Auch Frankreich, UK und Skandinavien sind schon weiter

Ein ähnliches Modell wie Japan hat Frankreich für LTE eingeführt und dafür viel Lob auch von deutschen Netzbetreibern erhalten. Die sind es leid, für Frequenzen tief in die Tasche greifen zu müssen. Beim Funkspektrum für 5G plant die Regierung aber eine Auktion, die im 4. Quartal 2019 starten soll. Die Details will die Regulierungsbehörde Arcep noch im Sommer bekanntgeben. Telekommunikationsministerin Agnes Pannier-Runacher dämpfte in einem Interview mit Le Monde jüngst die Erwartungen. Ihr zufolge liegt die Herausforderung darin, den richtigen Ausgleich zwischen den angestrebten Einnahmen des Staates und den Investitionen zu finden, die die Telcos tätigen sollen.

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Pannier-Runacher hat ferner klargestellt, dass Frankreich im Gegensatz zu Deutschland kein Spektrum für private Firmen- oder Campusnetzwerke reservieren wolle. Es gebe dafür keinen "klaren" Bedarf bei französischen Organisationen, sagte sie der Zeitung. Es könnte zudem Probleme mit dem Management der Frequenzen geben sowie zu Interferenzen kommen, wenn die verfügbare Signalbreite zwischen zu vielen Akteuren aufgeteilt werde. Den großen einheimischen Betreibern Orange, Altice, Bouygues und Iliad dürfte dies gefallen, da ihnen so keine weitere Konkurrenz auf lokaler Ebene erwächst.

Einen allgemeinen 5G-Fahrplan hat die Arcep im Juli vorigen Jahres aufgestellt. Der Regulierer will demnach den neuen Standard 2020 in ersten Städten am Start wissen und bis 2025 die hauptsächlichen Verkehrswege abgedeckt sehen. 5G-Dienste sollen in den Bereichen 1,5 GHz, rund um 3,6 GHz sowie mittelfristig 26 GHz funken. Die Behörde liebäugelt mit Vorgaben zum Teilen von Infrastruktur, damit die Bürger rascher versorgt werden. Seit 2018 laufen 5G-Pilotprojekte in mehreren französischen Städten wie Paris, Lyon, Bordeaux oder Montpellier.

Großbritannien hat schon lange eine Auktion abgeschlossen

Der britische Regulierer Ofcom schloss schon im April 2018 eine Auktion von Spektrum in den Bändern 2,3 und 3,5 GHz ab. Dabei konnten sich alle vier Mobilfunker des Königreichs neue Frequenzen sichern. O2 (Telefónica) zahlte über 200 Millionen britische Pfund für 40 MHz im Bereich 2,3 GHz und rund 318 Millionen für genauso viel Signalbreite bei 3,4 GHz. Vodafone kaufte sich einen 50-MHz-Block für gut 378 Millionen Pfund allein im 3,4-GHz-Band. EE holte dort 40 MHz für etwas über 300 Millionen. Three begnügte sich mit 20 MHz ebenfalls in diesem Band und gab dafür 151 Millionen Pfund aus, wollte bei 5G-Tests aber Erster sein in Londons Tech City.

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In der zweiten Hälfte 2019 will die Ofcom nun noch Frequenzen im 700-MHz-Band versteigern, wo in vielen anderen europäischen Ländern schon wieder alles vergeben ist. Hier zeichnet sich laut einem Bericht der Financial Times eine Mischung aus dem französischen Modell der Gratisvergabe unter hohen Auflagen und einer Auktion ab. Die vier Wettbewerber wollen dazu eine gemeinsame, von der Ofcom beaufsichtigte Betreiberfirma gründen sowie sich selbst zum hundertprozentigen Ausbau in der Fläche und zum Teilen von Infrastruktur verpflichten. Der Regulierer, der sich prinzipiell offen für die Idee zeigt, soll im Gegenzug auf weitere Auflagen verzichten sowie die jährlichen Lizenzierungsgebühren für das versteigerte Spektrum reduzieren.

