- und RRH-Produkte, die von seinem Reefshark-Chipsatz angetrieben werden. Der taiwanischer Entwickler Mediatek stellte seine mobile 5G-Plattform mit dem Mediatek Release-16 M80-Modem bereit, das in den Chipsatz Mediatek Dimensity 9000 integriert war. Zuvor hat O2 Telefónica in Potsdam Cloud-RAN-Technologie im 5G-Netz implementiert. "Im Fokus des Tests stand, aus technologischer Sicht erstmals Frequenzen beim Upload über 5G Stand Alone zu bündeln. Carrier Aggregation wird bereits umfassend im 4G/LTE-Netz eingesetzt. Auch für den Download über 5G haben beide Unternehmen bereits eigene Tests durchgeführt. Nun ist dies erstmals auch für den Upload gelungen" , sagte Telefónica-Sprecher Florian Streicher Golem.de auf Anfrage.

Die 3,6 GHz Frequenz bietet höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten, weist jedoch eine geringere Reichweite auf. Die 1.800-MHz-Frequenz kann aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften größere Gebiete versorgen, erreicht aber eine geringere Datenrate. Das gegenwärtig genutzte 5G (Non-Standalone) verwendet noch den LTE-Kern. 5G NSA benötigt LTE für das Einbuchen in das Netz und für Session Control. Für die User Plane (Up and Down) wird 5G New Radio eingesetzt. 5G im Standalone-Betrieb (SA) bietet mit einem eigenen 5G-Core Network Slicing, URLLC (Ultra Reliable and Low Latency Communications) mit geringer Latenz und eine erweiterte Sicherheitsarchitektur. Beim 5G-Kernnetzwerk sind Software und Hardware komplett entkoppelt.


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