Skandinavische Länder setzen schon lange auf Glasfaser

Die nordeuropäischen Staaten gelten generell mit als führend beim Netzausbau und setzen seit langem auf Glasfaser. So haben die Premierminister von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden bereits 2018 ein Bündnis geschlossen, um "die erste und am besten integrierte 5G-Region der Welt" zu bilden. Die entsprechenden Frequenzbänder sollen demnach gemeinsam technisch koordiniert und zunächst länderübergreifende Tests durchgeführt werden.

Dänemark absolvierte so zwischen Februar und April eine Auktion für die 700-, 900- und 2.300-MHz-Bänder, die dem Staat insgesamt knapp 300 Millionen Euro einbrachte. Sonderlich viel Signalbreite erhielten die Anbieter dafür nicht: Three bekam zweimal 10 MHz, TT Network als Joint Venture von Telia und Telenor zweimal 5 MHz und TDC zweimal 15 und einmal 20 MHz.

In Finnland mussten die dortigen drei Netzbetreiber ebenfalls nicht sonderlich tief in die Tasche greifen für 3,5-GHz-Frequenzen. Telia, Elisa und DNA zahlten bei der Versteigerung 2018 zusammen 77,6 Millionen Euro. Die Vergabe von 700-MHz-Frequenzen war bereits ähnlich unspektakulär im November 2016 verlaufen. 26-GHz-Frequenzen sollen im Frühjahr 2020 verkauft werden, Teile davon können die Betreiber aber bereits testweise gemeinsam nutzen.

In rekordverdächtigem Tempo hat Norwegen gerade Blöcke in den Bereichen 700 MHz und 2,1 GHz versilbert. Die Auktion startete am 3. Juni und war zwei Tage später beendet, mit einem Gesamtergebnis von umgerechnet gut 75 Millionen Euro. Bei den allein verfügbaren zweimal 15 MHz im Bereich 2,1 GHz erhielt Ice den Zuschlag. Der Betreiber sowie die Konkurrenten Telia und Telenor sackten zudem alle je zweimal 10 MHz im 700-MHz-Band ein. Für die beiden Letztgenannten ging damit die Auflage einher, gewisse Schienenwege beziehungsweise die Autobahnen zu versorgen. Bis zu 90 Prozent der fälligen Summe können die Telcos zwei Jahre später zahlen, wenn sie dafür parallel die Netze schneller ausbauen.

Der schwedische Regulier PTS gab die Ergebnisse für die Versteigerung erster 700-MHz-Frequenzen im Dezember bekannt. Insgesamt 40 MHz ließen sich die Anbieter Telia, Tele2 und Telenor nach sieben Tagen insgesamt umgerechnet rund 274 Millionen Euro kosten. Tre ging als einziger Provider leer aus. Die Firma hatte sich im Vorfeld über das Auktionsdesign beklagt und kritisierte im April auch die Pläne von PTS, 2,3- und 3,5-GHz-Frequenzen ebenfalls in ähnlicher Form zu versteigern. Dieses Verfahren schwäche den Wettbewerb und führe zu höheren Preisen für die Kunden sowie zu schlechterem Service. Versteigert werden sollen auch Millimeterwellen-Frequenzen rund um 26 GHz. Für 5G-Pilotprojekte gab die Regulierungsbehörde schon 2017 gut 1.200 MHz in verschiedenen Bändern frei. Ähnlich wie die Bundesnetzagentur will sie rund 100 MHz für lokale Netze etwa an interessierte Firmen vergeben.

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 Südkorea, China und Japan sind vorn dabeiÜbernehmen sich die deutschen Mobilfunker? 
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SJ 27. Jun 2019

Auch in der Schweiz wird versteigert: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation...

senf.dazu 19. Jun 2019

.. wär ob es eine Korrelation zwischen dem Grad des Aubaus des Glasfasernetzes...

Computer_Science 17. Jun 2019

Provider / Mobilfunkanbieter brauen in anderen Ländern die Netze wenigstens vernünftig...

Kleba 16. Jun 2019

Also wenn ich bei Speedtest.net die Standard-Einstellungen bestehen lassen, komme ich auf...



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